Kurzbeschreibung:
Berlin, Januar 1940: In einer eiskalten Nacht kehren ein SS-Arzt und seine Frau von einem Konzertabend zurück. Als die Sonne aufgeht, liegt der Arzt leblos in einer Blutlache vor seinem Schreibtisch, darauf ein Abschiedsbrief. Doch seine Witwe ist überzeugt, dass es sich um Mord handelt, und wendet sich an Kriminalinspektor Horst Schenke. Gegen den Willen seiner Vorgesetzten ermittelt Schenke und stößt auf immer weitere brisante Details. Er ahnt, dass er einem schrecklichen Geheimnis größeren Ausmaßes auf der Spur ist und seine Ermittlungen möglicherweise nicht überleben wird ...
Buchdaten:
Broschiert: 464 Seiten
Verlag: Piper
Erscheinungsdatum: 1. Februar 2024
ISBN: 9783492063425
Meine Meinung:
"Nachtkommando" ist der zweite Band der Reihe "Dunkles Berlin" von Simon Scarrow. Kriminalinspektor Horst Schenke und seine zwei Assistenten Hauser und Liebwitz werden im Januar 1940 mit der Leiche eines SS-Arztes konfrontiert. Was als angeblicher Suizid abgetan wird, war in Wirklichkeit eine Hinrichtung per Kopfschuss. Doch warum und wieso? Wer hat ein Interesse, dass keine Ermittlungen dazu stattfinden sollen? Als Schenke auch noch von einer Häufung von mysteriösen Todesfällen in einer Klinik an behinderten Kindern erfährt, wird sein Misstrauen immer größer. Gegen den Willen der Vorgesetzten beginnt er und seine Mitstreiter zu ermitteln und stößt auf grausame Details, die seine Fäden bis in höchste Kreise der SS in das Büro von Reinhard Heydrich, dem Leiter des Reichsicherheitshauptamts, zieht. Simon Scarrow nimmt in seinem zweiten Band dieser Reihe ein grausames Verbrechen der NS-Diktatur als Thema auf: Der unter dem Begriff "Aktion T4" bekannte Massenmord an körperlich und geistig behinderten Menschen. Durch das "Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses" ebnete das Nazi-Regime den Weg zur "Rassenhygiene". Allein diese Begriffe lassen einen als Leser erschaudern, welch furchtbare und grausame Taten damals an unschuldigen Menschen begangen wurden. Diese Thematik in einen Thriller einzuarbeiten, ist wahrlich nicht leicht. Simon Scarrow gelingt aber diese Gratwanderung, indem er seine Protagonisten empathisch agieren lässt. Sogar Assistent Liebwitz, ein Gestapo-Angehöriger, zeigt menschliche Züge. So entsteht ein klares Bild von Gut und Böse in diesem Roman. Zwar ist dieser Thriller nicht immer durchgängig spannend, aber er überzeugt durchaus durch seine Thematik. Mir persönlich hat dieser Band der Reihe "Dunkles Berlin" gut gefallen und er ruft einem auch deutlich ins Gedächtnis, dass sich in unserem Land solch grausame Vergehen an der Menschlichkeit nie mehr wiederholen dürfen.
Bewertung auf meiner Skala:
90%






