Montag, 18. Oktober 2021

Bernard Cornwell - Wolfskrieg

 


Kurzbeschreibung:

Ein Hilferuf aus Mercien erreicht den Krieger Uhtred. Er soll einer belagerten Stadt zur Hilfe kommen. Doch der Notruf war nur eine List, um ihn aus Northumbrien fortzulocken. Dort fällt in Uhtreds Abwesenheit ein furchtbarer Gegner ein: der Nordmann Sköll Grimmarson, an seiner Seite ein gefürchteter Zauber und sein Heer von Úlfhéðnar, Wolfskriegern, die vor nichts zurückschrecken. Der Feind nimmt Uhtred das Liebste, was er hat, und der Schmerz bringt ihn fast um. Doch wer Rache will, muss kühl und klug sein…

Buchdaten:

Taschenbuch: 544 Seiten
Verlag: Rowohlt
Erscheinungsdatum: 16. April 2019
ISBN: 9783499276521

Meine Meinung:

"Wolfskrieg" ist der elfte Band der Uhtred-Saga von Bernard Cornwell. Uhtred ist langsam in die Jahre gekommen. Sein großes Ziel Bebbanburg zu erobern ist ihm gelungen, aber er wird erneut nach Mercien gerufen. Doch vor Ort stellt sich heraus, dass man ihn nur unter einem Vorwand aus Northumbrien weglockte. Denn in der Heimat droht Gefahr durch den Norweger Sköll, der mit seinen Wolfskriegern eingefallen ist. Uhtreds Tochter fällt im Kampf gegen Sköll und für Uhtred gibt es fortan nur ein Ziel: Rache für Stiorras Tod. Derweil baut König Edward immer mehr den Traum von "Englaland" aus, aber dessen potentiellen Nachfolger auf dem Thron von Wessex und Mercien bringen sich ebenso in Stellung. Bernard Cornwell beschreibt in diesem Band zum einen die Ausbreitung der Christen und das Zurückdrängen der Heiden auf englischem Boden, aber auch den Feldzug Uhtred nachdem er den schweren Verlust seiner Tochter hinnehmen muss. Er ist bei weitem nicht mehr der strahlende Krieger, viele Jahre des Kampfes hat der Held hinter sich. Er wird langsam angreifbarer und im Schlachtgetümmel müssen ihm einmal mehr seine treuen Gefährten zur Seite stehen. Cornwell verwebt auch in diesem Band gut historische Fakten mit Fiktion rund um seinen Helden. Im Nachwort geht er auf dies auch ein, was einem einen guten Überblick zu den Geschehnissen vermittelt. Aber es sei auch gesagt, dass man der Story besser folgen kann, wenn man die Reihenfolge der Bände beim Lesen einhält. Vieles greift doch auf vergangene Ereignisse zurück, gerade wenn man die Entwicklung der Politik und das Entstehen Englands nachvollziehen will. Trotz allem ist aber auch dieser Band wieder gut geschrieben, spannend und flüssig. Man merkt aber auch dass der Held und die Saga langsam ihrem Ende entgegensteuern. Ich bin gespannt, wie es weitergeht.

Bewertung auf meiner Skala:

85%

Samstag, 9. Oktober 2021

Alex Beer - Der letzte Tod

 


Kurzbeschreibung:

Wien im September 1922: Die Inflation nimmt immer weiter Fahrt auf, die Lebenshaltungskosten steigen ins Unermessliche, und der Staatsbankrott steht kurz bevor. Unterdessen haben Kriminalinspektor August Emmerich und sein Assistent Ferdinand Winter es mit einem grausigen Fund zu tun: Auf dem Gelände des Wiener Hafens wurde in einem Tresor eine mumifizierte Leiche entdeckt. Und dabei bleibt es nicht, denn der Mörder tötet nach einem abscheulichen Muster, und er hat sein nächstes Opfer schon im Visier. Doch damit nicht genug: Ein alter Feind aus Emmerichs Vergangenheit taucht wieder auf – und er trachtet dem Ermittler nach dem Leben …

Buchdaten:

Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
Verlag: Limes
Erscheinungsdatum: 27. September 2021
ISBN: 9783809027492

Meine Meinung:

"Der letzte Tod" ist der fünfte Band aus der August-Emmerich-Reihe von Alex Beer. Kriminalinspektor Emmerich und sein Assistent Winter bekommen es diesmal mit einem ungewöhnlichen Mordfall zu tun. Das Opfer wurde in einen Tresor eingesperrt und starb jämmerlich darin. Als die Leiche entdeckt wird ist sie bereits mumifiziert. Emmerich, bekannt für seine schlechten Manieren, bekommt auch noch einen Psychoanalytiker von seinem Vorgesetzten zur Seite gestellt. Eine Kombination, die den eigenwilligen Emmerich noch mehr in Fahrt bringt. Als dann auch noch der Mörder seiner Lebensgefährtin aus dem Gefängnis entkommt, überschlagen sich die Ereignisse. Denn der Jäger wird zum Gejagten und der Fall scheint sich nicht nur auf Wien zu beschränken. Alex Beer lässt den Leser mit diesem neuen Fall in das Wien im Jahr 1922 eintauchen. Dabei verwebt sie geschickt historische Fakten mit ihrem Kriminalfall. Orte und Personen die real existierten kombiniert mit Fiktion. August Emmerich ist auf der einen Seite ein guter Inspektor, andererseits manchmal auch ein wenig zu ruppig. Sein Assistent Winter, der adeliger Abstammung ist, gleicht dies oft mit seinem höflichen Benehmen aus. Interessant ist, das in diesem Fall als dritter im Bund der Psychoanalytiker Adler mit ins Spiel kommt. Er ergänzt die beiden Ermittler und ich kann mir sein Mitwirken bei weiteren Fällen gut vorstellen. Trotz kleiner Ungereimtheiten ist Alex Beer mit diesem fünften Band wieder ein spannender Kriminalroman gelungen. Zwar bleiben noch offene Punkte, aber dazu wird der Leser am Ende mit einem Cliffhanger zurückgelassen. Man darf also gespannt sein, wie es in einem sechsten Band dann weitergeht. In Summe ist "Der letzte Tod" ein weiterer guter Wiener Kriminalroman aus den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts.

Bewertung auf meiner Skala:

85%

Montag, 4. Oktober 2021

Frank Goldammer - Feind des Volkes

 


Kurzbeschreibung:

August 1961: Hauptmann Max Heller von der Dresdner Kriminalpolizei ist von seinem neuen Vorgesetzten in den Innendienst versetzt worden. Ein Affront für Heller, der kurz vor seinem Ruhestand steht. Als er eines Tages ein Paket mit Beweismaterial aus einem längst aufgeklärten Mordfall erhält, ist er alarmiert. Bald ist klar, der wahre Täter von damals ist zurück und fordert Heller zu einem perfiden Kampf um Leben und Tod heraus. Eine atemlose Mörderjagd beginnt, die Hellers Familie in größte Gefahr bringt. Auch die politische Lage in der DDR spitzt sich zu. Nahezu unbemerkt von der Welt wird der Bau der Berliner Mauer vorbereitet. Am 10. August 1961 müssen Karin und Max Heller eine dramatische Entscheidung treffen: gehen oder bleiben.

Buchdaten:

Broschiert: 416 Seiten
Verlag: dtv
Erscheinungsdatum: 17. September 2021
ISBN: 9783423263009

Meine Meinung:

"Feind des Volkes" ist der siebte Band der Max-Heller-Reihe von Frank Goldammer. 1959 wird Max Heller zu einem Mordfall gerufen, bei dem zwei Männer bestialisch getötet werden. Mit vielfachen Messerstichen werden diese aufgefunden. Bei den Ermittlungen treffen aber Heller und sein Team immer wieder auf extreme Widerstände. Es scheint, dass seine Ermittlung fast seitens der Staatsmacht boykottiert wird. Aber letztendlich wird die Tat gestanden und der Fall zu den Akten gelegt. Zwei Jahre später geschehen erneut Morde nach dem gleichen Muster und der vermeintliche Täter ist noch immer in Haft. Anscheinend wurde der wahre Täter nicht gefasst, denn der beginnt nun mit Max Heller ein Katz-und Maus-Spiel. Und Heller ist immer mehr isoliert, denn ihm wird seitens seines Vorgesetzten mangelnde Staatstreue vorgeworfen. Für sich und seine Familie muss er schnellstens handeln um diese auch in Sicherheit zu bringen. Frank Goldammer lässt den Leser mit diesem Band am letzten Fall des Max Heller teilhaben. Dieser steht kurz vor der Rente, ist immer isolierter im System der DDR und muss doch gegen Widerstände einen Gegner zur Strecke bringen, der ihn und seine Familie bedroht. Dabei bekommt man es mit immer mehr Verdächtigen zu tun, es werden Spuren gelegt die dann aber wieder im Sand verlaufen. Gemeinsam mit den Ermittlern rätselt man dabei über die wahren Tathintergründe. Max Heller, ein Kriminalist durch und durch, gerät immer mehr an seine Grenzen im System. Dies treibt ihn sogar zum letzten Schritt, seine Kündigung bei der Polizei. Als Leser spürt man diese emotionale Stimmung deutlich, Frank Goldammer vermittelt diese in seinem Schreibstil absolut greifbar. Gleichzeitig gibt es aber eine Zuspitzung auf das Unvermeidliche. Als es aber letztendlich soweit ist, leidet man fast gemeinsam mit Max Heller, der ein Kapitel seines Lebens beendet. Ich habe alle Bände dieser Reihe gelesen und die Figuren sind mir ans Herz gewachsen. Sich jetzt von Ihnen zu verabschieden fällt mir schwer. Aber mit diesem letzten Band hat der Autor wirklich nochmal einen rausgehauen. Spannend erzählter Kriminalfall mit einigen Wendungen, sehr gut dargestellte Rahmenbedingungen in denen sich der Protagonist bewegt und letztendlich ein berührender Abschluss wenn man die letzte Seite des Buches zuschlägt. Max Hellers letzter Fall ist für mich eine klare Leseempfehlung und ein würdiges Ende dieser Reihe.

Bewertung auf meiner Skala:

100%

Mittwoch, 29. September 2021

Rita Falk - Rehragout-Rendevous

 


Kurzbeschreibung:

Zefix! Was ist denn in die Eberhofer-Weiber gefahren? Die Oma beschließt nach gefühlten 2000 Kuchen und noch mehr Schweinsbraten, Semmelknödeln und Kraut, sich der häuslichen Pflichten zu entledigen − und fortan zu chillen. Ausgerechnet an Weihnachten! Und seit die Susi ihre Karriere als stellvertretende Bürgermeistern verfolgt, fühlt sich der Sex mit ihr im schicken Neubau für den Franz an, als hätten sie ihn gratis zu den Esszimmermöbeln dazu bekommen. Zu allem Übel wird dann auch noch der Steckenbiller Lenz vermisst. Der Franz soll gefälligst eine Vermisstenanzeige aufgeben, die Mooshammer Liesl befürchtet das Schlimmste. Nur: Eine Leiche ist weit und breit nicht in Sicht. Damit steht der Eberhofer vor einer schier unlösbaren Aufgabe.

Buchdaten:

Broschiert: 304 Seiten
Verlag: dtv
Erscheinungsdatum: 17. September 2021
ISBN: 9783423262736

Meine Meinung:

"Rehragout-Rendevous" ist der elfte Band der Eberhofer-Reihe von Rita Falk. Als der Bürgermeister von Niederkaltenkirchen sich im Skiurlaub einen Beinbruch zuzieht und erst mal vor Ort im Krankenhaus liegt, sieht Susi als seine Vertretung ihre ganz große Karrierechance. Ihr Umfeld muss damit erst mal zurechtkommen. Aber auch die Oma beschließt von heute auf morgen ihre Aufgaben im Haushalt aufzugeben und ab sofort nur an sich zu denken. Wäre dies nicht alles schon schlimm genug für den Franz, nervt ihn auch noch die Mooshammer Liesl mit einer Vermisstenanzeige. Um es vorneweg zu sagen, dieser elfte Band hat so gut wie nichts mit einem Krimi zu tun. Aber natürlich sind die Fälle in dieser Reihe oftmals schmückendes Beiwerk, denn die Reihe lebt von der Komik der Figuren. Teils kommt dies auch zur Geltung, aber vieles wirkt wie eine Aneinanderreihung von solchen Szenen. Jeder der Protagonisten darf mal drankommen, aber es fehlt teilweise an einem roten Faden. Zudem ist der Franz Eberhofer diesmal fast ausschließlich am sinnieren über seine Susi, die Oma, den Rudi oder seine Grundversorgung beim Metzger Simmerl. Zum einen sind dabei durchaus sehr lustige Szenen entstanden, die einem wieder Vergnügen bereiten, zum anderen aber plätschert die Story auch nur so dahin. Dies hinterlässt einen als Leser mit einem zwiespältigen Gesamteindruck über diesen Band zurück. Aber die Entstehung dieses neuen Band ist auch in eine Zeit hineingefallen, die für die Autorin Rita Falk privat sehr schwer war. In ihrem berührenden Nachwort gibt sie dem Leser hier Einblick. Dahingehend ist es vielleicht auch verständlich dass ihr Franz Eberhofer eben diesmal teils auch ein wenig nachdenklicher wirkt. In Summe durchaus ein Band der sich wieder flüssig lesen lies, aber doch dann leider zu den schwächeren der Reihe zählt.

Bewertung auf meiner Skala:

70%

Sonntag, 26. September 2021

Andreas Gruber - Todesschmerz

 


Kurzbeschreibung:

Mitten in den brisanten Ermittlungen um einen Verräter in den eigenen Reihen werden BKA-Profiler Maarten S. Sneijder und sein Team abgezogen und nach Norwegen geschickt, um den Mord an der deutschen Botschafterin aufzuklären. Doch das Motiv bleibt rätselhaft, und die norwegische Polizei verweigert die Zusammenarbeit. Sneijder muss kreativ werden – und macht damit einen besonders mächtigen Gegner auf sich aufmerksam. Als dann noch ein erstes Mitglied von Sneijders Team einem kaltblütigen Killer zum Opfer fällt, steht Sneijder vor seiner bisher größten Herausforderung …

Buchdaten:

Taschenbuch: 592 Seiten
Verlag: Goldmann
Erscheinungsdatum: 13. September 2021
ISBN: 9783442491094

Meine Meinung:

"Todesschmerz" ist der sechste Band der Maarten S. Sneijder und Sabine Nemez Reihe von Andreas Gruber. Während Sneijder gerade in Ermittlungen zu einem Maulwurf innerhalb des BKA steckt, wird in Oslo die deutsche Botschafterin und ihr Sicherheitschef ermordet. Der Profiler und sein Team werden gemeinsam mit einer Mitarbeiterin des BND nach Norwegen geschickt um die örtlichen Behörden bei der Mordermittlung zu unterstützen. Doch diese zeigen sich wenig kooperativ und schon bald bekommt es Sneijder und Nemez mit einem Gegenspieler zu tun, der keine Skrupel kennt. Denn er schreckt auch nicht vor der Tötung von Mitgliedern aus Sneijder's Team zurück. Und zu guter Letzt scheint der Maulwurf seine Fänge bis nach Oslo auszustrecken, um Sneijder und sein Team zu eliminieren. Diesmal entführt Andreas Gruber den Leser nach Skandinavien. Obwohl man das ganz spezielle Wesen des Maarten S. Sneijder ja schon aus den Vorgängerbänden kennt, gibt es von ihm natürlich auch eine geballte Ladung, denn keiner kann so unsympathisch wirken wie er. Aber in diesem Band darf man ihn auch von einer ganz anderen Seite kennenlernen, den der Fall bringt ihn an persönliche Grenzen. Und damit kommt man auch schon an einen wichtigen Punkt: Was anfangs wie Ermittlungen an einem Doppelmord beginnt, wird immer vielschichtiger und verwoben. Mit jeder gelesenen Seite zog mich der Autor immer mehr in denn Bann der Story. War ich von den Vorgängerbänden schon immer überzeugt, faszinierte mich dieser neue Fall zusätzlich durch Vorgänge innerhalb des Ermittlerteams. Momente voller Adrenalin wechseln sich mit bewegender Emotionalität ab. Diese Mischung erzeugt wieder bestes spannendes Lesevergnügen und diese Reihe hat auch mit dem sechsten Band in keiner Weise nachgelassen. Ganz klar von meiner Seite das Urteil: "Maarten S. Sneijder at his Best". Und nachdem ich schon die schlimmsten Befürchtungen gegen Ende der Geschichte hatte, beendete am Schluss Andreas Gruber mit zwei Worten diesen Band, die mich schon jetzt neugierig hinterlassen. Ich sage nur Codewort "Eichkätzchen".

Bewertung auf meiner Skala:

100%

Sonntag, 19. September 2021

Matthias Bürgel - Akte Kronos

 


Kurzbeschreibung:

Der renommierte Krebsforscher Prof. Dr. Dr. Harmut Wilberg wird tot in einem Hotelzimmer aufgefunden. Mit seiner Doktorandin, Sina Forget, war es ihm gelungen ein Therapeutikum gegen alle Arten des Krebses zu entwickeln. Alle Anzeichen deuten auf einen Suizid Wilbergs hin. David Sprenger, ein erfahrener Kriminalist, glaubt jedoch nicht an den Freitod Wilbergs und beginnt, entgegen allen Anweisungen seiner Vorgesetzten und der Staatsanwaltschaft auf eigene Faust zu recherchieren. Die Entdeckung Willbergs läuft nicht nur politischen Interessen, sondern auch den Interessen mächtiger Individuen und Konzerne zuwider. Ohne es zu ahnen, kommt Sprenger bei seinen Nachforschungen einem Geheimbund zu nahe. Für Sprenger beginnt ein Wettlauf um Leben und Tod.

Buchdaten:

Taschenbuch: 428 Seiten
Erscheinungsdatum: 15. September 2017
ISBN: 9783744810371

Meine Meinung:

"Akte Kronos" ist der zweite Fall aus der David-Sprenger-Reihe von Matthias Bürgel. Alles deutet auf einen Suizid des Krebsforschers Wilberg hin, doch der ermittelnde Beamte David Sprenger hat daran seine Zweifel. Die Assistentin des Professors ist kurz nach der Tat spurlos verschwunden und als Sprenger auf Anweisung der Staatsanwaltschaft die Ermittlungen verboten werden ist er erst recht misstrauisch und geht der ganzen Sache nach. Doch je mehr er in dem Fall recherchiert, umso mehr wird er selbst zum Gejagten. Es scheint es geht um viel mehr und mächtige Gegner wollen, je mehr er herausfindet, seinen Tod. Was als Kriminalfall beginnt entwickelt sich schnell zum actionreichen Thriller. Ein Geheimbund, der die Mächtigen der Welt zu lenken scheint und um jeden Preis dieses Geheimnis bewahren will. Matthias Bürgel erzählt diesen Thriller temporeich im Stile eines Dan Brown. Dabei kommen Leser, die Thriller mit Verschwörungstheoretikern und Geheimorganisationen lieben auf ihre Kosten. David Sprenger ist kein klassischer Ermittler, vielmehr geht er selbst extreme Risiken ein, um die Hintergründe zu erforschen. Ein Kampf wie David gegen Goliath. In kurzen Kapiteln mit wechselnden Handlungsorten wird man als Leser auf eine spannende Jagd nach den Hintermänner mitgenommen, wobei Sprenger und die junge Doktorandin Sina selbst Gejagte im Katz-und Maus-Spiel sind. Als die Fäden am Ende zusammenlaufen wird man aber nochmal komplett überrascht, denn so manche Maske fällt erst zum Schluss. "Akte Kronos" ist für mich ein lesenswerter und gelungener Thriller mit einer Prise "Professor Langdon", kurzweilig und spannend.

Bewertung auf meiner Skala:

95%


Dienstag, 14. September 2021

Ellin Carsta - Der große Aufbruch

 


Kurzbeschreibung:

Kamerun 1897: Nach ihrer Ankunft in Kamerun will Luise einfach nur vergessen und die schrecklichen Ereignisse der vergangenen Wochen hinter sich lassen. Aber eine Frage beschäftigt sie doch: Wie wird sich ihr Wiedersehen mit Hamza, ihrer einstigen Liebe, nach so vielen Jahren gestalten? Dann erreicht Luise eine Nachricht, die sie vor eine äußerst schwierige Entscheidung stellt. Ihr Noch-Ehemann Hans hat nicht in ihren Scheidungsantrag eingewilligt und versucht, ihre Anteile am Kontor in seinem Besitz zu halten. Hat er vor, die gesamte Familie zu ruinieren? Um das zu verhindern, müsste Luise persönlich vor Gericht in Deutschland erscheinen, dabei hatte sie sich geschworen, nie mehr einen Fuß in das Land zu setzen. Gelingt es Luise, nach den Schicksalsschlägen noch einmal ins Leben zurückzufinden?

Buchdaten:

Taschenbuch: 359 Seiten
Verlag: Tinte & Feder
Erscheinungsdatum: 17. August 2021
ISBN: 9782496706857

Meine Meinung:

"Der große Aufbruch" ist der achte und finale Band der Hansen-Saga von Ellin Carsta. Nach dem schweren Verlust ihrer Tochter flüchtet Luise nach Kamerun auf die Kakaoplantage ihres Vaters. Ihr Lebensmut ist am Tiefpunkt. Doch dort findet sie zunehmend wieder ins Leben zurück, vornehmlich durch Hamza , ihre einstige Liebe, und dessen Vater. Währenddessen brauen sich in Hamburg erneut dunkle Wolken über dem Kontor der Hansen zusammen. Der Noch-Ehemann von Luise kann den Familienbesitz gefährden und scheint dies auch im Sinn zu haben. Luise muss daher nochmal nach Hamburg reisen um einen wichtigen Strich unter ihr bisheriges Leben zu ziehen. Viele offene Handlungsstränge gab es noch aus dem Vorgängerband und man durfte gespannt sein, wie Ellin Carsta diese vollendet. Für mich schloss sich ein Handlungsbogen, der seinen Ursprung ganz zu Beginn der Saga hatte. Hamza und Luise rücken wieder mehr in den Mittelpunkt, am Ende gilt es im wahrsten Sinne Abschied zu nehmen. Aber so mancher kleine Handlungsstrang der im Laufe der Saga begann, findet auch im Kleinen sein Ende, ohne dass es weiteren Einfluss auf das Gesamte nimmt. Der Leser bekommt nochmal Einblick in das Geschehen in Wien, Kamerun und Hamburg, so einige Charaktere werden nochmal ihrer ganzen Rolle gerecht. Manches ist etwas vorhersehbar, doch es gibt auch die kleinen Überraschungen, mit denen man nicht ganz gerechnet hat. Revue passierend findet die Saga mit diesem Band ein für Luise versöhnliches Ende, für den Leser findet eine stimmige Geschichte ihren guten Abschluss. Ellin Carsta gelingt es, dass wenn man die letzte Seite des Buches zuschlägt, ein Gefühl bei mir als Leser zu hinterlassen dass zu einem ein klein wenig Wehmut ist weil es zu Ende ist, aber auch Dankbarkeit über eine gelungene Familiensaga, die mir in Erinnerung bleiben wird. Für die vielen schönen Lesestunden daher ein Dankeschön an Ellin Carta und ich bin sehr gespannt auf welche Lesereise sie mich zukünftig schicken wird.

Bewertung auf meiner Skala:

95%