Sonntag, 8. September 2019

Andreas Gruber - Todesmal


Kurzbeschreibung:

Eine geheimnisvolle Nonne betritt das BKA-Gebäude in Wiesbaden und kündigt an, in den nächsten 7 Tagen 7 Morde zu begehen. Über alles Weitere will sie nur mit dem Profiler Maarten S. Sneijder sprechen. Doch der hat gerade gekündigt, und so befragt Sneijders Kollegin Sabine Nemez die Nonne. Aber die schweigt beharrlich – und der erste Mord passiert. Jetzt hat sie auch Sneijders Aufmerksamkeit. Und während die Nonne in U-Haft sitzt, werden Sneijder und Nemez Opfer eines raffinierten Plans, der gnadenlos ein Menschenleben nach dem anderen fordert und dessen Ursprung in einer grausamen, dunklen Vergangenheit liegt …

Buchdaten:

Taschenbuch: 592 Seiten
Erscheinungsdatum: 19. August 2019
ISBN: 9783442486564

Meine Meinung:

"Todesmal" ist der fünfte Fall aus der Sneijder-Nemez-Reihe von Andreas Gruber. Das Ermittlerteam bekommt es diesmal mit einem Fall zu tun, der einen Wettlauf gegen die Zeit darstellt. Beim BKA in Wiesbaden taucht eine Nonne auf, die behauptet dass in den nächsten sieben Tagen jeweils ein Mord geschieht. Um dies zu verhindern, würde sie aber ausschließlich mit Maarten S. Sneijder sprechen. Leider hat sich dieser gerade mit seinen Sturschädel beim BKA-Präsident nicht durchsetzen können und daher gekündigt. Sabine Nemez muss also allein ins Rennen und verliert sofort die erste Etappe. Ein Mann wird grausam vor ihren Augen getötet. Gegen diverse Widerstände schafft sie es Sneijder zurückzuholen und der formt ein einzigartiges Team zur Aufklärung des Falles. Einzigartig, weil dies sich nicht nur aus BKA-Ermittlern zusammensetzt, sondern auch noch etliche Grenzen der normalen Polizeiarbeit überschreitet. Hier kommt natürlich die Fiktion zum Tragen, aber Andreas Gruber bereichert meiner Meinung nach sein Team mit Personen, die mir als Leser gleich sympathisch waren. Durch diese Grenzüberschreitung macht er natürlich vieles in der Handlung möglich, was so im Polizeialltag nie denkbar wäre. Aber für diesen Thriller ist es ein Stilmittel, das den Leser noch mehr fesselt. Der Spannungsbogen wird ständig hoch gehalten. Immer wieder reißt einen die Action mit und man erlebt wie ein Opfer nach dem anderen den Ermittlern vor die Füße geworfen wird. Zwar immer auf der richtigen Spur, aber den letzten Schritt zu spät. Nach und nach öffnet sich auch der Abgrund, warum all diese Taten geschehen und doch bleibt bis zuletzt der Ausgang offen. Sneijder, der gewohnte Kotzbrocken und doch irgendwie für mich immer sympathischer, sowie Sabine Nemez, die Ermittlerin mit Herz und Verstand - nun auch bereichert durch das ungewöhnliche Team. "Todesmal" ist für mich vielleicht der actionreichste Band aus der Reihe, aber ganz klar ein sehr gelungener Thriller. Tempo, Anspannung, Wendungen, Nervenkitzel, all dies bietet dieser Band wieder für den Leser. Andreas Gruber hat wieder mal bewiesen, warum er zu meinen Lieblingsautoren zählt und nach der letzten Seite kann ich es kaum erwarten einen neuen Fall dieser Reihe zu lesen. Vielleicht dann auch wieder mit dem erweiterten Team, bin neugierig was da kommen wird.

Bewertung auf meiner Skala:

100%

Montag, 2. September 2019

Bernward Schneider - Vor dem großen Sterben


Kurzbeschreibung:

Die Tänzerin und Abwehragentin Marion Bendt bringt ein geheimes Protokoll in ihren Besitz, das Hitlers Pläne zum Polenfeldzug beinhaltet. Sie erkennt sofort die Brisanz des Materials und übergibt ihrem Führungsoffizier Rolf Michalik Kopien davon. Als dieser kurz darauf tot aufgefunden wird, geht die Polizei von Selbstmord aus. Doch Marion ist sich sicher, dass sie den Schatten des Mörders mit eigenen Augen gesehen hat. Nun schwebt auch sie in Lebensgefahr.

Buchdaten:

Taschenbuch: 384 Seiten
Erscheinungsdatum: 14. August 2019
ISBN: 9783839225240

Meine Meinung:

"Vor dem großen Sterben" ist ein Kriminalroman von Bernward Schneider, der in den letzten Augusttagen vor Ausbruch des zweiten Weltkrieges in Berlin spielt. Die junge Tänzerin Marion führt ein Doppelleben. Täglich tritt sie im Tanzlokal Coco mit ihrem Partner Felix auf, gleichzeitig arbeitet sie aber auch als Abwehragentin. In all ihrem Handeln setzt sie dabei auch ganz ihre weiblichen Reize ein, sogar mit Felix hat sie ein Verhältnis. Als sie dabei auf geheime Unterlagen bzgl. Hitlers Polenfeldzug stoßt, gerät sie aber in die Fänge der Gestapo. Nicht nur ihr Führungsoffizier wurde scheinbar ermordet, ihr wird auch Rassenschande vorgeworfen, denn Felix ist Halbjude. Immer enger zieht sich der Strick um Marion's Hals zu. Wem kann sie noch trauen, um sich zu retten? Der Roman spielt dabei in den letzten Tagen und Stunden bevor Hitler am 1. September 1939 den Überfall auf Polen begann. Die junge Marion ist hungrig nach sexuellen Abenteuern, spielt aber auch in ihrer Rolle regelmäßig mit dem Feuer. Nach und nach entgleitet ihr aber das Ganze und sie weiß nicht mehr wer Freund oder Feind ist. Geheimbünde, Gestapo, SS, alles ist verstrickt ineinander und nicht durchschaubar. Nicht nur für die Protagonistin, auch für den Leser. Bis zuletzt lässt der Autor einen dabei im Dunkeln, Gut und Böse kann man nicht unterscheiden. Dadurch wird eine latente Spannung erzeugt, die einen beim Lesen mitnimmt. Das Ende wirkt fast wie ein Einstieg in weitere Rätsel, Ungereimtheiten und Verwirrungen. Genau dies ist für mich das einzige kleine Manko, Freund und Feind lässt sich für mich auch am Ende nicht einfach zuordnen. Es bleiben Fragezeichen, aber vielleicht ist das der Einstieg in weitere Abenteuer von Marion Bendt. In Summe für mich aber ein gelungener Spionageroman, hat etwas von "Babylon Berlin".

Bewertung auf meiner Skala:

95%

Donnerstag, 29. August 2019

Rita Falk - Guglhupfgeschwader


Kurzbeschreibung:

"Du, Franz, ich brauch dringend deine Hilfe", flüstert der Lotto- Otto dem Eberhofer ins Ohr und versaut ihm den Samstagabend mit der Susi. Dabei könnte er sich so schön feiern lassen, hat man doch in Niederkaltenkirchen beschlossen, dem erfolgreichen Dorfgendarm zu Ehren den Kreisverkehr auf den Namen "Franz-Eberhofer- Kreisel" zu taufen! Stattdessen muss er sich nun darum kümmern, dass den brutalen Verfolgern vom Lotto-Otto rasch das Handwerk gelegt wird. Bevor er die Ermittlungen aufnehmen kann, geht allerdings der gesamte Lotto-Laden in die Luft – und der Eberhofer hat es jetzt auch noch mit einem Mord zu tun.

Buchdaten:

Broschiert: 320 Seiten
Erscheinungsdatum: 12. August 2019
ISBN: 9783423262316

Meine Meinung:

"Guglhupfgeschwader" ist der zehnte Band aus der Franz-Eberhofer-Reihe von Rita Falk. Der Eberhofer feiert Dienstjubiläum, und genau zu diesem bekommt er es mit einem neuen Fall zu tun. Spielsucht, Drogen und korrupte Polizisten und dazu noch eine Leiche fordern sein ganzes Engagement. Und natürlich will er den Fall im bewährten "Dreamteam" mit seinem Freund Birkenberger Rudi lösen. Aber dieser legt auf einmal ungewohnte Allüren an den Tag. Wie von Rita Falk gewohnt ist der eigentliche Kriminalfall fast eher schmückendes Beiwerk. Die Eberhofer-Reihe lebt von ihren Figuren und deren Zusammenwirken. Mit viel niederbayerischem Lokalkolorit schildert die Autorin die Vorgänge in Niederkaltenkirchen und hält für den Leser so etliche Lacher bereit. All diese Figuren sind mir im Laufe der Jahre ans Herz gewachsen, wobei sich in diesem Band der Birkenberger Rudi theatralisch perfekt in Szene setzt. Seine Mimosenhaftigkeit kann man sich bildlich bestens vorstellen. Dadurch kommen aber andere durchaus ein wenig zu kurz. Vom Papa und der Oma hätte ich mir ein wenig mehr gewünscht, auch der Frieden mit dem Leopold ist direkt ungewohnt. Wenn ich zu einem Eberhofer-Band greife erwarte ich keinen spannenden Kriminalfall, sondern kurzweiliges Lesevergnügen mit herzhaften Lachern. Genau diese Erwartung hat der neue Band für mich wieder gut erfüllt, obwohl ich die Gefahr sehe dass sich so langsam der Eberhofer abnutzt. Vieles ist halt aus Vorgängerbänden bekannt und überrascht den Leser dadurch nicht mehr. Zusammenfassend für mich ein gelungenes Dienstjubiläum des Franz Eberhofer mit altbekannter Rezeptur. Fans dieser Reihe werden auch diesen Band mögen, es empfiehlt sich aber die Reihenfolge der Bände beim Lesen einzuhalten.

Bewertung auf meiner Skala:

90%

Dienstag, 27. August 2019

Rebecca Gablé - Der Palast der Meere


Kurzbeschreibung:

London 1560: Als Spionin der Krone fällt Eleanor of Waringham im Konflikt zwischen der protestantischen Königin Elizabeth I. und der katholischen Schottin Mary Stewart eine gefährliche Aufgabe zu. Ihre Nähe zur Königin schafft Neider, und als Eleanor sich in den geheimnisvollen König der Diebe verliebt, macht sie sich angreifbar. Unterdessen schleicht sich ihr fünfzehnjähriger Bruder Isaac in Plymouth als blinder Passagier auf ein Schiff. Nach seiner Entdeckung wird er als Sklave an spanische Pflanzer auf der Insel Teneriffa verkauft. Erst nach zwei Jahren kommt Isaac wieder frei unter der Bedingung, dass er in den Dienst des Freibeuters John Hawkins tritt. Zu spät merkt Isaac, dass Hawkins sich als Sklavenhändler betätigt und dass sein Weg noch lange nicht zurück nach England führt ...

Buchdaten:

Gebundene Ausgabe: 960 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe
Erscheinungsdatum: 10. September 2015
ISBN: 9783431039269

Meine Meinung:

"Der Palast der Meere" ist der fünfte Band aus der Waringham-Reihe von Rebecca Gablé. Zeitlich ist dieser diesmal in den Jahren 1560 - 1588 angesiedelt und spielt zur Zeit Königin Elisabeth I. von England. Diese muss ihr Reich gegen die katholischen Einflüsse von außen zusammenhalten. Denn sowohl ihre schottische Cousine Mary. als auch der spanische König Felipe und der Papst machen ihr das Leben und die Regentschaft schwer. Zur Seite steht ihr dabei ihre engste Vertraute Eleanor of Waringham, das Auge der Königin. Mit deren Bruder Isaac of Waringham schlägt Rebecca Gablé ein zusätzliches Kapitel in deren Familiengeschichte auf. War in den Vorgängerbänden immer auch der Familiensitz der Waringhams und die Tradition der Pferdezucht wichtig, so konzentriert sich dieser Band diesmal auf die Spionagetätigkeiten von Eleanor und auch den Werdegang von Isaac in der Seefahrt als Pirat. Geschichtlich bietet dieser Band zwar nicht viel Neues, die Thematik von Elisabeth I. und Mary Stewart wurde halt schon oft in diversen Romanen aufgegriffen. Nichtsdestotrotz hat Rebecca Gablé hier die historischen Fakten gut eingeflochten. Teilweise lässt sie sogar Protagonisten wie den sehr bekannten Pirat Francis Drake vor einem ganz anderen Licht erscheinen, das eine komplett neue Seite von ihm preisgibt. Trotz der fast 1000 Seiten des Romans kommt aber für den Leser nie Langeweile auf, gewohnt flüssig zu lesen und immer interessant. Für mich nicht ganz so stark wie die Vorgängerbände, aber trotzdem ein weiterer schöner Baustein der Waringham-Saga.

Bewertung auf meiner Skala:

90%

Dienstag, 13. August 2019

Linus Geschke - Im Wald der Wölfe



Kurzbeschreibung:

Mitten in der Nacht steht eine blutüberströmte Frau vor der Tür von Jan Römers Waldhütte, und schlagartig ist es mit seinem Erholungsurlaub vorbei. Die Frau, Hannah Wozniak, wirkt verängstigt, behauptet aber, nur beim Joggen gestolpert zu sein. Jan Römer lässt sich von ihr überzeugen, horcht aber auf, als sie ihm vom "Wald der Wölfe" erzählt, ein nahe gelegenes Waldstück, in dem schon früher Morde geschehen sind. Alle Opfer trugen Brandzeichen, einen Wolfskopf. Am nächsten Morgen ist Hannah verschwunden, und Jan Römer beginnt zu recherchieren. Schnell zeigt sich, dass die Morde in einem Zusammenhang stehen, der bis tief in die deutsche Vergangenheit hineinreicht. Und als Jan Römer selbst in die Schusslinie gerät, wird ihm klar, dass die Geschichte noch nicht zu Ende ist.

Buchdaten:

Taschenbuch: 368 Seiten
Erscheinungsdatum: 26. Juli 2019
ISBN: 9783548291208

Meine Meinung:

"Im Wald der Wölfe" ist der vierte Band aus der Jan-Römer-Reihe von Linus Geschke. Der Journalist hat sich gerade für eine Auszeit in eine einsame Waldhütte in Thüringen eingemietet um sich von seinem letzten Fall zu erholen. Doch diese endet abrupt, als eine junge am Kopf blutende Frau verängstigt an seine Tür klopft. Als er von dieser vom "Wald der Wölfe" erfährt, in dem immer wieder im Laufe der Jahre Mordopfer mit einem Wolfskopf als Brandzeichen gefunden wurden, ist sein Interesse geweckt. Er beginnt zu recherchieren und sticht dabei in ein Wespennest der Vergangenheit. Auch in seinem vierten Fall kann Jan Römer wieder auf die tatkräftige Hilfe seiner Mitstreiter Mütze und Arslan zählen, doch sie geraten selbst ins Visier der "Wölfe". Linus Geschke lässt seinen Protagonisten auch diesmal wieder weit in die Vergangenheit zurück ermitteln. Jahre des geteilten Deutschlands, ja sogar bis zum Kriegsende. Zeitlich getrennt laufen dabei die Handlungsstränge parallel, bis sie nach und nach für den Leser verschmelzen. Dabei baut sich auch kontinuierlich die Spannung auf, die sich dann in einem furiosen und überraschenden Finale entlädt. Linus Geschke beendet anscheinend mit diesem Band die Serie, was ich persönlich sehr schade empfinde. Ich hätte gern noch ein wenig mehr davon gelesen, aber ein Hintertürchen bleibt letztendlich offen. Ein packender Krimi und für mich ein weiterer gelungener Band dieser Reihe.

Bewertung auf meiner Skala:

95%


Dienstag, 6. August 2019

Ursula Poznanski - Schatten


Kurzbeschreibung:

Eine Entführung. Drei Morde. Und ein Täter aus der Vergangenheit...
Ein Mann, grausam zugerichtet in seiner Wohnung. Eine Hebamme, ertränkt in einem Bach - zwei Fälle, die Beatrice Kaspary als Ermittlerin im Dezernat Leib und Leben der Polizei Salzburg lösen muss. Schnell erkennt Beatrice, dass die beiden Morde zusammenhängen - und dass sie etwas mit ihr zu tun haben müssen. Denn sie kannte beide Toten. Sie konnte sie nicht leiden. Und sie weiß: Wenn sie nicht handelt, wird es weitere Opfer geben...

Buchdaten:

Broschiert: 416 Seiten
Verlag: Wunderlich
Erscheinungsdatum: 10. März 2017
ISBN: 9783805250634

Meine Meinung:

"Schatten" ist der vierte Band aus der Kaspary & Wenninger Reihe von Ursula Poznanski. Die Salzburger Kommissarin bekommt es innerhalb kurzer Zeit mit zwei Morden zu tun, erst ein für sein Umfeld unangenehmer Zeitgenosse und dann eine Hebamme. An beiden Tatorten entdeckt sie Beweismittel, die sie mit ihrer eigenen Vergangenheit konfrontieren. Ist das Zufall oder muss sie Jahre zurückgehen für ihre Ermittlungen. Als auch noch ihr Vorgesetzter ermordet wird und sie selbst entführt wird, wird alles für ihren Freund und Kollegen Wenninger zu einem Wettlauf gegen die Zeit. Ursula Poznanski konstruiert hier einen Kriminalfall, der die Ermittlerin zugleich Opfer werden lässt. Eine Konstellation die neugierig machte. Obwohl mich mein Bauchgefühl sehr früh bzgl. des Täters richtig leitete, war die Geschichte von Anfang bis Ende spannend. Sehr gut konnte ich als Leser die Gefühlswelten von Wenninger und Kaspary aufnehmen und mich in die jeweiligen Situationen hineinversetzen. Anspannung, Verzweiflung, Stille, Leere - all dies brachte die Autorin perfekt und glaubwürdig rüber. Das Psycho-Spiel "Vertrauen und Bestrafung" des Täters mit Kaspary trug dabei sehr zur Spannung bei, die bis auf die letzten Seiten erhalten bleibt. Dieser vierte Fall zählt für mich zu den besten aus dieser Serie und ich würde mich freuen, wenn Ursula Poznanski diese Reihe fortsetzt.

Bewertung auf meiner Skala:

100%


Donnerstag, 1. August 2019

Harry Kämmerer - Letzte Reise


Kurzbeschreibung:

Nach einem Filmriss wacht Kriminalkommissar Klaus Hummel im Führerhaus eines Lasters auf. Auf einem Parkplatz mitten im Bayerischen Wald. Und im gekühlten Laderaum liegen neun tote Frauen. Mühsam erinnert er sich, wo er wenige Stunden zuvor war. In München. Erst Haidhausen, dann Moosach. Kann das sein? War er wirklich in einem Puff?

Buchdaten:

Broschiert: 320 Seiten
Verlag: Heyne Verlag
Erscheinungsdatum: 8. Juli 2019
ISBN: 9783453439771

Meine Meinung:

"Letzte Reise" ist der zweite Band aus der Kommissar-Hummel-Reihe von Harry Kämmerer. Nach einer durchzechten Nacht wird Kriminalkommissar Hummel in der Schlafkoje eines Laster rüde von einer Streife der Verkehrspolizei geweckt. Was anfangs in München in einem Café begann, endet in Niederbayern bei einer Polizeikontrolle. Und als dann noch im Kühlladeraum die Leichen von neun Frauen entdeckt werden, hat Hummel ein Problem. Gemeinsam mit seinen Kollegen versucht er das Geheimnis dieser Toten zu lüften. Als dann auch noch die Fahrer des Laster tot aufgefunden werden, führen die Spuren in den Bayerischen Wald. Harry Kämmerer hat hier ein sehr sympathisches Ermittlerteam am Start, verwebt sehr gut Kriminalfall und Privatleben der Personen. Die kurzen Kapitel lesen sich flüssig und für den Leser ergeben sich immer mehr Verstrickungen und Verkettungen der Ereignisse. Diese geben der Geschichte auch immer wieder neue Wendungen. Das erhält die Spannung. Heiterkeit und Traurigkeit begleitet das Ermittlerteam und als Leser erlebt man dies hautnah, ja zwischendrin leidet man sogar mit. Der Titel für diesen Krimi ist perfekt gewählt, denn so fühlt es sich auch an. Harry Kämmerer hat mich auf die "Letzte Reise" mitgenommen, wobei ich aber hoffe noch mehr von Kommissar Hummel lesen zu können.

Bewertung auf meiner Skala:

100%