Dienstag, 23. Juli 2019

Michael Gerwien - Monacomord


Kurzbeschreibung:

Ein warmer Herbst in München. Max Raintaler wird von seinem alten Freund und Exkollegen bei der Kripo, Franz Wurmdobler, als Berater engagiert, um einen rätselhaften Todesfall aufzuklären. Die junge Julia Bauretter soll in den Isarauen nördlich des Tierparks Hellabrunn von ihrem Mann erschlagen worden sein. Nachdem Max die Ermittlungen aufgenommen hat, wächst sich der Fall zu einem Familiendrama ungeahnten Ausmaßes aus. Während er versucht, den Täter zu entlarven, gerät er selbst ins Visier eines rachsüchtigen Attentäters …

Buchdaten:

Taschenbuch: 283 Seiten
Erscheinungsdatum: 10. Juli 2019
ISBN: 9783839224779

Meine Meinung:

"Monacomord" ist der elfte Band aus der Max-Raintaler-Reihe von Michael Gerwien. Eine junge Frau wird tot am Isarufer aufgefunden und der Ex-Kommissar soll diesmal wieder als Berater die Münchner Kripo bei der Aufklärung des Todesfall unterstützen. Kaum das er mit seinen Recherchen begonnen hat, passieren in der Familie der Frau weitere Todesfälle. Zufall oder doch gezielte Morde? Und dann scheint Raintaler die Vergangenheit einzuholen. Ein entlassener Häftling scheint es auf ihn abgesehen zu haben, hat Raintaler ihn doch vor einigen Jahren hinter Gitter gebracht. Michael Gerwien lässt diese beiden Handlungsstränge parallel durch die Geschichte laufen und doch verknüpft er sie in der Person Max Raintaler. Diesen zieht es bei seinen Ermittlungen mit seinem Fahrrad quer durch München und lässt mich als Münchner im Geiste all die bekannten Orte mitverfolgen. "Monaco di Baviera", die nördlichste Stadt Italiens wie es manchmal so schön heißt - Erst während des Lesens wird klar warum es nicht einfach "Münchenmord" heißt, aber dazu sei nicht zuviel verraten. Obwohl Regionalkrimi, verleiht Michael Gerwien seinen Protagonisten auch den nötigen Witz. Max Raintaler, der gerne mal andere provoziert, dann aber bei der ärztlichen Behandlung zum Hypochonder wird, das sorgt immer wieder zwischendrin für Lacher. "Monacomord" liest sich leicht und flüssig, ein netter München-Krimi zum Entspannen an den derzeitigen sonnigen Sommerabenden.

Bewertung auf meiner Skala:

85%

Sonntag, 21. Juli 2019

Eva Reichl - Mühlviertler Rache


Kurzbeschreibung:

Ein Toter auf den Bahngleisen zwischen Freistadt und Summerau gibt Oskar Stern und Mara Grünbrecht vom LKA Linz Rätsel auf. Der Mann war offenbar an die Schienen gefesselt worden, der heranrasende Zug erledigte den Rest. Doch was hat das Opfer getan, dass es einen derart grausamen und theatralisch inszenierten Tod verdiente? Als seine Identität geklärt ist, haben Chefinspektor Stern und sein Team bald mehr Verdächtige, als ihnen lieb ist: Denn der Tote war Scheidungsanwalt.

Buchdaten:

Taschenbuch: 344 Seiten
Erscheinungsdatum: 10. Juli 2019
ISBN: 9783839225158

Meine Meinung:

"Mühlviertler Rache" ist der zweite Band aus der Chefinspektor-Stern-Reihe von Eva Reichl. Oskar Stern, der eigentlich gerade auf seine Enkelkinder aufpassen soll, wird zu einem Tatort in der Nähe von Freistadt gerufen. Ein Mann wurde vom Zug überrollt und vor Ort stellt man fest, dass er auf den Gleisen festgebunden war. Ein grausamer Mord, bei dem auch noch gleich der neunjährige Enkelsohn den Kopf der Leiche findet. Dieser aber nicht traumatisiert, im Gegenteil. Oskar Stern hat ab diesem Zeitpunkt einen "Hilfssheriff", das macht es für ihn nicht leichter mit den Ermittlungen. Wie auch schon im ersten Band sind durch die kleinen Tollpatschigkeiten des in die Jahre gekommenen Chefinspektor für den Leser so einige Schmunzler beim Lesen dabei. Speziell die Kombination mit seiner jungen Gruppeninspektorin Grünbrecht sorgt immer wieder für heitere Momente beim Lesen. Mal lässt er sie eine Stunde im Auto warten, während er dem Kuchen einer Verdächtigen nicht widerstehen kann, mal wenn es wieder um die unterschiedliche Auffassung von Geschwindigkeit bei einer Einsatzfahrt geht. Aber auch die klassische Polizeiarbeit kommt nicht zu kurz. Unterlagen wälzen, Spurensicherung und Befragungen, akribisch nähern sich die Ermittler dem Täter und der Aufklärung der Tat, die ihren Ursprung 18 Jahre früher hat. Oskar Stern ist ein angenehmer Kommissar. Eva Reichl zeichnet mit ihm eine Figur, die man sich bestens vorstellen kann. Seine kleinen Fehler, seine Liebe zu seiner Familie, seine Fürsorge für sein Team, aber auch seine Beharrlichkeit - all dies sorgt dafür das man von ihm noch weitere Fälle aus dem Mühlviertel lesen möchte. Eva Reichl ist mit ihrem zweiten Band eine gute Fortsetzung dieser Reihe gelungen, ein österreichischer Regionalkrimi der Spaß macht zu lesen.

Bewertung auf meiner Skala:

85%

Montag, 15. Juli 2019

Rolf Mai - Brunzkachl


Kurzbeschreibung:

Kommissar Herbert Wamprechtshammer hat’s nicht leicht. Erst auf Reha dank Hexenschuss und jetzt auch noch eine Isarleiche. Dem Opfer wurden sämtliche Gliedmaßen fein säuberlich amputiert und das Herz bei lebendigem Leibe herausgeschnitten. Als sich zu der Leiche auch noch ein grausam zu Tode gefolterter Fitnesstrainer und eine verschwundene Finanzbeamtin gesellen, sind der Kommissar und seine Kollegen Theresa Gruber und Siegfried Leininger gefordert. Ein Serienmörder treibt sein böses Spiel in der Isarmetropole. Doch ohne ein gewisses Quantum an Münchner Gemütlichkeit, Bier und Hendl läuft beim "Berti" Wamprechtshammer gar nichts.

Buchdaten:

Taschenbuch: 288 Seiten
Erscheinungsdatum: 4. Juni 2019
ISBN: 9783963110948

Meine Meinung:

"Brunzkachl" ist der Debütkrimi von Rolf Mai. Dabei bekommt es der Münchner Kommissar Berti Wamprechtshammer mit grausam zugerichteten Opfern zu tun. Bei den Ermittlungen stehen ihm seine beiden Kollegen, die Halbasiatin Reserl und der fränkische Sigi, zur Seite. Wer jetzt aber einen brutalen Krimi erwartet, ist falsch. "Brunzkachl" ist zwar ein Regionalkrimi, aber hat fast was von einer Komödie. Der Leser lernt den Kommissar als einen Ermittler kennen, der stets um sein leibliches Wohl bemüht ist. Hopfen und Malz, einige Schnapserl und bayerische Kost genießt dieser reichlich und in allen Variationen, strahlt damit urbayerische Gemütlichkeit aus. Dieser München-Krimi ist darauf ausgelegt den Leser zu erheitern und die Ermittlungen nicht bierernst zu nehmen. Mit realer Ermittlungsarbeit hat es wenig zu tun und als Leser hat man schon einen klaren Vorteil, wenn man den Münchner Dialekt kennt. Für mich daher kein Problem und ich konnte mir daher die Szenarien bestens vorstellen. Natürlich packt der Autor dabei auch so einige Klischees in diese Geschichte, manches ist aber in München durchaus so täglich zu beobachten. So ist Rolf Mai mit seinem ersten Fall des Berti Wamprechtshammer ein unterhaltsamer München-Krimi gelungen, der mit origineller Komik punktet. Wer Ermittler wie Falk's "Eberhofer" oder Schröfl's "Sanktus" mag, der könnte mit "Berti" und seinem Team auch seine Lesefreude haben.

Bewertung auf meiner Skala:

80%

Dienstag, 9. Juli 2019

Mira Beller - Unartig



Kurzbeschreibung:

Laure Winter ist eine junge erfolgreiche Journalistin und lebt in einer glücklichen Beziehung mit dem lebenslustigen Paolo. Sie genießt ihr Leben in vollen Zügen bis zu dem Zeitpunkt, als ein längst vergangener Alptraum wieder in ihr Bewusstsein dringt. Fortan kämpft sie mit bösen Träumen, seltsamen Bildern, Ohnmachtsanfällen und widersprüchlichen Gefühlen. Zudem kreisen ihre Gedanken unentwegt um ihren ehemaligen Stiefvater Leonhard. Wie passt das alles nur zusammen? Doch bevor sie genug Licht ins Dunkel bringen kann, nimmt die Misere bereits ihren Lauf.

Buchdaten:

Ebook: 134 Seiten
Verlag: neobooks
Erscheinungsdatum: 6. Juni 2019
Format: EPUB
ISBN: 9783748596516

Meine Meinung:

"Unartig" ist der erste Roman von Mira Beller (einem Autorenpseudonym von Stefanie Streibl). Es handelt sich dabei um einen Psychothriller, der das sensible Thema des Kindesmissbrauchs aufgreift. Es geht dabei um die 25-jährige Laure, die plötzlich wieder mit den Folgen des Missbrauchs durch ihren Stiefvater kämpft. Immer wieder erlebt sie in ihren Alpträumen die Geschehnisse 17 Jahre vorher. Die Autorin lässt dabei den Leser immer wieder an den Geschehnissen in der Gegenwart, sowie in Rückblenden in der Vergangenheit an der Story teilhaben. Anfangs hatte ich dabei hier meine Probleme dem ganzen korrekt zu folgen und musste sehr aufmerksam lesen. Denn die Kapitel sind auch nochmal in Unterabschnitte gegliedert, eine Vorgehensweise, mit der ich anfangs kämpfte. Aber nach und nach kam ich immer mehr rein und erfasste die Puzzleteile. Für den Leser wird dabei immer klarer wie alles zusammenhängt und der Zuspitzung der Geschehnisse folgt das Unvermeidbare. In Summe für mich ein gutes Erstlingswerk, teilweise mit ganz anderen Ansätzen als der klassische Thriller. Aber teilweise war für mich auch schnell einiges zu sehr klar, hier gibt es noch etwas Potential nach oben um mich im Unklaren zu lassen. Der Einstieg in die Thrillerwelt ist Mira Beller aber durchaus gelungen.

Bewertung auf meiner Skala:

70%

Sonntag, 7. Juli 2019

Robert Fabbri - Vespasian: Das Blut des Bruders


Kurzbeschreibung:

45 A. D.: Vespasians Bruder Sabinus wurde von Druiden gefangen genommen, den gefürchteten Dienern der Geister und Dämonen Britanniens. Vespasian muss Sabinus vor dem Opfertod retten – und zugleich den Kampf gegen seinen alten Feind Caratacus fortsetzen, der die Eroberung der Insel durch List und Niedertracht verhindert.
Nachrichten aus Rom verheißen nichts Gutes: Am wenigsten Kontrolle über das Reich hat der unbeholfene Kaiser Claudius selbst, der die Menge durch blutrünstige Spiele bei Laune hält. Seine unersättliche Gemahlin Messalina weiß ihn durch ihre Einflüsterungen zu lenken. Claudiusʼ drei Freigelassene ringen um die Macht, und kaum aus Britannien zurückgekehrt, wird Vespasian in ihre Intrigen hineingezogen …

Buchdaten:

Taschenbuch: 624 Seiten
Erscheinungsdatum: 18. Juni 2019
ISBN: 9783499276446

Meine Meinung:

"Das Blut des Bruders" ist der fünfte Band aus der Vespasian-Reihe von Robert Fabbri. Er erstreckt sich diesmal über den Zeitraum Frühjahr 45 - Januar 49 A.D. und ist in vier Teile gegliedert. In den ersten beiden ist Vespasian noch immer auf Feldzug in Britannien und muss dabei auch seinen Bruder Sabinus aus den Fängen der Druiden befreien. Gleichzeitig gelingt es ihm aber immer noch nicht gegen Caratacus den entscheidenden Schlag zu führen. Immer wieder macht ihm ein Spion das Leben schwer und mit Mühe entkommen die Brüder den Fängen der Druiden. Zurück in Rom wird Vespasius gleich wider Willen in die politischen Ränkespiele verwickelt. Rom gleicht einer Schlangengrube und inmitten die Kaiserin Messalina, die all ihre Macht auszuspielen versucht. Vespasian muss erneut alles unternehmen um sich und seine Familie vor diesem Machtdurst zu schützen und in Sicherheit zu bringen. So ist er selbst gezwungen zu allen Mitteln zu greifen. Fabbri beschreibt die Zusammenstöße mit den Druiden fast mystisch, manchmal meint man fast Vespasian hat es mit übersinnlichen Kreaturen zu tun. Irgendwie empfand ich das ein klein wenig überspitzt und hatte daher diesmal ein wenig Probleme mir das vorzustellen. Dagegen die Rückkehr Vespasians nach Rom und all die Intrigen rund um Kaiser Claudius fand ich wieder hervorragend in Szene gesetzt. Man fiebert richtig mit, Verrat und Allianzen, Freund und Feind, all dies macht auch diesen Band wieder zu einer gelungenen Fortsetzung. Immer mehr erfährt man über das Leben Vespasians, das ist wirklich tolle römische Geschichte in Romanform. Schon jetzt bin ich sehr auf den sechsten Band gespannt und die Fortschreibung der Ereignisse im alten Rom.

Bewertung auf meiner Skala:

85%

Freitag, 28. Juni 2019

Jennifer B. Wind - Die Maske der Gewalt


Kurzbeschreibung:

LKA-Ermittler Richard Schwarz weiß genau, wie es ist, einem skrupellosen Mörder ausgeliefert zu sein. Seit dem Tag, an dem seine Mutter durch die Hand eines Freiers starb und er selbst schwer verletzt wurde, versucht er, seine eigene Verwundbarkeit hinter einer Maske zu verbergen. Als in Wien kurz nacheinander die Leichen zweier Frauen gefunden werden, setzt Richard alles daran, den Täter zu finden: Seine einzige Spur ist das merkwürdige Muster der Stichverletzungen auf ihren Körpern. Bis die Gerichtspsychiaterin Theres Lend sich an ihn wendet: Sie glaubt, den Mörder zu kennen. Als Richards Schwester Sarah in München aus ihrem eigenen Zirkus entführt wird, spitzt sich die Lage zu. Für den Ermittler zählt jede Sekunde. Er muss Sarah retten, einen Mörder überführen – und seine eigenen Dämonen besiegen.

Buchdaten:

Taschenbuch: 432 Seiten
Verlag: Edition M
Erscheinungsdatum: 11. Juni 2019
ISBN: 9782919804139

Meine Meinung:

"Die Maske der Gewalt" ist der erste Band aus der neuen Richard-Schwarz-Reihe von Jennifer B. Wind. Dabei bekommt es der neue Ermittler mit zwei Frauenleichen zu tun, die beide sehr ungewöhnliche Stichverletzungen haben, fast wie ein Muster. Aber zeitgleich wird seine Schwester, die in München einen Zirkus leitet, entführt. Für Richard Schwarz eine Zerreißprobe und ein Kampf an zwei Fronten. Jennifer B. Wind lässt hier zum ersten Mal in ihren Büchern einen Serienermittler zum Zuge kommen und zugleich einen, der selbst vom Schicksal gezeichnet ist. Als kleiner Junge wurde er durch einen heißen Topf von der Herdplatte verbrüht und musste auch noch den Tod der Mutter miterleben. In kleinen Rückblenden wird einem als Leser dabei die Person Schwarz und dessen Charakter anschaulich dargestellt. Jetzt in der Gegenwart erlebt man ihn als sympathischen, aber auch konsequenten Ermittler. Die beiden Handlungsstränge in Wien und München ergänzen sich dabei sehr gut und es gefällt, dass Richard Schwarz nicht nur als Einzelgänger unterwegs ist. Im Gegenteil, durch die Zusammenarbeit mit Kollegen und den Zirkusleuten werden diese beiden Stränge realistisch dargestellt. Die Gerichtspsychiaterin Theres bekommt im Laufe der Geschichte eine immer wichtigere Rolle, die gar in einem geschickten Cliffhanger für den Folgeband mündet. Die Kombination der Themen "häusliche Gewalt, Drogen und Onlinespielsucht" sind der Autorin dabei sehr gut gelungen. Als Leser fliegt man nur so über die kurzen Kapitel, der Spannungsbogen baut sich stetig auf. Bis zum Schluss bleibt der Täter für den Leser im Verborgenen. Der Epilog rundet diesen ersten Band stimmig ab, man bekommt einen Einblick was einen im Folgeband erwarten könnte. Haben mir schon die ersten Thriller von Jennifer B. Wind in der Vergangenheit sehr gut gefallen, so konnte sie mich auch mit ihrer neuen Reihe überzeugen. Richard Schwarz, ein LKA-Ermittler von dem ich mehr lesen möchte.

Bewertung auf meiner Skala:

95%

Samstag, 22. Juni 2019

Andreas Franz - Blutwette


Kurzbeschreibung:

Frankfurt heute: Ein Sportler hat Selbstmord begangen. Scheinbar genoss er einen tadellosen Ruf, doch hinter der glänzenden Fassade tut sich nach seinem Ableben ein Abgrund auf: Drogen, Glücksspiel, hohe Schulden und eine bevorstehende Trennung. Julia Durant möchte diesen neuen Erkenntnissen auf den Grund gehen, doch ständig werden ihr Steine in den Weg gelegt. Durch Zufall stößt sie auf einen Mord, der Jahre zuvor an einer Südeuropäerin begangen wurde, bei der Sein und äußerer Schein auch weit auseinanderzuklaffen schienen. Gibt es einen Zusammenhang zwischen den beiden Toten? Und was hat die beiden verbunden?

Buchdaten:

Taschenbuch: 400 Seiten
Verlag: Knaur TB
Erscheinungsdatum: 20. August 2018
ISBN: 9783426520840

Meine Meinung:

"Blutwette" ist der achtzehnte Fall aus der Julia-Durant-Reihe von Andreas Franz. Nach dem Tod von Franz führt seit dem zwölften Band Daniel Holbe diese Reihe unter dessen Name fort. Ich lese diese Reihe schon seit vielen Jahren und bin jedes Mal gespannt auf den neuen Fall. Die Protagonisten sind dabei schon alte Bekannte und daher bin ich auch immer wieder neugierig wie es in deren Privatleben weitergeht. Julia Durant muss sich diesmal mit dem Tod ihres Vaters auseinandersetzen und zugleich reißt der aktuelle Fall auch bei ihr alte Wunden auf bzgl. Kinderlosigkeit. Als dann auch noch bei einem Undercover-Einsatz ihr Kollege Kulmer schwerstverletzt wird und um sein Leben ringen muss, gibt es für die Frankfurter Kommissarin kein Pardon mehr. Gemeinsam mit ihrem Team und der Unterstützung des Offenbacher Kollegen Peter Brandt versucht sie Licht ins Dunkel einer Welt von Glücksspiel, Drogen und Misshandlung zu bringen. Dabei scheint auch so mancher Prominente etwas verbergen zu haben. Der Autor lässt in diesem Buch diesmal den Leser mehrere Handlungsstränge verfolgen, die zwar zusammenhängen aber für mich nicht immer ganz konsequent zu Ende geführt werden. Teilweise bleibt einem das Herz stehen, wie zum Beispiel bei Kulmer auf der Intensivstation, dann aber verlaufen andere Teile ein wenig im Sand. Hier hätte ich mir gewünscht, dass diese genauer zu Ende geführt wären. Dadurch entsteht für den Leser manchmal eine kleine Verwirrung und Ratlosigkeit. Julia Durant und ihrem Team merkt man die Abnutzungserscheinungen an, mir als Leser ging es auch ein wenig so. Ich könnte mir vorstellen, dass diese Reihe auch mal einen würdigen Dienstschluss findet. "Blutwette" ist ein solider guter Krimi, aber kommt nicht an frühere Bände ganz heran.

Bewertung auf meiner Skala:

75%