Sonntag, 24. März 2019

Oliver Kern - Sau am Brett


Kurzbeschreibung:

Das Sautrogrennen - für die einen eine legendäre Veranstaltung am Freudensee im Bayerischen Wald. Für die anderen eher die Regatta des ländlichen Proletariats. Zu diesen anderen zählt sich auch der Fellinger, seines Zeichens Lebensmittelkontrolleur und Hobbyermittler. Eigentlich wollte der Fellinger nämlich zur Polizei. Aber das ist eine andere Geschichte. Damals, beim letzten Sautrogrennen ist der Löffelmacher unter ungeklärten Umständen ertrunken. Tragisch. Und jetzt stirbt beim Bruder vom Löffelmacher, der sich als Gastronom verdingt, ein Tourist an vergiftetem Schweinsbraten. Ob beides zusammenhängt? Ehe er sich's versieht, hängt Fellinger mitten in einem neuen Fall.

Buchdaten:

Taschenbuch: 336 Seiten
Verlag: Heyne Verlag
Erscheinungsdatum: 11. März 2019
ISBN: 9783453438705

Meine Meinung:

"Sau am Brett" ist der zweite Fall aus der Fellinger-Reihe von Oliver Kern. Berthold Fellinger, seines Zeichens Lebensmittelkontrolleur im Bayerischen Wald, genießt gerade sein Bier im Landgasthof als er Zeuge wird, wie ein Tourist ganz plötzlich sein Leben beim Genuss des bayerischen Schweinsbratens aushaucht. Schnell wird klar, dass dies kein natürlicher Tod war. Als Fellinger auch noch in Bestechungsverdacht gerät, denn er hätte angeblich gegen Geld bei der Hygienekontrolle im Landgasthof nicht so genau hingesehen, hält ihn nichts mehr von eigenen Ermittlungen ab. Schnell wird er immer tiefer in das Geschehen verstrickt. Auch dieser zweite Fall des verkappten Polizisten lebt von der Situationskomik und dem Charme des Protagonisten. Man kann sich bildlich richtig den teils tollpatschigen, dann aber wieder impulsiven niederbayerischen Grantler bestens vorstellen, der es immer wieder schafft in brenzlige Situationen zu kommen. Für den Leser hat dies dann immer etliche Lacher zur Folge. Mit Wortwitz lässt Oliver Kern seine Personen handeln, als Leser hatte ich aber dann doch bald einen Verdacht wer und was hinter den Taten steckt. "Sau am Brett" ist aber trotz allem ein kurzweiliges und unterhaltsames Lesevergnügen. Ein Kriminalfall im Stile eines "Eberhofer", lustig und erfrischend.

Bewertung auf meiner Skala:

85%

Montag, 18. März 2019

Thomas Erle - Das Lied der Wächter - Der Gesang


Kurzbeschreibung:

Auch 16 Jahre nach dem verheerenden Atomunfall gilt der Schwarzwald als verstrahlt und unbewohnbar. Auf der Suche nach seinen seit der Katastrophe verschollenen Eltern dringt Felix immer tiefer in das Sperrgebiet vor. Er trifft auf Gutes und Bedrohliches und lernt auch mit dem ihm Unverständlichen umzugehen. Doch nicht nur die Natur, sondern auch die Menschen haben sich völlig verändert. Immer wieder begegnet Felix dem unheimlichen Gesang, einer Kraft, die niemand erklären kann, und die alles Leben bedroht …

Buchdaten:

Taschenbuch: 412 Seiten
Verlag: Gmeiner-Verlag
Erscheinungsdatum: 13. März 2019
ISBN: 9783839223543

Meine Meinung:

"Der Gesang" ist der zweite Band der Das-Lied-der-Wächter-Trilogie von Thomas Erle. Auch wie schon im ersten Band ist dieses Buch ebenfalls in drei Kapitel unterteilt, die nahtlos an die Geschehnisse aus Band Eins anschließen. Der 16-jährige Felix ist weiterhin auf der Suche nach seinen Eltern. Anfangs beginnt dies für den Leser ein wenig schleppend, denn man begleitet den Protagonisten eher nur auf seinem Weg durch den Schwarzwald. Aber mit zunehmender Seitenzahl geschehen wieder diverse Ereignisse und auch neue Personen treten in Erscheinung. So erlebt man mit Felix weitere Abenteuer, die dann wieder Spannung in die Geschichte bringen. Was es mit der Spinne und dem unheimlichen Gesang auf sich hat, bleibt aber weiterhin verborgen. Interessant ist auch diesmal, das Felix weiterhin den jeweiligen Charakteren anscheinend nur auf eine gewisse Zeit begegnet. Immer wieder muss er sich trennen um sein Ziel weiter zu verfolgen. Und letztendlich führt es ihn an den gesuchten Ort. Völlig offen bleibt aber wie es für ihn weitergeht und wie alles miteinander verwebt ist. Der Leser muss auf die Auflösung im abschließenden Band der Trilogie warten. Wichtig ist, das man unbedingt mit dem ersten Band zu lesen beginnen muss. Ein Quereinstieg in diesen Band wäre nicht sinnvoll, den die Geschichte baut logisch aufeinander auf. Gut gefällt auch, dass der noch unbedarfte Felix aus dem ersten Band hier eine Entwicklung durchlebt. Er weiß die Gefahren besser einzuschätzen, um sein Vorankommen zu sichern. In Summe hinterlässt bei mir dieser zweite Band noch etliche offene Fragen. Aber dies ist gut, denn damit bleibt die Vorfreude auf den Abschluss der Trilogie erhalten. Man darf also gespannt sein auf September 2019, wenn "Das Gesetz" das Lied der Wächter auflöst.

Bewertung auf meiner Skala:

85%

Mittwoch, 13. März 2019

Anne Nørdby - Kalter Strand


Kurzbeschreibung:

»Und jetzt zu deiner neuen Aufgabe: Kaufe vier Benzinkanister, gehe zu einem Haus in deiner Nachbarschaft - aber eines, in dem auch Menschen sind! - und schütte das Benzin dort aus. Mit der Fackel zündest du das Haus an! Widersetzt du dich meinem Befehl, bekommst du Stefanies Kopf mit der Post zugeschickt.
Du hast nur heute Nacht Zeit!
Und vergiss nicht: Ich sehe alles.
DAS AUGE.«

Buchdaten:

Taschenbuch: 473 Seiten
Verlag: Gmeiner-Verlag
Erscheinungsdatum: 13. März 2019
ISBN: 9783839224250

Meine Meinung:

"Kalter Strand" ist der erste Band einer skandinavische Krimi-Reihe rund um den deutsch-schwedischen Kommissar Tom Skagen und das Ermittlerteam bei der Sondereinheit Skanpol von Anne Nørdby (einem Pseudonym der Autorin Anette Strohmeyer). Dieser wird aus Hamburg gemeinsam mit seiner Chefin Jette Veestergaard zur Unterstützung nach Dänemark angefordert. Am Strand wurde eine Frauenleiche aufgefunden und die Hinweise deuten auf ein deutsches Opfer hin. Vor Ort ergeben sich dann immer mehr mysteriöse Details die Fragen aufwerfen. Was geht in der Ferienhaussiedlung am Ringkøbing Fjord vor, man trifft auf eine Mauer des Schweigens. Anne Nørdby lässt dabei mehrere Handlungsstränge parallel laufen, die aber sehr gut und plausibel ineinander verzahnen. Das Thema "Stalking" und "Fremdsteuerung" wird dabei hervorragend spannend aufgegriffen. Mehr und mehr zieht einen die Autorin als Leser in die Geschichte und lässt einen damit auch nicht mehr los. Tom Skagen, selbst noch traumatisiert aus Ereignissen vor seiner Polizeikarriere, war für mich auf Anhieb als Ermittler dabei sympathisch. Trotz Widerstände geht er seinen Weg, klar fokussiert letztendlich auf den Ermittlungserfolg. Der Spannungsbogen des Thriller nimmt dabei stetig zu. Obwohl ich früh ein korrektes Bauchgefühl bzgl. des Täters hatte, bleibt dies aber bis zuletzt geschickt verborgen. Immer wieder führt die Autorin die Protagonisten an ihre Grenzen und als Leser ist man gespannt, ob diese überschritten werden. Wie weit werden sie gehen? Ein Experiment des Stalker, das fesselt. Mit dem Thriller "Kalter Strand" überzeugte mich Anne Nørdby restlos und ich hoffe von diesem neuen Ermittlerteam der Sondereinheit Skanpol in Zukunft mehr lesen zu dürfen. Ein sehr guter Einstieg in diese neue Reihe.

Bewertung auf meiner Skala:

100%

Dienstag, 5. März 2019

Stefan Schweizer - Die Akte Baader


Kurzbeschreibung:
 
Andreas Baader wächst ohne Vater bei Mutter, Tante und Großmutter auf. Früh zeichnen sich trotz verzweifelter Bemühungen der Mutter schulische Probleme und berufliches Scheitern ab. Baader schlittert in die Kriminalität, bewegt sich gern in der halbseidenen Münchener Schickeria, um dann in Berlin einen Politisierungsschub zu erfahren. Mit der Kommune 1 und der Kaufhausbrandstiftung 1968 vollzieht sich sein Weg vom Rebell zum Revolutionär. Mit der Gründung der linksrevolutionären Roten Armee Fraktion (RAF) wird er zum Staatsfeind Nr. 1!
 
Buchdaten:
 
Taschenbuch: 313 Seiten
Erscheinungsdatum: 7. Februar 2018
ISBN: 9783839222003
 
Meine Meinung:
 
"Die Akte Baader" ist ein biografischer Roman von Stefan Schweizer über den Terroristen Andreas Baader. Dieser war einer der führenden Mitglieder und Mitbegründer der ersten Generation der linksextremen Terrororganisation "Rote Armee Fraktion" (kurz RAF). Dieses Buch interessierte mich besonders, denn die Verbrechen und die zugehörigen Nachrichten erlebte ich selbst als kleiner Junge in den siebziger Jahren. Noch heute als Erwachsener sind mir diese Bilder aus den Nachrichten und Berichterstattungen präsent im Kopf. Stefan Schweizer konzentriert sich in diesem Roman auf die Person Baader, aber natürlich kommen darin auch die Taten der RAF vor, sowie seine Gesinnungsgenossen - allen voran Gudrun Ensslin und Ulrike Meinhof. Einigen dürfte daher auch noch der Begriff "Baader Meinhof Bande" in Erinnerung sein. Aber wer steckte hinter diesem Mann und wie wurde er zum Terroristen? Beginnend in der Kindheit wuchs Baader ohne Vater, der im Krieg verschollen war, in Bayern auf. Schon früh zeigte er seine Auflehnung gegen Autoritäten und ein ausgeprägtes Ego. Diese Wesenszüge, sowie sein späteres Ringen um die alleinige Chefrolle innerhalb der RAF stellt dabei Stefan Schweizer sehr gut heraus. Auch diese Welt aus Rebellion und Drogenkonsum, die sich dann in schrecklicher Gewalt entlädt ist für den Leser greifbar. Viele damalige schrecklichen Ereignisse wurden mir beim Lesen wieder total in Erinnerung gerufen, noch heute habe ich dabei diese Bilder im Kopf. Ein Helmut Schmidt, der mit aller Härte den Rechtsstaat vertreten musste und andererseits Opfer wie Buback, Ponto und Schleyer. Dieser sogenannte "Deutsche Herbst" war beim Lesen dieses Roman für mich wieder total in greifbare Nähe gerückt. Das dieses Buch als biografischer Roman ausgelegt ist und nicht als reines Sachbuch hat mir gut gefallen. Andreas Baaders Leben gepackt in einen Kriminalroman, der die Fakten erzählt aber auch mit Fiktion arbeitet. Für mich ein sehr lesenswertes Buch und eine Erinnerung an die schlimmen Verbrechen in einer Zeit meiner Kindheit.
 
Bewertung auf meiner Skala:
 
100%
 

Samstag, 2. März 2019

Niklas Natt och Dag - 1793


Kurzbeschreibung:
 
Stockholm im Jahr 1793: Ein verstümmeltes Bündel treibt in der schlammigen Stadtkloake. Es sind die Überreste eines Menschen, fast bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Der Ruf nach Gerechtigkeit spornt zwei Ermittler an, diesen grausamen Fund aufzuklären: den Juristen Cecil Winge, genialer als Sherlock Holmes und bei der Stockholmer Polizei für »besondere Verbrechen« zuständig, und Jean Michael Cardell, einen traumatisierten Veteranen mit einem Holzarm. Schon bald finden sie heraus, dass das Opfer mit chirurgischer Präzision gefoltert wurde, doch das ist nur einer von vielen Abgründen, die auf sie warten …
 
Buchdaten:
 
Broschiert: 496 Seiten
Erscheinungsdatum: 1. März 2019
ISBN: 9783492061315
 
Meine Meinung:
 
"1793" ist ein historischer Kriminalroman von Niklas Natt och Dagg. Der Häscher Jean Michael Cardell wird von zwei Kinder gerufen um in der Stockholmer Stadtkloake einen verstümmelten menschlichen Torso zu bergen. Cecil Winge, im Dienste der Stockholmer Polizeikammer als Ermittler für besondere Verbrechen, beginnt gemeinsam mit Cardell in diesem besonderen Fall zu recherchieren. Als Leser trifft man dabei auf zwei besondere Charaktere. Cecil Winge ist schwer gekennzeichnet von Tuberkulose, seine Lebenszeit ist begrenzt. Cardell dagegen, verstümmelt und gekennzeichnet vom Krieg, verdient sich als Häscher und ist dem Alkohol reichlich zugetan. Die Darstellung dieser beiden Ermittler machte es mir schwer, sie in meiner Sympathieskala einen hohen Wert erreichen zu lassen. Generell ist der Roman in vier Teile gegliedert. In den ersten drei Abschnitten entführt der Autor den Leser dabei in komplett verschiedene Handlungsstränge zu verschiedenen Zeiten im Jahr 1793. Fast bekommt man das Gefühl, als das diese gar nichts miteinander zu tun haben. Erst im letzten Teil verweben diese zu einem Gesamtbild. Das Setting des Romans ist düster, fast mag ich sagen typisch skandinavisch. Seit Henning Mankell erlebe ich Kriminalromane aus Schweden immer mit Ermittlern, die entweder ein Alkoholproblem haben oder depressiv veranlagt sind. Dies ist etwas, das mich mittlerweile langsam, aber stetig stört. Auch in 1793 geht es ständig den Branntweinbeständen an den Kragen und man hat fast das Gefühl Stockholm besteht nur aus Alkoholikern. Vieles ist ungewöhnlich in diesem Roman und daher tat ich mich teilweise über lange Strecken schwer mit der Story warm zu werden. Trotzdem muss ich sagen, der Autor hat hier am Ende alles geschickt und konsequent zusammengeführt. In Schweden bekam er sogar für diesen historischen Roman auf Anhieb den Krimipreis für das beste Spannungsdebüt. Ich erachte dieses Debüt ebenfalls für mich als gut, aber nicht als perfekt. Dazu haben mich wie bereits erwähnt einige Dinge nicht so ganz mitnehmen können. In Summe aber trotzdem ein lesenswerter historischer Krimi.
 
Bewertung auf meiner Skala:
 
80%
 

Sonntag, 24. Februar 2019

David Gilman - Der Preis der Freiheit


Kurzbeschreibung:
 
In einem vom Krieg zerrissenen Land sucht ein Vater nach seinem Sohn.
Dublin, 1899
In Irland schwelt die Rebellion. Der Anwalt Joseph Radcliffe und sein Kamerad Benjamin Pierce übernehmen die härtesten Fälle. Doch Radcliffe hadert mit seinen Niederlagen und mit seinem einzigen Sohn, Edward. Der schifft sich nach einem Streit in Richtung Südafrika ein, um sich im Burenkrieg zu beweisen.
Südafrika, 1900
Als ehemalige US-Kavalleristen kann Radcliffe und Pierce wenig schrecken. Aber in der weglosen Steppe, achthundert Meilen nördlich von Kapstadt, lernen sie eine neue, blutige Realität des Krieges kennen. Unter Feuer von Burischen Schützen, ohne Rückhalt bei den Briten, suchen die alten Veteranen nach dem verlorenen Jungen …
 
Buchdaten:
 
Taschenbuch: 448 Seiten
Erscheinungsdatum: 19. Februar 2019
ISBN: 9783499274916
 
Meine Meinung:
 
"Der Preis der Freiheit" ist ein historischer Roman von David Gilman, der Anfang des 20. Jahrhunderts zur Zeit des zweiten Burenkrieges spielt. Die Handlung beginnt in Dublin. Der Anwalt Joseph Radcliffe ist dermaßen mit der Verteidigung eines jungen Fenier, einem Anhänger der irischen Unabhängigkeit beschäftigt, so dass er darüber hinaus seinen eigenen erst 16-jährigen Sohn Edward vergisst. Mangels väterlicher Zuneigung schifft sich dieser in einer Nacht- und Nebelaktion Richtung Südafrika ein, um sich im Burenkrieg zu beweisen. Getrieben von der Sorge um seinen noch einzig verbliebenen Sohn macht sich im zweiten Teil der Geschichte Radcliffe gemeinsam mit seinem Freund Pierce auf die Suche nach Edward. Beginnt die Geschichte anfangs noch schleppend, nimmt sie in dem Handlungsstrang in Südafrika immer mehr Fahrt auf. Obwohl es letztendlich in diesem Roman um eine Vater-Sohn Beziehung geht, erfährt der Leser auch viel aus den damaligen Kriegsjahren. Auf der einen Seite die Kolonialmacht der Briten, auf der anderen Seite die Buren. Sehr interessant ist dabei auch die Rolle der Iren, die sich auf beiden Seiten der Kriegsparteien fanden und dadurch bedingt sich oft ehemalige Nachbarn dann in der Schlacht als Feinde gegenüberstanden. Auch waren Rassismus und Konzentrationslager nicht erst Erfindungen der Nazis, schon die Briten hatten dies im Burenkrieg. Zwar waren diese keine Vernichtungslager wie im dritten Reich, aber Internierungslager für Farmbewohner, vor allem Frauen und Kinder. In diesen Lagern starben rund 26000 Menschen, was den katastrophalen Bedingungen durch Hunger und Krankheit geschuldet war. David Gilman verwebt in diesem Roman wieder geschickt Fiktion und tatsächliche Historie. Wie auch schon in seiner Reihe "Legenden des Krieges" merkt man seine intensive Recherchearbeit für das Buch und seine historischen Anmerkungen am Ende der Geschichte sind für den Leser sehr wertvoll. Für mich war aber auch die große Freundschaft zwischen Ratcliffe und seinem ehemaligen Kriegskameraden und gebürtigen Schwarzafrikaner Pierce, sowie die letztendliche grenzenlose Vaterliebe eine emotionale Bereicherung der Geschichte. Die Entwicklung dieser Beziehung hat mich sehr berührt. In Summe ist trotz eingangs erwähntem schleppenden Beginn dieser Roman für mich eine empfehlenswerte Lektüre und David Gilman ein Autor der wieder einmal sein ganzes Können beweist.
 
Bewertung auf meiner Skala:
 
90%
 

Mittwoch, 20. Februar 2019

Ulrich Radermacher - Hundsbua


Kurzbeschreibung:
 
Die elf Monate alte Sophia Christ wird aus dem Kindergarten entführt, doch die Ermittlungen gestalten sich schwierig. Was haben die Eltern mit dem Verschwinden des Mädchens zu tun? Wieso werden die Ermittler von anderen Verdächtigen nicht ernst genommen? Nicht nur Julia, die, wie der Franke Martin, als frischgebackene Kommissarin ins Team der Münchner Mordkommission zurückgekehrt ist, leidet unter Sophias Schicksal. Als Spuren nach Hamburg führen, spitzt sich die Lage zu. Offenbar kennen die Entführer nur ein Ziel, das sie ohne Skrupel verfolgen.
 
Buchdaten:
 
Taschenbuch: 248 Seiten
Erscheinungsdatum: 13. Februar 2019
ISBN: 9783839224120
 
Meine Meinung:
 
"Hundsbua" ist der dritte Band aus der Alois-Schön-Reihe von Ulrich Radermacher. Diesmal bekommt es der Kommissar mit eines Kindesentführung zu tun. Das Kleinkind Sophia wird vermisst, aber irgendwie scheinen die Eltern nicht großartig in Sorge darüber zu sein. Ebenso taucht auch kein Schreiben der Entführer auf. Die Ermittlungen ergeben Spuren nach Hamburg und so kommt Diana, eine Ex-Kollegin die mittlerweile bei der Hamburger Polizei ist, ins Spiel und es entsteht ein zweiter Ermittlungsort. Immer mehr konzentriert sich auf Norddeutschland. Ulrich Radermacher packt in diesen dritten Fall viel hinein. Privatleben der Ermittler, verschiedene Ermittlungsorte und diverse Spuren. So ist dies diesmal kein typischer München-Krimi wie die Vorgängerbände, aber trotzdem durchaus interessant. Verwundert war ich aber über einige Wesenszüge von Charakteren und man erfährt dann auch als Leser nicht wirklich warum diese Personen so sind wie sie dargestellt werden. Dadurch hinterlassen sie auch manchmal ein unglaubwürdiges Bild beim Leser. Nach und nach fügt sich zwar vieles zusammen, aber teilweise fehlte mir dabei das I-Tüpfelchen. Wie auch die Vorgängerbände lässt sich die Geschichte aber flüssig lesen und ist ein kurzweiliger Krimi. Auch verleitet durch das Buchcover aber hätte ich mir ein wenig mehr München-Kolorit gewünscht. In Summe ein guter solider Krimi mit auch einem anderen Ende als erwartet.
 
Bewertung auf meiner Skala:
 
80%