Mittwoch, 20. November 2019

Thorsten Fiedler - Schlusspfiff


Kurzbeschreibung:

Rund um das Kultstadion Bieberer Berg findet die Kripo Offenbach ermordete Schiedsrichter, die allesamt im Mittelkreis lokaler Sportplätze abgelegt wurden.
Adi Hessberger, Kriminalhauptkommissar und glühender Kickers-Fan, will nicht glauben, dass OFC-Fans in den Fall verstrickt sein könnten. Sein Team der SOKO Bieberer Berg ermittelt, doch die Ereignisse überschlagen sich. Adi bekommt die Rote Karte gezeigt und bis zum denkwürdigen Finale mitten im Herzen Offenbachs werden noch einige Fouls begangen.

Buchdaten:

Taschenbuch: 203 Seiten
Verlag: MainBook
Erscheinungsdatum: 10. September 2018
ISBN: 9783947612031

Meine Meinung:

"Schlusspfiff" ist der erste Offenbach-Krimi von Thorsten Fiedler.  Kriminalhauptkommissar Adi Hessberger bekommt es mit einem brisanten Fall zu tun. Innerhalb kürzester Zeit werden immer wieder Schiedsrichter ermordet und am Mittelkreis von Fußballplätzen aufgefunden. Schnell ist klar das es die Soko hier mit einem Serientäter zu tun hat. Und dann bekommt es Hessberger auch noch intern mit einem übereifrigen Staatsanwalt zu tun, so das die Ermittlungen noch zusätzlich erschwert werden. Der Autor lässt einen Ermittler auf die Leser los, der in Offenbach glühender Kickers-Fan ist, gerne die ein oder andere Fankneipe besucht und auch noch eine Gabe für Fettnäpfchen hat. Zudem liegt ihm seine Kollegin Sina sehr am Herzen, was auf Gegenseitigkeit beruht. Die Protagonisten wirken auf den Leser sehr sympathisch mit all ihren Facetten. Der Kriminalfall entwickelt sich mit zunehmender Seitenzahl gut, denn nach und nach ergeben sich weitere Aspekte für die wahren Hintergründe. Damit wird ein schöner Spannungsbogen erzielt, die Story liest sich angenehm flüssig. Erst sehr spät wird der Täter offenbart und doch steht der Ermittler letztendlich mit leeren Händen da. Dies schafft natürlich Raum für den Folgeband, man darf gespannt sein. Persönlich habe ich da ja einen schweren Verdacht, wer sich in diesem outen könnte. Bin mal gespannt, ob es so  eintritt. Denn dass ich den Folgeband lesen werde, ist völlig klar. Schlusspfiff ist ein guter Regionalkrimi nicht nur für Fußballfans, sondern auch für alle anderen Leser.

Bewertung auf meiner Skala:

90%

Montag, 18. November 2019

Andreas Kollender - Kolbe


Kurzbeschreibung:

Sommer 1943: Hitler muss weg! Das steht für Fritz Kolbe fest. Als Mitarbeiter des Auswärtigen Amtes hat er Zugang zu streng geheimen Dokumenten, die er aus der Behörde schmuggelt. Eine Kurierfahrt in die Schweiz ermöglicht ihm die Kontaktaufnahme zu den Amerikanern. Kolbe beginnt ein lebensgefährliches Doppel­leben. Er übergibt den Amerikanern hochbrisantes Mate­rial, darunter der genaue Lageplan der Wolfsschanze, Hitlers Hauptquartier, sowie wichtige Hinweise auf Spione und einen deutschen Geheimsender in Irland. Die Alli­ierten nutzen seine Informationen, aber Hitler bleibt an der Macht und der sinnlose Krieg geht weiter. Kolbe zweifelt mehr und mehr an seiner Mission,  will aufgeben, doch Marlene, die Frau, die ihm alles bedeutet, ermutigt ihn zum Weitermachen.  Bis es zu einem folgenschweren Unfall kommt …

Buchdaten:

Taschenbuch: 448 Seiten
Verlag: Pendragon
Erscheinungsdatum: 3. Juli 2015
ISBN: 9783865324894

Meine Meinung:

"Kolbe" ist ein historischer Krimi von Andreas Kollender. Fritz Kolbe, ein Beamter des Auswärtigen Amt, hat regelmäßig Zugang zu hoch brisanten Dokumenten die er vernichten soll. Kurz vor Beginn des 2. Weltkrieges wurde er nach Berlin zurückbeordert und muss täglich seine Aufgaben in einem ihm verhassten Regime erfüllen. Getrieben von dem Gedanken der Beseitigung Hitlers wird er für die Amerikaner zum Spion. Regelmäßig übermittelt er geheime Informationen, die es den Alliierten ermöglichen soll, Hitler zu eliminieren. Aber der Krieg geht weiter und erst kurz vor Kriegsende kann Fritz Kolbe mit seiner Geliebten Marlene und der Unterstützung des OSS (Office of Strategic Services) in Bern untertauchen. Endlich ist der Krieg zu Ende aber für Fritz Kolbe wird es niemals mehr wie vor dem Krieg. Dieser Roman von Andreas Kollender basiert auf wahren Gegebenheiten. Unter dem Decknamen George Wood schmuggelte Fritz Kolbe tatsächlich immer wieder Aktenmaterial in die Schweiz und lieferte den Amerikanern damit völlig uneigennützig ca. 1600 Dokumente. Nach dem Krieg blieb ihm aber jegliche Anerkennung verwehrt. Er konnte in Deutschland nie mehr richtig Fuß fassen und verstarb 1971 in Bern. Erst im September 2004 erfuhr er eine späte Ehrung, als der damalige Außenminister Joschka Fischer im Auswärtigen Amt einen Saal nach ihm benannte. Im Auswärtigen Amt wird er seitdem als Widerstandskämpfer anerkannt. Andreas Kollender bringt einem den Menschen Fritz Kolbe nah, mit jeder Zeile ist spürbar wie unsagbar gefährlich sein Handeln war. Ein Mensch, der während der gesamten Zeit des Krieges ein Doppelleben führen musste. Man wünscht ihm direkt als Leser ein Happy-End, aber die Realität kam anders. Der Schreibstil allerdings war teilweise für mich ein wenig anstrengend. Der Autor wechselt des öfteren innerhalb eines Kapitels die Zeit und den Handlungsort. Dies unterbrach immer wieder teils meinen Lesefluss und erforderte dann erhöhte Aufmerksamkeit. Zwar gibt es kleine Ungereimtheiten, aber in Summe war "Kolbe" für mich ein sehr interessantes Buch. Der Autor brachte mir einen bisher für mich unbekannten Menschen damit absolut näher, der sein Leben im Widerstand gegen das dritte Reich täglich riskierte.

Bewertung auf meiner Skala:

85%

Mittwoch, 13. November 2019

Robert Fabbri - Vespasian: Roms verlorener Sohn




Kurzbeschreibung:

Das Jahr 51 n. Chr.: Endlich kann Vespasian seinem Kaiser Claudius einen der zähesten Widersacher Roms vorführen: den britannischen Häuptling Caratacus. Doch gleich darauf hat Roms Politik Vespasian wieder in den Klauen. Aus Bosheit blockiert Agrippina, die neue Gemahlin des Kaisers, Vespasians Karriere, wo sie nur kann. Gleichzeitig stiften Parther Unruhe in Armenien und anderen oströmischen Provinzen. Gehen die Spannungen auf eine List von Agrippina zurück, um ihren Sohn Nero so schnell wie möglich auf den Thron zu bekommen? Um sich und seine Familie zu retten, muss Vespasian den weiten Weg auf sich nehmen und es herausfinden. Aber er wird verraten und erbarmungslos eingekerkert …

Buchdaten:

Taschenbuch: 560 Seiten
Erscheinungsdatum: 20. August 2019
ISBN: 9783499276453

Meine Meinung:

"Roms verlorener Sohn" ist der sechste Band aus der Vespasian-Reihe von Robert Fabbri. Dieser Band beschreibt die Jahre 51-54 nach Christus. Kaiser Claudius geht dem Ende seiner Kaiserschaft entgegen und seine Gemahlin spinnt im Hintergrund die Fäden um ihren Sohn Nero die Nachfolge zu ermöglichen. Vespasian wurde mittlerweile Prokonsul, doch nach seiner nur zweimonatigen Amtszeit muss er erneut einen politischen Auftrag im Osten des römischen Reiches erledigen. Doch man lockt ihn in eine Falle und seine Leidenszeit soll letztendlich zwei Jahre dauern. Als er nach seiner Befreiung nach Rom zurückkehrt ist alles in Stellung gebracht für Nero, der neuer Kaiser werden soll. Robert Fabbri lässt den Leser diesmal über drei Teile verteilt an zwei Handlungssträngen teilhaben. Zum einen die Geschehnisse in Rom, die zur Machtübernahme Neros führen und zum anderen die Unruhen im Osten in Armenien. Ein bedeutender Schritt ist für mich aber auch, dass die eigenen Machtansprüche Vespasians das erste Mal sehr deutlich werden. Er fühlt sich zu höherem berufen und unterstützt bewusst die Intrigen Agrippinas mit der Spekulation auf das Ende der julisch-claudischen Dynastie nach Nero. Obwohl einiges aus diesen Jahren geschichtlich nicht bewiesen ist, schafft es Robert Fabbri immer wieder mit seiner Fiktion die Story für den Leser schlüssig und real wirken zu lassen. Die Figuren wirken lebendig, speziell Nero in seinem ganzen Wesen konnte ich mir bildlich bestens vorstellen. Dieser Band leitet den Übergang von Claudius zu Nero ein, Fabbri hat dies geschickt und spannend für den Leser gestaltet. Weiterhin für mich eine sehr gute Reihe und ich bin auf die nächsten Episoden im Leben des Vespasian gespannt.

Bewertung auf meiner Skala:

95%


Donnerstag, 7. November 2019

Anna Simons - Seelentot



Kurzbeschreibung:

In der JVA München-Wiesheim wird ein Inhaftierter erhängt aufgefunden. Alles deutet auf Selbstmord hin. Allein Gefängnisärztin Eva, die den Totenschein ausstellen soll, hat Zweifel: Der Mann stand kurz vor der Entlassung, warum sollte er sich gerade jetzt das Leben nehmen? Gemeinsam mit Hauptkommissar Lars Brüggemann beginnt sie zu ermitteln, doch bei den Angestellten der Haftanstalt stößt sie auf Schweigen. Als Eva einen Briefumschlag mit einem Trauerflor in ihrer Post vorfindet und nachts heimlich Dateien von ihrem Computer gelöscht werden, ist klar: Jemand versucht mit allen Mitteln zu verhindern, dass die Wahrheit ans Licht kommt. Und plötzlich kann Eva sogar Lars nicht mehr trauen ...

Buchdaten:

Taschenbuch: 464 Seiten
Erscheinungsdatum: 14. Oktober 2019
ISBN: 9783328104698

Meine Meinung:

"Seelentot" ist der zweite Band aus der Eva-Hanssen-Reihe von Anna Simons. Diesmal wird die Gefängnisärztin mit einem Todesfall innerhalb der JVA konfrontiert. Man ruft sie zu einem angeblichen Suizid eines Häftling. Doch irgendetwas stimmt an der ganzen Sache nicht und so verständigt sie den Hauptkommissar Lars Brüggemann. Schnell stellt sich nach der rechtsmedizinischen Untersuchung heraus, das es sich um Mord handelt. Was geschah tatsächlich im Haus III der JVA? Wie auch schon im Vorgängerband kann die Gefängnisärztin Eva ihrer Neugier nicht widerstehen und mischt sich aktiv in die Ermittlungen ein. Sehr zum Missfallen des Hauptkommissar, der befürchtet sie bringt sich damit in höchste Gefahr. Dem Leser wird diesmal schnell klar in welchem Umfeld der Täter zu suchen ist. Dennoch lüftet sich das Geheimnis erst spät, womit die Autorin es erneut schafft den Leser zu fesseln. Immer wieder versucht man beim Lesen Ansätze zu finden wie alles zusammenhängt und dadurch bleibt die Spannung bis zum Ende erhalten. Auch das Privatleben von Eva bleibt interessant. Hatte man eine bestimmte Entwicklung am Ende des ersten Bandes erwartet, kommen neue Personen und Themen ins Spiel, die dem ganzen weitere Wendungen geben. Man darf daher sehr gespannt sein wie es auch hier mit Eva weitergeht. Sehr gelungen finde ich ebenfalls das letzte kurze Kapitel. Es bietet enorm Raum für Spekulationen und als Leser rattern immer noch meine Gehirnzellen über die zukünftige Entwicklung von Eva, ihrem Umfeld und dem Handlungsort der JVA. Weitere Spannung ist hier definitiv garantiert. Anna Simons hat auch mit diesem zweiten Band wieder einen spannenden Krimi geschrieben, das Setting der Gefängnisärztin und des Hauptkommissar gefällt mir sehr. Ich hoffe auf eine baldige Fortführung der Reihe und bin schon neugierig wie es weitergeht.

Bewertung auf meiner Skala:

100%


Samstag, 2. November 2019

Ellin Carsta - Der zerbrechliche Traum


Kurzbeschreibung:

Luise umsorgt ihre Tochter Viktoria liebevoll und ist so glücklich wie nie zuvor in ihrem Leben. Nach den ersten Wochen als Mutter zieht es sie allerdings schon wieder ins Kontor. Das Aufeinandertreffen mit ihrem Cousin Richard, der interimsweise die Firma leitet, läuft alles andere als harmonisch … Waren Luises Anstrengungen vergebens und ein Mann wird am Ende ihren Platz einnehmen?
Hamza kehrt in seine Heimat Kamerun zurück und merkt sehr bald, dass ihn der Aufenthalt in Deutschland verändert hat. Er sieht plötzlich klar und deutlich, dass er als Vermittler zwischen den Welten für mehr Gerechtigkeit und ein besseres Leben seiner Landsleute kämpfen muss. Als ihn diese Erkenntnis ereilt, findet er sich bereits in einem blutigen Aufstand wieder.

Buchdaten:

Taschenbuch: 319 Seiten
Verlag: Tinte & Feder
Erscheinungsdatum: 29.10.2019
ISBN: 9782919809295

Meine Meinung:

"Der zerbrechliche Traum" ist der vierte Band aus der Hansen-Saga von Ellin Carsta. Er beginnt Ende 1894 kurz nach Karls Tod in Wien und schildert die weitere Familiengeschichte der Hansen bis Anfang März 1895. Obwohl wieder alle drei Handlungsorte Kamerun, Wien und Hamburg enthalten sind, liegt der Focus der Hauptereignisse auf ersterem und letzterem. Die junge Luise kümmert sich liebevoll um ihre kleine Familie, doch die Abreise ihrer Jugendliebe, sowie das Kontor lassen ihr keine Ruhe. Immer wieder muss sie sich auch ihres Cousin Richard erwehren und ihre Ansprüche deutlich klarlegen. Aber auch familieninterne Probleme benötigen ihre ganze Aufmerksamkeit, denn ihre Schwester ist der Trunksucht verfallen. Indessen spitzen sich in Kamerun die Konflikte zwischen Schwarz und Weiß immer mehr zu und es kommt zu tragischen Ereignissen die erneut die Anwesenheit ihres Vaters erfordern. Und der hatte doch endlich kurz davor neues Glück für sich entdeckt. Ellin Carsta führt auch in diesem Band die Familiengeschichte der Hansen konsequent fort und der Leser erlebt weiter hautnah die Entwicklung der Protagonisten. Dabei gibt sie Richtungen vor die es dem Leser gut ermöglichen über deren eingeschlagene Wege zu spekulieren. Nach und nach formt sich hier für mich ein mögliches Szenario für die Saga. Auch in diesem Band flog ich wieder nur so über die Seiten und so war er innerhalb kürzester Zeit gelesen. Mittlerweile sind mir die Figuren mit all ihren Charakterzügen so vertraut, dass man direkt in die Familie Hansen eintaucht. Der Titel dieses Bandes gibt die Ereignisse sehr gut wieder, denn man spürt direkt wie fragil doch einige Konstellationen sind und jederzeit in sich zusammenbrechen könnten. Das macht es interessant und spannend für den Leser weiterhin neugierig zu sein. Obwohl Luise im Focus steht, bin ich ebenfalls über die weitere Entwicklung meines Lieblingscharakter (ihr Vater Robert) sehr gespannt. Trotz diverser Schicksals- und Rückschläge verfolgt er charakterstark seinen Traum und versucht zum Wohl der Hansen sein Geschick einzusetzen. Der Band endet wie schon die Vorgänger mit Ereignissen, die für neue Spekulationen des Leser viel Raum bieten. Daher freue ich mich schon, wenn mich Ellin Carsta an dem nächsten Kapitel der Hansens teilhaben lässt um meine Neugier zu befriedigen.

Bewertung auf meiner Skala:

95%

Donnerstag, 31. Oktober 2019

Friedrich Kalpenstein - Inselhippies



Kurzbeschreibung:

Als Herbert um die Hand seiner Anja anhält, hat er eine klare Vorstellung von ihrer Hochzeit. Doch da hat er die Rechnung ohne seine Schwiegermutter gemacht. Diese lockt Anja für das perfekte Brautkleid in den Süden und Herbert ereilt die Hiobsbotschaft: »Wir heiraten auf Ibiza!«
Ein rauschendes Fest soll es werden. Herbert reist seiner Verlobten hinterher, um Schadensbegrenzung zu betreiben. Unterstützung findet er in seinem Trauzeugen Hans, der es kaum erwarten kann, auf echte Hippies zu treffen. Als die Planung der Traumhochzeit aus dem Ruder läuft, droht der schönste Tag des Lebens zum Albtraum zu werden ...

Buchdaten:

Taschenbuch: 319 Seiten
Verlag: Tinte & Feder
Erscheinungsdatum: 29. Oktober 2019
ISBN: 9782496701333

Meine Meinung:

"Inselhippies" ist der siebte Band aus der Herbert-Reihe von Friedrich Kalpenstein. Herbert hat sich endlich durchgerungen seiner Lebensgefährtin Anja einen Heiratsantrag zu machen. Doch er hat nicht mit seiner Schwiegermutter in spe gerechnet, die ihre Tochter überzeugt die Hochzeit doch bei ihr in Ibiza zu feiern. Und das nicht nur schlicht, sondern in einem opulenten Rahmen wie es einer Tochter der "von Schönborn" doch würdig sei. Panisch reist Herbert sofort nach Ibiza um das Schlimmste abzuwenden. Unterstützung erhält er da natürlich von seinem langjährigen Freund Hans, der ihn begleitet. Der Leser erlebt dabei von Beginn an wieder einige skurrile Szenen, die einen sofort ins Schmunzeln bringen. Herbert, zwar Ü40 aber doch im Herzen ein lustiger Kindskopf. Genau das macht ihn so sympathisch. Immer wieder ertappt man sich als Leser selbst dabei, wie man bei Herberts Handlungen unterstützend nickt und ihm zuspricht. Dies ist bestimmt meiner männlichen Perspektive geschuldet, aber die Mischung aus Schelm, Bodenständigkeit und Herzlichkeit macht für mich den Protagonisten Herbert aus. Es macht einfach Spaß ihn bei seinen Abenteuern zu begleiten und den Werdegang seiner kleinen Familie zu erleben. Nicht zu vergessen ist natürlich auch sein Freund Hans, der ebenfalls für genügend Situationskomik sorgt. Friedrich Kalpenstein ist auch diesmal wieder ein humoriger neuer Band aus dieser Reihe gelungen. Kurzweiliges, entspanntes Lesevergnügen, bei dem man immer wieder so richtig lachen kann.

Bewertung auf meiner Skala:

100%


Montag, 28. Oktober 2019

Romy Fölck - Sterbekammer


Kurzbeschreibung:

In einer abgelegenen Deichmühle wird die Leiche eines alten Mannes gefunden, der als starrköpfiger Eigenbrötler bekannt war. Als Polizistin Frida Paulsen in der Mühle auf eine verdeckte Bodenklappe stößt, ist sie zutiefst erschüttert, denn die Tür führt zu einer Kammer, die wie ein Gefängnis anmutet. Ihr Kollege Bjarne Haverkorn erinnert sich an eine junge Frau, die vor Jahren spurlos in der Marsch verschwand. Alles deutet darauf hin, dass die Entführte in der Kammer gefangen gehalten wurde ...

Buchdaten:

Gebundene Ausgabe: 432 Seiten
Verlag: Lübbe
Erscheinungsdatum: 30. September 2019
ISBN: 9783785726549

Meine Meinung:

"Sterbekammer" ist der dritte Band aus der Frida-Paulsen-Reihe von Romy Fölck. Die junge Ermittlerin wird diesmal mit der Leiche eines alten Eigenbrötler konfrontiert. Es scheint er ist bei einem Treppensturz in der alten Deichmühle um's Leben gekommen. Doch bei der Untersuchung der Mühle wird eine Bodenklappe entdeckt die zu einer verborgene Kammer führt. Dort entdeckt man Spuren einer Frau, die seit fast zehn Jahren als vermisst gilt. Doch wo ist sie abgeblieben? Frida Paulsen kämpft diesmal an mehreren Fronten. Ein neuer Vorgesetzter bei der Kripo Itzehoe, die Belastungen am elterlichen Hof, sowie dieser Fall der vermissten Frau. Unterstützung erhält sie aber von ihrem wieder genesenen alten Kollegen Bjarne Haverkorn. Aber auch der muss sich einigen neuen Konstellationen in seinem Leben stellen. Geschickt kombiniert Romy Fölck hier Polizeiermittlungen mit Privatleben der Protagonisten zu einem gelungenen Mix. Auch wenn das private Umfeld der Ermittler einen erheblichen Anteil im Buch hat, gefällt mir dies sehr gut. Die Figuren wirken dadurch authentischer und sympathisch. Für den Kriminalfall empfinde ich dies nicht störend, denn er kommt nicht zu kurz. Im Gegenteil, Frida und Bjarne durchlaufen Entwicklungen die das Lesen dieser Reihe unterstützen. Obwohl ich früh einen Verdacht bzgl. des Täters hatte, blieb der Krimi spannend bis zum Ende. Denn mein Bauchgefühl war zwar richtig, aber die Autorin ergänzte dies perfekt, so dass doch einiges mehr dahinter steckte. Für mich ist dieser dritte Band der Reihe wieder voll gelungen und ein klares Lesevergnügen. Man darf gespannt sein, wie diese Reihe um das sympathische Ermittlerpaar weitergeht und sich auf weitere Bände freuen.

Bewertung auf meiner Skala:

95%