Montag, 6. Februar 2023

Robert Fabbri - Alexanders Erbe: Die Schlacht um den Thron

 


Kurzbeschreibung:

Die Todesursache Alexanders des Großen ist klar: Der Herrscher wurde ermordet. Aber von wem? Während Alexanders ehemalige Gefolgsleute um die Macht ringen, werden Familienbande, Freundschaften und politische Loyalitäten auf die Probe gestellt – eine Zerreißprobe, selbst für das mächtige Imperium, das Alexander der Große erschaffen hat. Schlachten toben, Armeen, Städte und Tausende von Menschenleben werden durch rücksichtslose Intrigen von denen zerstört, die sich zum König krönen wollen. Oder zur Königin … Könnte eine Vermählung das zerrissene Reich wieder zusammenfügen und jahrelangen Krieg abwenden? Wo kein Mann es vermag: Wird eine Frau den Sieg davontragen?

Buchdaten:

Taschenbuch: 512 Seiten
Verlag: Rowohlt
Erscheinungsdatum: 15. November 2022
ISBN: 9783499010224

Meine Meinung:

"Die Schlacht um den Thron" ist der dritte Band der Reihe des Ende des Alexanderreichs von Robert Fabbri. Alexander der Große hat das riesige makedonische Reich ohne einen Nachfolger zu benennen hinterlassen. Nach Alexanders Tod erwies sich die Loyalität zu seiner Familie, die keinen herrschaftsfähigen Nachfolger stellen konnte, als sehr begrenzt. Alexanders ehemalige Feldherren übernahmen die Regentschaft und das Weltenreich wurde in etliche Kriege verwickelt. Die Schlacht um den Thron hat mittlerweile zwei große Brennpunkte erreicht. Im Westen belagert Kassandros, Sohn des Antipatros, die Stadt Pydna mit dem Ziel die grausame Mutter Alexanders Olympias zur Strecke zu bringen. Gleichzeitig messen sich im Osten des Reiches Eumenes, der listige Grieche, mit Antigonos, dem Einäugigen. Zwei riesige Heere treffen letztendlich zur finalen Schlacht bei Gabiene aufeinander. Robert Fabbri führt mit diesem dritten Band die Geschichte vom Ende des Alexanderreiches spannend fort. List und Intrigen, Bündnisse und Verrat, sowie blutige Schlachten um die Vorherrschaft im makedonischen Reich prägen diesen Band. Die Schlacht um den Thron erreicht in den zweiten Diadochenkriegen einen weiteren Höhepunkt und die Reihen der Anwärter auf den Thron lichten sich. Dem Autor gelingt dabei wie auch schon in seiner Reihe um den römischen Kaiser Vespasian mich als Leser immer mehr in den Bann dieser Story zu ziehen. Natürlich ist einem Alexander der Große geschichtlich bekannt, aber die Entwicklung nach seinem Tod im makedonischen Reich wird einem mit dieser Romanserie sehr interessant näher gebracht. Um die Zusammenhänge zu verstehen, ist es zwingend notwendig die Bände in der richtigen Reihenfolge zu lesen. Lässt man sich auf die Vielzahl an agierenden Personen und Schauplätze ein, erhält man aber ein kurzweiliges und spannendes Lesevergnügen und erfährt nebenbei viel über die Entwicklungen im Alexanderreich nach dessen Tod.

Bewertung auf meiner Skala:

85%

Sonntag, 29. Januar 2023

Romy Fölck - Mordsand

 


Kurzbeschreibung:

Friedlich und unberührt liegt die kleine Insel Bargsand inmitten der idyllischen Unterelbe. Bis zu jenem Morgen, als ein junges Paar am Strand eine grauenvolle Entdeckung macht: Aus dem Sand ragt der Schädel eines Skeletts. Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn von der Mordkommission Itzehoe stehen vor einem Rätsel. Wer war dieser Mann, der vor dreißig Jahren mit gefesselten Händen dort im Schlick vergraben wurde? Kurz darauf wird auf einer Nachbarinsel ein Hamburger Bauunternehmer tot aufgefunden wird - bis zum Rumpf im Sand eingegraben und gefesselt wie das Opfer von Bargsand. Die Spur führt das Ermittlerduo in die damalige DDR - zu vier Jungen und einem Verrat, der Jahre später einen grausamen Plan reifen lässt ...

Buchdaten:

Gebundene Ausgabe: 428 Seiten
Verlag: Lübbe
Erscheinungsdatum: 26. Februar 2021
ISBN: 9783785727270

Meine Meinung:

"Mordsand" ist der vierte Band der Elbmarsch-Reihe von Romy Fölck. Ein junges Paar verbringt seinen Zeltausflug auf einer Elbinsel, als dieser ein jähes Ende findet. Sie finden den Schädel eines Menschen, der durch das Elbwasser freigelegt wurde. Als die Einsatzkräfte den Fundort näher beschauen, entdecken sie ein gefesseltes Skelett, tief eingegraben und nun durch den Fluss teilweise freigelegt. Die Untersuchungen ergeben, dass es schon eine Liegezeit von ca. 30 Jahren haben muss. Die Kommissare Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn stehen vor einem Rätsel. Der einzige Hinweis auf die Identität des Toten führt durch ein Metall-Implantat in die ehemalige DDR. Als kurz darauf die Leiche eines Hamburger Bauunternehmers ähnlich drapiert aufgefunden wird, sucht man nach Zusammenhänge. Und diese führen die Ermittler in die Kindheit der Opfer zurück. Die Spur führt zu den damaligen Jugendwerkhöfen. Dies waren Disziplinareinrichtungen im System der Spezialheime der Jugendhilfe in der DDR. Romy Fölck erzählt diesen Krimi in zwei Zeitebenen. Zum einen in der Gegenwart und den Geschehnissen in der Elbmarsch, zum anderen Ende der 80er Jahre, als Jugendliche schlimmste Misshandlungen in diesen Heimen erleiden mussten. Das GJWH Torgau war geschlossener Jugendwerkhof der DDR, es ist heute eine Gedenkstätte und weist auf die Geschichte der damaligen repressiven Heimerziehung hin. Lange tappt man als Leser mit den Kommissaren im Dunkeln, man erkennt das Motiv, aber es fehlt die entscheidende Spur. Erst spät offenbart sich die wahre Identität des Täters. Zudem ist in diesem vierten Fall auch einiges an Privatleben der Ermittler mit beschrieben. Dies ist vielleicht manchmal ein klein wenig zu viel, aber letztendlich rundet es das Gesamtbild doch wieder ab. Denn auch die Geschichte der Frieda Paulsen und des Bjarne Haverkorn wird in diesem Band fortgeschrieben.  Dieser Fall erinnert an dunkle Kapitel in der Geschichte Deutschlands vor der Wiedervereinigung, für mich war dies teils neu und daher sehr interessant sich mit der Thematik näher zu befassen. "Mordsand" ist ein gelungener Band aus der Elbmarsch-Reihe und auch der nächste Band wartet in meinem Regal schon darauf gelesen zu werden.

Bewertung auf meiner Skala:

90%

Mittwoch, 25. Januar 2023

Michaela May - Hinter dem Lächeln

 


Kurzbeschreibung:

Michaela May steht für vieles: das Urmünchnerische, Bodenständigkeit, unbändige Reiselust, Wohltätigkeit und schauspielerisches Können. Doch hinter ihrem strahlenden Lächeln verbirgt sich viel Ungesagtes. In ihrer Autobiografie beschreibt May ihre Familie – die lustige Oma Fanny, ihre Eltern, die ihr die Liebe zur Bühne und zur Musik in die Wiege legen, und die Geschwister, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Sie erzählt von ihrem Weg über den Tanz zu den ersten Rollen in Film und Fernsehen, von ihrer Liebe zur Natur und dem Durst nach Freiheit.

Buchdaten:

Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
Verlag: Piper
Erscheinungsdatum: 24. Februar 2022
ISBN: 9783492071192

Meine Meinung:

"Hinter dem Lächeln" ist die Autobiografie der Münchner Schauspielerin Michaela May. In ihren Rollen begleitet sie mich schon seit meiner Kinderzeit, sehe sie immer wieder sehr gerne im TV. Kurz vor ihrem 70. Geburtstag erschien ihre Biografie und Ende November durfte ich in ihrer Lesung im Münchner Hofspielhaus ihren privaten Einblicken lauschen. Es sind sehr bewegende Einblicke in das Leben einer Frau, hinter ihr Lächeln. Als ich jetzt ihre Biografie zusätzlich gelesen habe, haben mich ihre Zeilen ein weiteres Mal sehr berührt. Einblicke in ihre unbeschwerte Kindheit im Garten am Ammersee, ihre schauspielerische Entwicklung, aber auch die dunklen Momente in denen Sie ihre drei Geschwister allesamt durch Suizide verlor. Michaela May erzählt aus ihrem Leben mit einer Offenheit und Authentizität, die einen auf ihre Reise durch ihr bisheriges Leben mitnimmt und das Buch nicht aus der Hand legen lässt. Man erfährt vieles von bedeutenden Momenten in ihrem beruflichen Wirken, aber auch große Einblicke in ihr Aufwachsen als Kind, Jugendliche und ihren familiären Werdegang. Als Schauspielerin hat sie mich immer durch ihre Bodenständigkeit und der Ausstrahlung von Lebensfreude überzeugt, als Mensch durch ihr soziales Engagement. Angesprochen wie sie sich ihr Lächeln bewahrt, sagte sie am Ende der Lesung: "Es nützt nichts immer in der Vergangenheit zu leben, aber auch nicht ständig zu versuchen die Zukunft zu planen. Sie genießt das Heute um glücklich zu sein." Eine Aussage, die mich seit der Heimfahrt von der Lesung bis zur letzten Zeile ihres Buches nicht loslässt. Ihre Autobiografie, die Erzählung einer Frau die "Ja" zum Leben sagt. Und wahrscheinlich hat sie genau deswegen dieses wunderbar strahlende Lächeln.

Bewertung auf meiner Skala:

100%
 

Montag, 23. Januar 2023

Katharina Lukas - Herrschaftszeiten no amoi!

 


Kurzbeschreibung:

Auf der Bühne, auf der das traditionelle „Ozapft is!“ zur Eröffnung des Münchner Oktoberfests stattfinden soll, wird der „Wurstkönig von der Wiesn“ ertränkt in einer Wanne mit Saublut aufgefunden. Zur Tat bekennt sich ein Geheimbund, der an ein Komplott der Münchner Bierkonzerne glaubt. Reporterin Gundi Starck erkennt die Verknüpfung mit einem ungelösten Wiesn-Mord aus dem Jahr 1985. Damals kostete der Kampf gegen Schankbetrug einen Kommunalpolitiker das Leben. Ist in München eine heimliche Biermafia am Werk?

Buchdaten:

Taschenbuch: 281 Seiten
Verlag: Gmeiner
Erscheinungsdatum: 10. August 2022
ISBN: 9783839202678

Meine Meinung:

"Herrschaftszeiten no amoi!" ist der zweite Band der Gundi-Starck-Reihe von Katharina Lukas. Es ist Ausnamezustand in München, das erste Oktoberfest nach Coronaauszeit soll stattfinden. Alles steht in den Startlöchern wenn das weltberühmte Volksfest mit dem traditionellen "Ozapft is!" beginnen soll. Doch kurz vor dem Anstich wird der "Wurstkönig von der Wiesn" tot im Schottenhamel-Festzelt auf der Bühne aufgefunden. Ermordet mit einem Bolzenschußgerät, gekennzeichnet als "Sau". Eine Gruppierung namens "Widerstand 1516" bekennt sich zum Mord. Aber wer steckt dahinter? Die Journalistin Gundi Starck recherchiert derweil in einem alten Mordfall von 1985. Der damalige strenge Sittenwächter der Stadt München wurde ebenfalls im Umfeld des Oktoberfestes ermordet. Dieser legte sich mit den großen Bierbaronen an. War das sein Verhängnis? Doch dann entdeckt Gundi Starck gemeinsam mit dem pensionierten Kommissar Pettenkofer Parallelen zum aktuellen Mord. Es scheint noch viel mehr hinter den beiden Morden zu stecken. Katharina Lukas lässt ihre Journalistin in ihrem zweiten Fall nun mitten in der Großstadt agieren, ihre niederbayerische Heimat ist nun Geschichte. Als Münchner waren mir natürlich einzelne Geschehnisse und Personen sofort bekannt. Diese könnte ich sofort mit Echtnamen benennen, da die Ereignisse der Vergangenheit einem als Einheimischer noch alle in Erinnerung sind. Doch die Autorin hat natürlich dies sehr gut in einen gelungenen München-Krimi verpackt. Gundi Starck hat für mich in diesem Fall eine Weiterentwicklung gemacht. Zwiegespalten zwischen Enthüllungsjournalismus und Freundschaft kommt sie immer wieder an eigene Grenzen, lässt sich aber letztendlich trotz eigener Höhen und Tiefen nicht beirren. Der Krimi fängt so etliche Geschehnisse der 70er und 80er Jahre gut ein, der Sheriff aus dem Kreisverwaltungsreferat mit seiner Doppelmoral ist sehr gut dargestellt, ebenso wie der "Wirte-Napoleon". Das Oktoberfest ist ein Millionengeschäft, das die Autorin geschickt als Umfeld für diesen Krimi nutzt. Und rund um das Bierfest, ist auch die Gundi eine fleißige Weißbierkonsumentin. Vielleicht an dieser Stelle etwas weniger und dafür eine Brise mehr Spannung. "Herrschaftszeiten no amoi!" ist aber ein gelungener München-Krimi mit einer Protagonistin die im zweiten Band zulegte. Auf alle Fälle ein schöner Regionalkrimi rund um das Oktoberfest, der so manchem Münchner Sumpf auf der Spur ist.

Bewertung auf meiner Skala:

85%

Mittwoch, 18. Januar 2023

Inge Löhnig - Nun ruhet sanft

 


Kurzbeschreibung:

Ein Mann tötet seine Frau und seine Kinder. Kommissar Konstantin Dühnfort ist erschüttert. Wie kann ein Vater zu einer solch grausamen Tat fähig sein? Der Fall trifft Dühnfort persönlich, gerade hat Gina ihm offenbart, dass sie schwanger ist. Es fällt ihm daher schwer, mit kühlem Kopf an diesen Fall heranzugehen. Kurz nach dem Mord taucht der Familienvater plötzlich am Tatort auf. Mit einem Strauß roter Rosen für seine Frau. Steht er tatsächlich unter Schock, oder ist er ein guter Schauspieler? Ist der Vater wirklich der Schuldige?

Buchdaten:

Taschenbuch: 432 Seiten
Verlag: Ullstein-List
Erscheinungsdatum: 8. Mai 2015
ISBN: 9783548612270

Meine Meinung:

"Nun ruhet sanft" ist der siebte Band der Kommissar-Dühnfort-Reihe von Inge Löhnig. Als der Kommissar zu einer Brandruine gerufen wird, in der drei Leichen sich befinden wird schnell das schreckliche Ausmaß klar. Eine Mutter und ihre beiden Kinder werden tot aufgefunden. Aber die Todesursache ist nicht der eigentliche Brand, die Familie wurde zuvor kaltblütig erschossen. Sogar der Hund und das Pony im Garten sind hingerichtet worden. Schnell steht der Vater im Visier der Ermittler. Ein notorischer Fremdgeher und angeblich stand die Ehe vor der Scheidung. Während viele Indizien auf den Vater hindeuten, werden andererseits auch langsam Zweifel laut an dessen Täterschaft. Kommissar Dühnfort muss in diesem Familiendrama ermitteln und die richtigen Schlüsse ziehen. In diesem siebten Fall des Kommissars beweist die Autorin einmal mehr, wie gut sie Spannung aufbauen kann. Als Leser ist man schnell in der Story gefangen, immer wieder öffnen sich neue verschlungene Pfade. Gemeinsam mit dem Kommissar tappt man im Dunkeln und erst als die Autorin den Täter gegen Ende offenbart, kommt man auch als Leser dahinter. Wie beim Puzzle benötigt man alle Teile um das Gesamtbild zu sehen. "Nun ruhet sanft" ist ein weiterer hervorragender Band aus der Reihe um den Münchner Kommissar Dühnfort. Spannende und gut durchdachte Krimiunterhaltung, die einen bis zum Schluss fesselt.

Bewertung auf meiner Skala:

100%

Dienstag, 10. Januar 2023

Robert Fabbri - Alexanders Erbe: Der Fall des Weltenreichs

 


Kurzbeschreibung:

321 v. Chr., zwei Jahre nach Alexanders Tod: Das beeindruckendste Reich, das die Welt je gesehen hat, ist ohne Führung. Chaos regiert in den makedonischen Gebieten Asiens und im Mittelmeerraum. Der bisherige Regent Perdikkas wurde von seinen eigenen Offizieren erdolcht, und Alexanders einstige Gefährten ringen mit allen Mitteln um die Macht. Um Makedonien zusammenzuhalten, ruft der betagte Antipatros – zu Alexanders Lebzeiten Regent für den europäischen Teil des Reiches – zu einer Konferenz in Triparadeisos auf. Doch wird es noch ein Makedonien geben, das es zu retten gilt? Wird eine Einigung Bestand haben? Rücksichtslose Intrigen. Falsche Versprechen. Dramatische Belagerungen. Blutige Schlachten zu Land und zur See. Über allem die Frage: Wurde Alexander ermordet? Von wem? Niemand kann sich mehr sicher fühlen …

Buchdaten:

Taschenbuch: 560 Seiten
Verlag: Rowohlt
Erscheinungsdatum: 14. Juni 2022
ISBN: 9783499008481

Meine Meinung:

"Der Fall des Weltenreichs" ist der zweite Band der Reihe des Ende des Alexanderreichs von Robert Fabbri. Zwei Jahre sind vergangen seit Alexander der Große starb. Sein ehemaliges Reich wird durch den Regenten Perdikkas geführt. Doch Verrat und Intrigen sorgen dafür, dass dieser aus den eigenen Reihen den Tod findet. Eine Heereskonferenz soll einberufen werden und Makedonien wieder einen. Aber zu viele Satrapen greifen nach der Macht. Und so müssen immer wieder Makedonier gegeneinander kämpfen. Und es hält sich ein weiteres Gerücht: Alexander scheint ermordet worden zu sein. Das Weltreich scheint immer mehr zu zerfallen und die verschiedenen Dynastien kämpfen um die Vorherrschaft. Die Handlung dieses zweiten Bandes schließt direkt an den ersten an und kapitelweise wird die Geschichte aus der Sicht des jeweiligen Protagonisten erzählt. An den jeweiligen Ecken des Reiches entstehen dadurch wie auch schon im Vorgängerband viele Handlungsstränge, die erst nach und nach wieder zusammenführen. Als Leser muss man dabei konzentriert bei der Sache bleiben, denn auch durch die Vielzahl an agierenden Personen wird dies teils etwas unübersichtlich. Ist der erste Teil des Romans noch mehr von den politischen Bündnissen, sowie Verrat und Intrigen geprägt, so wird der zweite Teil mehr und mehr durch Schlachten und Entscheidungen geprägt. Robert Fabbri schafft es dabei den Leser auch immer mehr in die Story zu ziehen. Die Spannung nimmt im Verlauf zu, wer wird überleben, wer ist dem Untergang geweiht. Die Geschichte um das Ende des Alexanderreichs wird mit diesem Band gut fortgeführt. Es empfiehlt sich aber zum besseren Verständnis unbedingt den ersten Band vorher zu lesen. Jedenfalls darf man gespannt sein wie es im letzten Band der Trilogie endet.

Bewertung auf meiner Skala:

85%


Dienstag, 3. Januar 2023

Katharina Lukas - Sacklzement!

 


Kurzbeschreibung:

Im niederbayerischen Hintersbrunn ist etwas faul. Das ist für Gundi Starck nichts Neues. Die Reporterin aus München ist der Enge des Dorfes vor Jahren entflohen, nun ist ihr Vater dort unter merkwürdigen Umständen ums Leben gekommen. Eine Skulptur, die an eine Gräueltat aus dem Zweiten Weltkrieg erinnern soll, hat ihn zu Tode aufgeregt. Während der Beerdigung macht ein Dorfbewohner im Wald eine grauenvolle Entdeckung. Gundi wittert eine Story und tritt dabei ausgerechnet ihrem Jugendschwarm und Dorfkrösus Django auf die Füße. Was hat er zu verbergen?

Buchdaten:

Taschenbuch: 280 Seiten
Verlag: Gmeiner
Erscheinungsdatum: 8. September 2021
ISBN: 9783839200735

Meine Meinung:

"Sacklzement!" ist der Auftaktband zur Gundi-Stark-Reihe von Katharina Lukas. Der Vater der Reporterin aus München ist verstorben und sie fährt in ihre niederbayerische Heimat Hintersbrunn um die Beerdigung und den Nachlass zu regeln. Einst ist sie der Enge des Dorfes und der Strenge des Vaters entflohen, nun kommen all diese Erinnerungen wieder hoch. Als dann während des Leichenschmaus der "Fürbitten-Franz" in die Dorfwirtschaft stürmt und verkündet dass er einen erhängten Hund im Wald gefunden hat, ist die Aufregung groß. Es ist der Hund des Kunstprofessors Sackbauer, der aktuell ein Mahnmal für eine Greueltat aus dem Zweiten Weltkrieg auf dem Dorfplatz errichten möchte. Doch dies will "Django" Schickaneder verhindern. Er mit seiner Baufirma der Dorfkrösus will die Vergangenheit seiner Familie nicht in den Schmutz gezogen sehen. Und es scheint, das Django noch viel mehr zu verbergen hat und er hat keine Skrupel seine Macht im Dorf auszuspielen. Schnell muss dies auch Gundi feststellen, als sie die Vergangenheit nicht ruhen lässt. Eine Reporterin, die ihren Vater und Job verliert, ein mächtiger Bauunternehmer, von ihm abhängige Dorfbewohner, ein Kunstprofessor mit Pferdegestüt und ein Dorfgeheimnis aus der Vergangenheit. All dies packt die Autorin in einen kleinen fiktiven Ort in Niederbayern. Dabei gibt es den klassischen "Dorftrottel", der von allen ausgenutzt wird und den heimlichen König des Ortes, der alle Fäden zieht. Ein Setting, dass es in vielen kleinen Dörfern gibt. Aber macht dieser Mix einen guten Krimi? Für mich nur streckenweise. Spätestens seit dem "Eberhofer" ist der niederbayerische Regionalkrimimarkt hart umkämpft. "Sacklzement!" macht einges richtig: Eine Prise Humor an den richtigen Stellen, teils hinterlistige Machenschaften und Verschwörungen und Geheimnisse, die man sich nur hinter vorgehaltener Hand erzählt. Diese Themen sind von Katharina Lukas bzgl. Regionalität gut umgesetzt. Aber bzgl. Krimi fehlte es mir teils an der nötigen Spannung. Lange plätschert die Story so dahin. Erst als sich für den Täter die Schlinge immer mehr zuzieht, nimmt diese Fahrt auf. So hinterlässt "Sacklzement!" bei mir den Eindruck eines Regionalkrimis, der noch Luft nach oben hat. Letztendlich nett zu lesen, reiht sich aber nicht als Spitzentitel ein. Ein Regionalkrimi für zwischendurch mit Schmunzelfaktor.

Bewertung auf meiner Skala:

70%