Mittwoch, 20. Juni 2018

David Gilman - Legenden des Krieges: Das blutige Schwert


Kurzbeschreibung:
 
Der Geist des Kriegers lebt in seinen Taten.
England, 1346. Der junge Steinmetz Thomas Blackstone wird vor die Wahl gestellt: Entweder der Tod durch den Strick – für einen Mord, den er nicht begangen hat. Oder er schließt sich der englischen Armee an, für die König Edward dringend weitere Bogenschützen sucht. Die Entscheidung fällt ihm nicht schwer. Doch in der Normandie lernt Thomas die bittere Realität des Krieges kennen. Ritterlichkeit ist ein Kodex für bessere Zeiten. Gnade gibt es nicht – schon gar nicht in der Schlacht von Crécy, dem blutigen Kessel des Hundertjährigen Krieges …
 
Buchdaten:
 
Taschenbuch: 608 Seiten
Erscheinungsdatum: 21. Juli 2017
ISBN: 9783499290763
 
Meine Meinung:
 
"Das blutige Schwert" ist der erste Band aus der Serie "Legenden des Krieges" von David Gilman. Erzählt wird dabei die Geschichte des jungen Steinmetz Thomas Blackstone, der in den ersten Jahren des hundertjährigen Krieges als Bogenschütze in den Reihen König Eduard III. und dem "Schwarzen Prinzen" Edward dient. Dabei ist dieses Buch im wesentlichen in drei Teile aufgeteilt. Zu Beginn wie es dazu kommt, dass Thomas und sein Bruder Richard in die königliche Armee kommen und der damit verbundene Feldzug der Engländer durch Frankreich 1346 bis hin zur Schlacht von Crécy. Der zweite Teil dann Thomas Leben auf  der normannischen Burg von Graf Jean V. d'Harcourt, wo seine schweren Verletzungen aus der Schlacht geheilt werden, seine Liebe findet und letztendlich auch zum Schwertkämpfer ausgebildet wird. Im letzten Teil des Buches sichert er dann weiteres Terrain für England und steht abermals treu ergeben seinem englischen König in der Schlacht um Calais zur Seite. Viele historische Rahmenbedingungen sind tatsächlich ähnlich gewesen. David Gilman wollte aber auch zeigen wie diese einfachen Soldaten wie die Bogenschützen zu großem Ruhm kamen und sich sogar Anerkennung und Titel verdienen konnten. Auch er lässt seinen Protagonisten eine Entwicklung durchlaufen vom "gemeinen Mann" bis hin zu einem Anführer, der sich nicht nur auf dem Schlachtfeld beweisen muss, sondern auch bei normannischem Hofe. Diese Darstellung ist im dabei gut gelungen. Zwar wird meiner Meinung nach der Feldzug und die Schlacht von Crécy vom Autor im Schnelldurchlauf dargestellt, aber im weiteren Verlauf des Buches erkennt man als Leser dass sein Fokus auf der Geschichte des Thomas Blackstone liegt. Als Auftaktroman zu der Serie "Legenden des Krieges" hat mir daher dieser Roman gut gefallen und ich bin gespannt auf die weitere Entwicklung Blackstones in den Wirren des hundertjährigen Krieges.
 
Bewertung auf meiner Skala:
 
85%
 

Mittwoch, 13. Juni 2018

Olivia Kiernan - Zu nah



Kurzbeschreibung:

Die angesehene Wissenschaftlerin Eleanor Costello ist tot. Erhängt in ihrem Schlafzimmer. Frankie Sheehan, Detective im Dubliner Police Department und schwer gezeichnet von ihrem letzten Fall, glaubt nicht an Selbstmord. Jemand war bei Eleanor, als sie starb. Jemand, der sadistische Lust an brutalen Spielchen hat.
Schon bald wird eine zweite Leiche gefunden: eine junge Frau - zu Tode gefoltert. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt, und für Frankie geht es erneut um Leben und Tod.

Buchdaten:

Broschiert: 368 Seiten
Verlag: HarperCollins
Erscheinungsdatum: 3. April 2018
ISBN 9783959671835

Meine Meinung:

"Zu nah" ist der erste Thriller von Olivia Kiernan. Dabei bekommt es der Leser mit Detective Frankie Sheehan in Dublin zu tun, die selbst noch unterschwellig an den Folgen eines erlebten Traumas während eines Einsatzes leidet. Anfangs hatte ich dadurch auch leichte Probleme in die Geschichte reinzukommen und ich fand auf den ca. ersten hundert Seiten nur schwer Zugang zum Buch und den Protagonisten. Dann aber wurde es nach und nach spannender und das Lesen ging flüssiger voran. Den Zeitdruck den das Team hat um im Darknet und in der BDSM-Szene zu ermitteln, überträgt die Autorin geschickt und so wird man dadurch immer mehr von dem Fall gefesselt. Auch die Wendungen bzgl. des Täters sind gut geglückt. Letztendlich ist dieses Erstlingswerk für mich aber kein Thriller. Dazu fehlten mir tiefere Einblicke in das Seelenleben des Täters und der verwickelten Personen. "Zu nah" ist aber ganz sicherlich ein gelungenes Erstlingswerk und ein solider Krimi.

Bewertung auf meiner Skala:

80%

Dienstag, 12. Juni 2018

Friedrich Kalpenstein - Gruppentherapie


Kurzbeschreibung:
 
Ben, dreißig Jahre alt, ist Architekt. Nachdem er sich in München mit seinem eigenen Architekturbüro finanziell übernommen hat, löst sich sein gesamtes Investment in Luft auf – und damit auch seine Selbstständigkeit. Geld muss schnellstens in die Kasse. Sascha, sein bester Freund aus früheren Bandzeiten, nutzt seine Kontakte nach Mallorca und verschafft ihm dort ein Engagement als Partysänger.
Schnell wird Ben zum angesagten Stimmungsmacher, der sich in kürzester Zeit eine beachtliche Fangemeinde aufbaut. Zwischenzeitlich nimmt Ben in München die Chance wahr, als Architekt in einem angesehenen Architekturbüro wieder Fuß zu fassen. Ganz nebenbei wirft er sich in eine Beziehung mit Clarissa, der Tochter seines Chefs. Niemals dürfen die beiden von seinem Doppelleben mit Perücke und Goldkettchen auf Malle erfahren. Die Tatsache, dass Ben auch auf Mallorca eine Liaison mit der Barfrau Eva pflegt, macht die Sache nicht einfacher.
Ein Spießrutenlauf beginnt.
 
Buchdaten:
 
Taschenbuch: 318 Seiten
Verlag: Tinte & Feder
Erscheinungsdatum: 12. Juni 2018
ISBN: 9782919800377
 
Meine Meinung:
 
"Gruppentherapie" ist ein humorvoller Roman von Friedrich Kalpenstein. Sein Protagonist Ben führt dabei ein Doppelleben. Zum einen als Architekt in München, zum anderen als Sänger Benny Biber auf der Partymeile am Ballermann in Mallorca. In München wird es immer schwerer für ihn diese Heimlichkeiten zu verbergen, da er mit der Tochter seines Chefs zusammen ist und von deren Vater in bessere Kreise eingeführt werden. Doch auch der spielt nicht mit offenen Karten und so gerät Ben immer mehr in die Bredouille, wie er sein weiteres Leben gestalten soll. Der Leser durchlebt dieses Wechselspiel dabei gemeinsam mit dem Protagonisten. Ich bin jetzt zwar überhaupt kein Schlager- oder Mallorcafan, aber das Buch konnte ich dennoch gut lesen. Speziell die einzelnen Szenen, in denen Ben sich in seiner Lage unwohl fühlt, bringt einen immer wieder zum Schmunzeln. Dennoch konnte mich die Geschichte nicht komplett abholen. Für mich nur eine unterhaltsame Lektüre für zwischendurch, aber wahrscheinlich eher was für die Fans der Baleareninsel.
 
Bewertung auf meiner Skala:
 
80%
 

Mittwoch, 6. Juni 2018

Rita Falk - Kaiserschmarrndrama


Kurzbeschreibung:
 
Im Wald von Niederkaltenkirchen wird eine nackte Tote gefunden. Sie war erst kurz zuvor beim Simmerl in den ersten Stock gezogen und hat unter dem Namen "Mona" Stripshows im Internet angeboten. Der Eberhofer steht vor pikanten Ermittlungen, denn zum Kreis der Verdächtigen zählen ein paar ihrer Kunden, darunter der Leopold, der Simmerl und der Flötzinger. Harte Zeiten für den Franz, auch privat: Das Doppelhaus vom Leopold und der Susi wächst in dem Maße wie Franz’ Unlust auf das traute Familienglück. Dann: die zweite Tote im Wald. Das gleiche Beuteschema. Ein Serienmörder in Niederkaltenkirchen?
 
Buchdaten:
 
Broschiert: 304 Seiten
Erscheinungsdatum: 9. Februar 2018
ISBN: 9783423261920
 
Meine Meinung:
 
"Kaiserschmarrndrama" ist der neunte Fall aus der Eberhofer-Reihe von Rita Falk. Der letzte Band endete ja mit einem Cliffhanger und so stieg man hier wieder direkt ein. Der Leser erfährt dabei schnell wie es um den Eberhofer und den Birkenberger Rudi steht. Waren für mich die letzten beiden Bände aus der Reihe eher nicht mehr ganz der große Wurf, muss ich eindeutig sagen dass mit diesem neunten Fall die Autorin wieder zu alten Stärken fand. Diese Reihe besticht ja nicht durch die Krimis, sondern eben durch das Leben ihrer Protagonisten. Und die laufen in diesem Band wieder zu Höchstform auf. Etliche Male musste ich während des Lesens einfach nur lauthals loslachen, wenn man sich die jeweiligen Szenen vorstellte. Aber es wird auch emotional für den Franz, letztendlich aber alles mit einem guten Ende. Aufgrund der lustigen Szenen liest sich das Buch total flott und ich flog daher nur so über die Seiten. Speziell der Birkenberger Rudi hatte es mir diesmal angetan, einfach nur der Brüller. Rita Falk hat mich mit diesem neunten Fall aus der Reihe wieder voll abgeholt und ich freue mich daher auf weitere lustige Geschichten aus Niederkaltenkirchen.
 
Bewertung auf meiner Skala:
 
100%
 

Mittwoch, 30. Mai 2018

Beate Maxian - Die Tote vom Naschmarkt


Kurzbeschreibung:
 
Von ihren Freunden wird die Journalistin Sarah Pauli gerne wegen ihres Aberglaubens gehänselt. Doch dann gehen in der Redaktionspost drei abgetrennte Finger ein, die zur Schwurhand einer Frauenleiche gehören, die am Wiener Naschmarkt gefunden wurde. Die Tote war Entlastungszeugin in einem Vergewaltigungsprozess, den der prominente Anwalt Harald Koban gewonnen hat. In der Nacht nach dem Prozess überfährt Koban eine Katze – tags darauf erhält Sarah wieder Post: das Bild einer schwarzen Katze und eine unheilverkündende Nachricht ...
 
Buchdaten:
 
Taschenbuch: 352 Seiten
Erscheinungsdatum: 19. Dezember 2011
ISBN: 9783442475841
 
Meine Meinung:
 
"Die Tote vom Naschmarkt" ist der zweite Band aus der Sarah-Pauli-Reihe von Beate Maxian. Sarah Pauli, eigentlich Journalistin beim Wiener Boten für eine Kolumne, gerät wieder in einen Mordfall. Erst schickt sie ihr Chef zur Berichterstattung an den Tatort und dann erhält sie auch noch ein ominöses Päckchen in die Redaktion geschickt. Darin die abgetrennten drei Schwurfinger des Mordopfers. Und ehe sie sich versieht, ist sie wieder mitten im Ermittlungsgeschehen. Der Ansatz der Autorin mit Sarah eine Enthüllungsjournalistin in den Mittelpunkt zu stellen ist dabei auch wieder in diesem zweiten Fall gelungen. Nach und nach erfährt der Leser die Puzzlestücke und doch bleibt es bis zum Ende spannend. Die Einblicke in die Welt der Anwälte und gehobenen Gesellschaft hat mir dabei gut gefallen und die von Intrigen geprägte Atmosphäre kam im Buch gut rüber. "Ein Wien-Krimi", so lautet der Untertitel. Dies ist nicht zwingend so, die Geschichte weißt nicht großen regionalen Bezug auf. Sie könnte in jeder anderen Stadt auch spielen. Trotzdem gefällt mir auch dieser Band wieder sehr gut, Sarah Pauli ist eine sympathische Protagonistin. Daher greife ich sicherlich zu weiteren Bänden aus dieser Reihe.
 
Bewertung auf meiner Skala:
 
90%
 

Donnerstag, 24. Mai 2018

Matthias Bürgel - Projekt Goliath


Kurzbeschreibung:
 
Ein führender IS-Terrorist, dessen Ziel die Etablierung eines globalen Gottesstaates ist, gelangt in den Besitz eines todbringenden Erregers. Damit infizierte IS-Kämpfer tragen das tödliche Virus, unerkannt in der Masse des Flüchtlingsstroms, nach Europa.
Eine Pandemie ungeahnten Ausmaßes bedroht die Menschheit.
 
Buchdaten:
 
Taschenbuch: 572 Seiten
Erscheinungsdatum: 1. September 2017
ISBN: 9783741211386
 
Meine Meinung:
 
"Projekt Goliath" ist der Debüt-Thriller von Matthias Bürgel. Dabei greift der Autor das Thema IS-Terror in Verbindung mit Pandemie auf. Die kurzen Kapitel werden dabei durch die jeweiligen Handlungsorte bestimmt. Im Fokus steht der hochbegabte Forscher Patrick Sprenger, der an einer europäischen Institution an Impfstoffen gegen Ebola forscht. Doch auf genau diesen brisanten Erreger haben es die Terroristen abgesehen und durch die Entführung der Tochter von Sprenger haben sie den Forscher in der Hand. Daraus entwickelt sich für den Leser ein spannungsgeladener Thriller, der durchaus auch so in der Realität sich abspielen könnte. Der Wechsel der jeweiligen Handlungsstränge stört durch die kurzen Kapitel überhaupt nicht, im Gegenteil der Leser hat dadurch die Übersicht was wo zur gleichen Zeit geschieht. Die Geschichte nimmt schnell an Fahrt auf und die Spannung bleibt konstant bis zum Ende erhalten. Das hat mir gut gefallen und machte es mir schwer, das Buch auch mal zur Seite zu legen. Zu sehr wollte ich als Leser wissen wie es weitergeht. "Projekt Goliath" ist für mich ein sehr gelungenes und actionreiches Thrillerdebüt, das ich mir auch jederzeit verfilmt vorstellen könnte. Ich bin gespannt auf weitere Bücher von Matthias Bürgel.

Bewertung auf meiner Skala:

100%


Dienstag, 22. Mai 2018

Themenwoche Serienmörder - Das Phänomen


Wenn die Menschen von Serienmördern hören oder lesen, dann ist immer eine gewisse Faszination zu beobachten. Aber was macht dieses Phänomen aus? Warum fühlen wir uns von diesem Horror angezogen? Sind es Ängste, die in uns geweckt werden und den Adrenalinpegel nach oben treiben? Ich weiß es nicht, denn ich bin kein Fachmann. Fakt ist aber das Mord so alt ist wie die Menschheit, z.B. Kain und Abel. Aber auch den Serienmord gibt es schon seit Jahrhunderten. Was liegt also näher das sich auch die Literatur oder Filmwelt dessen annimmt. Schon als die Bilder laufen lernten wurde zur Stummfilmzeit ein erster Film mit einem Serienmörder gedreht. "Das Cabinet des Dr. Caligari" aus dem Jahr 1920 gilt dabei als Meilenstein der Filmgeschichte. Der Erfolg verhalf der deutschen Filmindustrie nach dem 1. Weltkrieg zu großem Ruhm und in Hollywood blickte man damals noch neidisch nach Babelsberg. Aber nicht nur ernst wurde das Thema verfilmt. Ein Klassiker ist sicherlich der 1944 entstandene amerikanische Streifen "Arsen und Spitzenhäubchen". Ein Komödie mit schwarzem Humor bei der zwei alte Damen im wahrsten Sinn des Wortes einige Leichen im Keller haben. Gary Grant spielte dabei ihren Neffen Mortimer. Er spendete damals seine komplette Filmgage von 100000 Dollar dem U.S. War Relief Fund. Aber auch in den goldenen 50er Jahren entstand nach dem Drehbuch von Friedrich Dürrenmatt einer der für mich vielleicht besten Schwarzweißfilme eines Serienmörder in schweizerisch-deutsch-spanischer Kooperation. "Es geschah am hellichten Tag" aus dem Jahr 1958 mit Heinz Rühmann, Siegfried Lowitz und Gerd Fröbe in den Hauptrollen als vorzügliche Darsteller, ein Film schon damals mit hoher Spannung. Die Darstellung des Kindermörders Schrott verhalf Gerd Fröbe auch zu seiner Rolle als James Bond Bösewicht Goldfinger. Als die Zeit der Slasher-Filme in den 70er Jahren begann, gab es vorwiegend aus den USA viele Verfilmungen, die fiktive Serienkiller hervorbrachte, deren Namen auch heute noch jedem ein Begriff sind: Michael Myers, Jason Voorhees, Hannibal Lecter, Norman Bates, John Ryder, um nur einige davon zu nennen.
Dank Hollywood gilt Thomas Harris' erschaffener Hannibal Lecter als Inbegriff des infernalischen Serienmörder. "Das Schweigen der Lämmer" ist seit mehr als 25 Jahren Kult. Der Film wurde damals mit fünf Oscars ausgezeichnet und war an den Kinokassen ein voller Erfolg. Aber auch in der Buchwelt wurden damit große Erfolge erzielt. Das Genre Krimi und Thriller bringt jedes Jahr psychopathische Serienkiller hervor, denn der Krimi lebt von dem Auf und Ab der Gefühle. Ängste und Emotionen werden erzeugt, Spannung dadurch hochgehalten.
Aber was fasziniert Menschen an Serienmörder im realen Leben? Nehmen wir zum Beispiel den österreichischen Frauenmörder Jack Unterweger. Nach seiner Verurteilung wegen Mord 1976 zu lebenslanger Haft begann er im Gefängnis zu schreiben. Mann nannte ihn "Häfenliterat" oder "Knastpoet". Auch in den USA wurde er als "Jack the Writer" bekannt. Sogar mit einem Literaturpreis wurde er geehrt und 1990 dann als resozialisiert auf Bewährung freigelassen. Nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis hofierte die High-Society ihn und er verdiente gut an seinem Wirken. Aber sechs Monate nach seiner Entlassung begann eine Serie von Morden an Prostituierten. Unterweger geriet erneut in Verdacht und wurde 1992 in Miami vom FBI festgenommen. Mittels eines zum ersten Mal zugelassenen DNA-Gutachten bei Gericht und das er zu allen Zeiten für Lesungen an den Tattagen in den jeweiligen Regionen ohne Alibi war (was man nicht mehr mit Zufall erklärte), wurde er am 29. Juni 1994 von einem Grazer Gericht wegen 9-fachen Mordes erneut zu lebenslanger Haft verurteilt. Diesmal ohne die Möglichkeit einer Strafaussetzung auf Bewährung. Zwei weitere Fälle konnten ihm nicht bewiesen werden. Noch in der selben Nacht beging er in der Justizanstalt Graz-Jakomini Selbstmord durch Erhängen mit der Kordel seiner Jogginghose. Der Knoten, an dem er sich erhängte, war auf dieselbe Weise geknüpft wie die Schlingen, die um die Hälse der Prostituierten gelegt worden waren. Das Urteil gegen Jack Unterweger ist aufgrund seines Todes nie rechtskräftig geworden.
Forscht man im Lebenslauf von Serienmördern findet man heraus das diese häufig selbst Opfer ihrer Herkunft sind. Meist wurden sie von Verwandten missbraucht und misshandelt, wuchsen ohne Liebe auf. Das rechtfertigt in keinerlei Weise ihre Taten, aber es macht einem manchmal einiges begreifbarer. Ted Bundy, einer der bekanntesten Serienmörder der USA, zeigte sich in einem Interview mit einer Zeitung verblüfft darüber, dass seine Morde überhaupt aufgefallen waren. Er konnte nicht begreifen, dass die Menschen die er getötet hatte irgendjemandem fehlten. Er hatte die Amerikaner immer als Leute empfunden, die ihre Mitmenschen wie Unsichtbare behandelten. Amerika war für ihn ein Ort der Unsichtbaren.
Darum möchte ich meine Themenwoche "Serienmörder" mit einem Zitat von Antoine de Saint-Exupéry beenden:
 
"Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar."

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