Dienstag, 30. Juni 2020

Alex Beer - Das schwarze Band



Kurzbeschreibung:

Wien im Juli 1921: Die Stadt ächzt unter einer Hitzewelle, Wasser wird rationiert, und der Asphalt schmilzt. Kriminalinspektor August Emmerich macht noch ein ganz anderes Problem zu schaffen: Weil er sich wieder einmal danebenbenommen hat, wird er von den Ermittlungen an zwei ermordeten Tänzerinnen abgezogen und in einer Kadettenschule interniert. Dort soll er, gemeinsam mit anderen schwarzen Schafen aus dem Polizeidienst, bessere Umgangsformen lernen. Doch als in der Schule ebenfalls ein Mord passiert, muss Emmerich für seine Nachforschungen erneut alle Regeln brechen. Denn er sieht sich mit einer blutigen Intrige konfrontiert, die ihn bis in die höchsten politischen Kreise führt ...

Buchdaten:

Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
Verlag: Limes Verlag
Erscheinungsdatum: 25. Mai 2020
ISBN: 9783809027201

Meine Meinung:

"Das schwarze Band" ist der vierte Band der August-Emmerich-Reihe von Alex Beer. Der eigenwillige Kriminalinspektor konnte sich wieder mal nicht zügeln und tritt beim Amtsantritt des neuen österreichischen Bundeskanzler ins Fettnäpfchen. Dies beschert ihm einen speziellen Disziplinarkurs in einer Kadettenschule oder das Ende seiner Arbeit im Polizeidienst. Notgedrungen muss er seinen Assistenten Winter allein im vorliegenden Mordfall ermitteln lassen. Doch dann entwickelt sich alles in eine neue Richtung, denn es steckt viel mehr hinter dem Mordfall. In der Kaserne geschieht ebenfalls ein Mord und es gilt ein mögliches Attentat auf den Kanzler zu verhindern. Alex Beer lässt in diesem vierten Band den Assistenten Winter mehr Spielraum, die Figur entwickelt sich dadurch dass sie ohne Emmerich auskommen muss. Die Beziehung zwischen den Kollegen  Emmerich und Winter entwickelt sich dadurch weiter. Denn auch Emmerich, so ruppig er sein mag, sorgt sich ernsthaft um seinen Assistenten. Neben dem eigentlichen Kriminalfall gefällt mir diese menschliche Entwicklung der beiden. Die Mischung aus den tristen Jahren nach Ende des ersten Weltkrieges und den Auswüchsen einzelner Schein- und Halbwelten, sowie ewig Gestriger und möglicher Erneuerer webt Alex Beer geschickt in diesen Kriminalfall ein, die Kombination macht das Buch zu einer guten Lektüre. Obwohl sich manche Verhaltensmuster Emmerichs wiederholen, lese ich diese Reihe wirklich gern. Auch der vierte Band lässt den Leser in die Jahre Anfang 1920 in Wien eintauchen. Das Buch hat die nötige Spannung und wartet am Ende mit einem Cliffhanger auf, bei dem man gespannt sein darf, wie der Weg August Emmerichs weitergehen wird.

Bewertung auf meiner Skala:

95%

Dienstag, 23. Juni 2020

Ellin Carsta - Der nahende Sturm



Kurzbeschreibung:

Die Hansens haben allen Grund zu feiern. Gerade ist es ihnen gelungen, die durch Richards Diebstahl ausgelösten Turbulenzen zu bewältigen. Da droht bereits das nächste Unheil. Die beiden Verstoßenen, Elisabeth und Richard, haben sich verbündet. Gemeinsam sind sie darauf aus, dem Kontor der Hansens die Kundschaft abzujagen. Doch Luise will die Flucht nach vorne antreten und schmiedet bereits ganz andere Pläne.
In Kamerun hat es Hamza als vorübergehender Leiter der Plantage geschafft, die Spinnmilbenplage erfolgreich zu bekämpfen. Das gefällt nicht allen vor Ort, und der nächste Zusammenstoß zwischen den Einheimischen und den Kolonialherren ist vorprogrammiert.

Buchdaten:

Taschenbuch: 301 Seiten
Erscheinungsdatum: 16. Juni 2020
ISBN: 9782496702576

Meine Meinung:

"Der nahende Sturm" ist der sechste Band aus der Hansen-Saga von Ellin Carsta. Erneut ist das Kontor der Familie Hansen in seiner Existenz bedroht, denn die Kunden sollen durch Preisdumping abgeworben werden. Doch nicht nur dies hat die von Hass zerfressene Ex-Gattin von Robert Hansen im Sinn, sie will die Familie regelrecht zugrunde richten. Dabei sind ihr alle Mittel recht und sie lässt sogar die Hansens ausspionieren. Aber auch in Kamerun bahnen sich weitere Konflikte zwischen schwarz und weiß an, skrupellose Kolonialherren machen Hamza das Leben schwer. Was sich im letzten Band der Saga schon andeutete führt die Autorin jetzt konsequent fort. Die Geschehnisse konzentrieren sich in diesem Band im Wesentlichen auf die Ereignisse in Hamburg und streifen ein wenig die Vorgänge in Kamerun. Der Schauplatz Wien bleibt diesmal außen vor. Vieles ereignet sich innerhalb der Familie, Wendungen für Personen ergeben neue Perspektiven, teils treten diese in ein neues Licht. Ellin Carsta lässt so manche Figur jetzt neue Pfade einschlagen, die für den Leser viele Entwicklungsmöglichkeiten offen halten. Interessant empfinde ich dabei, dass Luise immer mehr auch Facetten erhält, in denen sie der Leser auch durchaus kritisch betrachten kann. So zeigt sie sich z.B. ihrem Ehemann gegenüber hart für etwas, dass sie selbst für sich in gleicher Weise in Anspruch nahm. Fast jeder in der Familie Hansen trägt so sein Geheimnis mit sich. Auch dieser sechste Band liest sich flüssig, stellt für mich ein immer runderes Bild der Familie Hansen dar. Gleichzeitig zeichnet sich eine Eskalation der Ereignisse in Kamerun ab. Man darf also spekulieren, wo im siebten Band der Weg der Familienmitglieder und des Kontors hingeht.

Bewertung auf meiner Skala:

90%

Freitag, 19. Juni 2020

David Gilman - Legenden des Krieges: Der eiserne Schwur



Kurzbeschreibung:

Frankreich, 1362: Zwar wurde Thomas Blackstone, einst ein einfacher Bogenschütze, zum Kriegsherrn König Edwards III. ernannt – doch das schützt ihn vor Verleumdung nicht. Eine Gruppe Ritter des Deutschen Ordens trachtet nach Vergeltung an dem walisischen Söldnerführer Gruffydd ap Madoc, der für grausame Verbrechen im Elsass verantwortlich sein soll. Da wittert Simon Bucy, der raffinierte Berater des französischen Königs, seine Chance. Blackstone sei mit dem Waliser geritten und der eigentliche Schuldige, flüstert er ihnen ein, und die Ritter begeben sich auf die Suche. Blackstone kämpft derweil mit Entschlossenheit für den Anspruch seines Königs auf französischen Boden. Zugleich bangt er um die Sicherheit seines Sohnes Henry. Dann gerät nicht nur dieser, sondern auch der englische Prinz in größte Gefahr …

Buchdaten:

Taschenbuch: 560 Seiten
Erscheinungsdatum: 16. Juni 2020
ISBN: 9783499003011

Meine Meinung:

"Der eiserne Schwur" ist der sechste Band aus der Reihe "Legenden des Krieges" von David Gilman. Thomas Blackstone, mittlerweile Kriegsherr im Dienste König Edwards III. ist weiterhin in Frankreich unterwegs um die Ansprüche seines Königs zu sichern. Immer wieder wird er dabei in Gefechte und Schlachten gezwungen, die seinen Männern das Äußerste abverlangen. Aber nicht nur er und sein Heer ist ständigen Gefahren ausgesetzt, auch sein Sohn Henry muss um sein Leben fürchten. Dieser wird seinem Vater immer ähnlicher und es bedarf einiger Überzeugung, dass Henry sich auf den Weg nach Avignon machen soll, um sich dem Studium zu widmen, anstatt den Waffen. Aber er wäre nicht Thomas Blackstones Sohn, wenn dies reibungslos ablaufen würde. Und so gilt es nicht nur Henry's Leben zu schützen, sondern auch das des englischen Prinzen. Lange ließ David Gilman den Leser auf diesen sechsten Band der Reihe warten und ich war sehr gespannt auf die Fortsetzung. In vielen historischen Romanen zeichnet sich die Handlung durch politische Intrigen und dessen Folgen aus. Dies ist zwar zu einem kleinen Teil hier ebenso, aber der Autor legt eindeutig den Fokus hier anders: Erbarmungslose und blutige Schlachten, das Kämpfen bis zum bitteren Ende. Zwar verwundert es ein wenig, dass der Held all die Verletzungen immer wieder übersteht, praktisch fast unsterblich ist, aber eines ist ganz klar festzustellen: David Gilman gelingt es erneut mich mit dieser Reihe zu begeistern, denn die Handlung ist absolut fesselnd beschrieben. Als Leser taucht man mitten in das Schlachtgetümmel ein, fiebert von Seite zu Seite mit. Diese Reihe ist sicherlich nichts für zartbesaitete Leser, den die Schlachten und das Sterben werden schonungslos dargestellt. Aber wer als Leser den Weg des Thomas Blackstone mitgeht, erlebt ein spannendes Leseabenteuer. Mit diesem sechsten Band der Reihe konnte mit David Gilman erneut überzeugen und ich hoffe auf das folgende Abenteuer des Thomas Blackstone nicht wieder knapp zwei Jahre warten zu müssen.

Bewertung auf meiner Skala:

95%

Donnerstag, 11. Juni 2020

Beate Maxian - Tod in der Hofburg



Kurzbeschreibung:

Ganz Wien ist anlässlich des Jahreswechsels in Feierlaune. Auch Journalistin Sarah Pauli – sie hat tatsächlich Karten für das weltberühmte Neujahrskonzert der Philharmoniker ergattert. Doch die feierliche Hochstimmung schlägt in tiefes Entsetzen um: Als die Besucher nach der Veranstaltung den Konzertsaal verlassen, eröffnet ein Heckenschütze das Feuer und tötet ein Ehepaar. Sarah lässt die schreckliche Tat keine Ruhe. Sie recherchiert und entdeckt einen Zusammenhang mit einem Mord, der sich wenige Tage zuvor in der Wiener Hofburg ereignet hat. Doch der Todesschütze nimmt schon sein nächstes Opfer ins Visier ...

Buchdaten:

Taschenbuch: 384 Seiten
Erscheinungsdatum: 17. August 2015
ISBN: 9783442482856

Meine Meinung:

"Tod in der Hofburg" ist der fünfte Band der Sarah-Pauli-Reihe von Beate Maxian. Gleich zu Beginn beginnt es mit einem Paukenschlag. Eine Erpressung geht schief, denn das vermeintliche Opfer wird zum Täter. Szenenwechsel - Die Journalistin Sarah Pauli und ihr Freund und Chef David Gruber verlassen gerade das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker, als ein Heckenschütze auf die Besucher schießt. Eine junge Schauspielerin wird verletzt und ein Ehepaar stirbt dabei. Zwei Ereignisse innerhalb kürzester Zeit, die Wien erschüttern. Erst unter Schock, aber dann in ihrem Element beginnt die Journalistin des Wiener Boten ihre eigenen Recherchen, denn eine ehemalige Cellistin war ebenfalls vor Ort und scheint mehr zu wissen und so kreuzen sich beider Wege. Die Autorin legt früh mehrere Spuren für den Leser, denen es zu folgen gilt. Einige natürlich als Irrwege und so bleibt die Suche nach dem Motiv spannend. Natürlich hat auch in diesem Band das Privatleben von Sarah Pauli seinen Anteil, überlagert aber nicht den Kriminalfall, sondern ergänzt und rundet die Story ab. Wie immer bindet die Autorin auch wieder Wiener Schauplätze ein, die den Leser einladen für eigene Spaziergänge in dieser schönen Stadt. Die Journalistin ermittelt diesmal nicht alles auf eigene Faust, sondern der Kommissar Stein löst auch einiges praktisch im Hintergrund der Geschichte. Damit entsteht ein kleiner Sprung in der Story, der nicht immer alles eindeutig schlüssig erscheinen lässt. Trotzdem rundet die letztendliche Auflösung des Fall diesen Band dann wieder stimmig ab. Mir gefällt diese Reihe gut und ich werde sicherlich noch die weiteren Bände ebenfalls lesen.

Bewertung auf meiner Skala:

85%

Montag, 8. Juni 2020

Frank Goldammer - Roter Rabe



Kurzbeschreibung:

Im Spätsommer 1951 kehrt Oberkommissar Heller mit seiner Familie aus dem staatlich genehmigten Ostseeurlaub nach Dresden zurück. Für seine Frau Karin geht die Fahrt gleich weiter, denn sie hat überraschend die Reiseerlaubnis in den Westen zu Sohn Erwin erhalten. Heller ist besorgt. Doch sein neuer Fall lässt ihm keine Zeit zum Grübeln: Zwei unter Spionageverdacht stehende Männer, Zeugen Jehovas, sterben in ihren Gefängniszellen. Und es geschehen weitere mysteriöse Todesfälle. Bei einem der Opfer wird eine geheimnisvolle Botschaft gefunden: "Eine Flut wird kommen." Heller beschleicht eine schreckliche Ahnung.

Buchdaten:

Broschiert: 384 Seiten
Erscheinungsdatum: 21. Dezember 2018
ISBN: 9783423262095

Meine Meinung:

"Roter Rabe" ist der vierte Band der Max-Heller-Reihe von Frank Goldammer. Der Dresdner Oberkommissar bekommt es diesmal mit einem völlig undurchsichtigen Fall zu tun. Zwei Männer sterben in ihren Zellen jeweils durch angeblichen Suizid, und beide auf die gleiche Art. Max Heller glaubt nicht an einen Zufall, ein Spionageverdacht steht im Raum. Als sich auch noch die Ministerien für Staatssicherheit der DDR und der UdSSR für den Fall interessieren, beschleicht Max Heller eine Ahnung, das es um eine viel größere Bedrohung gehen muss. Denn weitere Mordfälle geschehen in kürzester Zeit. Frank Goldammer lässt den Leser in diesem vierten Fall sehr lange im Dunkeln stehen. Sowohl Motiv und Hintergrund der Mordfälle, als auch private Geschehnisse im Umfeld Max Hellers bleiben fast bis zu den letzten Seiten völlig undurchsichtig. Zwar gibt es Tote am laufenden Band, aber man tappt im Dunkeln. Hat es tatsächlich mit dem kalten Krieg zu tun, geht es wirklich um Spionage, eventuell sogar um Landesverrat? Welche Rolle spielen sein alter russischer Freund Alexej Saizev oder die Kollegen, wem kann man trauen und wem nicht? Sogar Zweifel an der Heimkehr der eigenen Ehefrau bestehen. Diese Komplexität und Undurchschaubarkeit des Krimis machte ihn für mich so spannend. Als Leser war ich ständig nur am Spekulieren, was denn wirklich hinter dem Ganzen steht. Genau dieses "Nichtwissen" machte diesen Band für mich so interessant, die Verflechtungen haben mir gut gefallen. Einzig gegen Ende ging mir dann einiges zu schnell im Eiltempo und ein paar wenige offene Fragen blieben. In Summe ist aber dieser vierte Band aus der Reihe für mich wieder sehr gelungen und es hat Spaß gemacht ein weiteres Kapitel aus Max Heller's Leben und seinen Ermittlungen zu lesen.

Bewertung auf meiner Skala:

95%

Samstag, 6. Juni 2020

Wolfgang Burger - Wen der Tod betrügt



Kurzbeschreibung:

Juliana von Lembke, erfolgreiche Managerin und gefürchtete Spezialistin für die Sanierung bankrotter Firmen, wird tot aus dem Neckar gezogen. Anfangs deutet alles auf Selbstmord hin. Doch dann taucht eine Obdachlose auf, die bezeugt, dass Juliana von einer Brücke in den Fluss gestoßen wurde. Kripochef Alexander Gerlach hat zunächst den Ehemann in Verdacht oder einen ihrer vielen verflossenen Liebhaber. Da Juliana sich bei den Sanierungsaktionen aber viele Feinde gemacht hat, ermittelt er bald auch in dieser Richtung. Dann findet einer von Julianas früheren Liebhaber den Tod, ein Mitarbeiter wird in die Luft gesprengt, und der Ehemann ist plötzlich spurlos verschwunden. Gerlach steht vor seinem vielleicht undurchsichtigsten Fall …

Buchdaten:

Broschiert: 400 Seiten
Verlag: Piper
Erscheinungsdatum: 2. Oktober 2018
ISBN: 9783492060325

Meine Meinung:

"Wen der Tod betrügt" ist der fünfzehnte Band der Alexander-Gerlach-Reihe von Wolfgang Burger. Die Top-Managerin Juliana von Lembke wird tot aus dem Neckar geborgen. Alles spricht für einen Suizid, aber der Heidelberger Kripochef Alexander Gerlach hat daran seine Zweifel. Er beginnt im Umfeld der Toten zu ermitteln und es ergeben sich diverse Motive. Und dann meldet sich eine Obdachlose, die gesehen hat wie die Frau von einer Brücke in den Neckar gestoßen wurde. Was steckt hinter dem ganzen, denn es geht anscheinend auch um unerlaubte Firmenverstrickungen? Wolfgang Burger lässt seinen Kripochef wieder in bewährter Manier ermitteln. Für den Leser hält er dabei wieder einige mögliche Tätermotive bereit. Sogar eventuell Geheimdienste könnten in den Fall verwickelt sein. Doch nach und nach deuten immer mehr Hinweise in eine bestimmte Richtung. Wer diese Reihe kennt weiß, dass natürlich auch immer einen Anteil die Geschichten rund um die Familie des Protagonisten ausmachen. Gerlach's Freundin und seine Zwillingstöchter, sowie seine Eltern halten ihn auch diesmal wieder auf Trab. In Summe packt der Autor einiges in dieses Buch wieder hinein. Manches ist mir aber dann zu schnell abgewickelt oder der jeweilige Handlungsstrang verläuft ein wenig im Sand. Das Ende ist mir persönlich etwas zu viel konstruiert. In Summe ist der fünfzehnte Fall aus dieser Reihe ein solider Krimi, Alexander Gerlach hat aber schon ein wenig Abnutzungserscheinungen.

Bewertung auf meiner Skala:

80%

Dienstag, 2. Juni 2020

Robert Fabbri - Vespasian: Das zerrissene Reich



Kurzbeschreibung:

A.D. 58: Das Römische Reich wird von innen erschüttert: Kaiser Nero hat einen Tross von Speichelleckern um sich versammelt, und zusammen wüten sie des Nachts in Roms ungeschützten Straßen. Neros Ausgaben steigen ins Unermessliche, zugleich ist die Kontrolle über Britannien kaum noch zu bezahlen. Kann Nero sich aus der Provinz zurückziehen, ohne als Verlierer dazustehen?
Panisch versuchen die römischen Investoren, ihren Reichtum aus Britannien abzuziehen. Vespasian muss noch einmal auf die Insel. Dort wird er in eine tödliche Rebellion verwickelt, angeführt von der unerbittlichen und furchtlosen Königin und Heerführerin Boudicca. Während der Aufstand um sich greift, muss Vespasian seinen Auftrag erfüllen – bevor ganz Britannien in Flammen aufgeht …

Buchdaten:

Taschenbuch: 528 Seiten
Erscheinungsdatum: 19. Mai 2020
ISBN: 9783499002878

Meine Meinung:

"Das zerrissene Reich" ist der siebte Band aus der Vespasian-Reihe von Robert Fabbri. Er spielt im Zeitraum 58 - 62 A.D. und ist in vier Teile gegliedert. Der junge Kaiser Nero brüskiert ein um das andere Mal sein Umfeld. Seine nächtlichen Eskapaden, seine unerhörten Auftritte als Künstler, aber nicht zuletzt seine Ermordungen lassen ihn für sein Umfeld unberechenbar erscheinen. Die Tötung seiner eigenen Mutter Agrippina geht dabei ebenso auf sein Konto wie die seiner ersten Gattin Octavia. Es kommt zu schweren Unruhen in Rom, aber auch im fernen Britannien erhebt sich das Heer der Icener unter Führung der Königin Boudicca. Vespasian und sein Gefolge ist ebenfalls auf der Insel um im Auftrag von Investoren rechtzeitig Kredite einzufordern und die römischen Gelder zu schützen. Er wird in die blutige Rebellion verwickelt und es kommt zur entscheidenden Schlacht an der Watling Street. Robert Fabbri lässt einen in weitere vier Jahre im Leben Vespasians eintauchen und hält dabei ein hervorragend ausgewogenes Gleichgewicht zwischen Fiktion und realer Geschichte. All die Korruption und Intrigen in Rom, aber auch die Gefahr sich im Umfeld des unberechenbaren Kaiser Nero zu befinden, stellt Fabbri ebenso lebendig dar wie die Grausamkeiten während der Rebellion in Britannien. Auch in diesem siebten Band verliert diese Reihe nichts von ihrer Qualität und bleibt weiterhin hochinteressant. Zwar gibt es kleinere Einzelheiten die sich im Laufe der Zeit wiederholen, aber im Gesamtkontext stimmig sind. Erklärungen im Nachwort des Autors helfen dem Leser noch besser die geschichtlichen Zusammenhänge zu verstehen. "Das zerrissene Reich" ist ein Band der den Leser perfekt in die Welt des letzten Kaiser der julisch-claudischen Dynastie entführt und dabei noch etliche spannende Momente zwischen Wagenrennen und Schlachtgetümmel erleben lässt. Für mich weiterhin eine sehr gelungene Reihe und eine klare Leseempfehlung für Band 7 aus der Vespasian-Reihe.

Bewertung auf meiner Skala:

95%