Freitag, 13. Mai 2022

Klüpfel, Volker / Kobr, Michael - Funkenmord

 


Kurzbeschreibung:

Kluftinger steht vor einem Rätsel: Wie um Himmels Willen funktioniert eine Waschmaschine? Wieso gibt es verschiedene Sorten Waschmittel? Und wie überlebt man eine Verkaufsparty für Küchenmaschinen bei Doktor Langhammer? Weil seine Frau Erika krank ist und zu Hause ausfällt, muss sich Kluftinger mit derartig ungewohnten Fragen herumschlagen. Die Aufgaben im Präsidium sind nicht weniger anspruchsvoll: Der Kommissar will nach über dreißig Jahren endlich den grausamen Mord an einer Lehrerin aufklären. Die junge Frau wurde am Funkensonntag an einem Kreuz verbrannt. Doch das Team des Kommissars zeigt wenig Interesse am Fall "Funkenmord". Nur die neue Kollegin Lucy Beer steht dem Kommissar mit ihren unkonventionellen Methoden zur Seite. Der letzte Brief des Mordopfers bringt die beiden auf eine heiße Spur.

Buchdaten:

Gebundene Ausgabe: 496 Seiten
Verlag: Ullstein
Erscheinungsdatum: 29. September 2020
ISBN: 9783550081804

Meine Meinung:

"Funkenmord" ist der elfte Band der Kluftinger-Reihe von Volker Klüpfel  und Michael Kobr. Vor über dreißig Jahren wurde eine junge Lehrerin am Funkensonntag an ein Kreuz gefesselt und verbrannt. Der damals noch junge Kommissar Kluftinger hatte ihren Geliebten als Täter überführt. Doch dies war ein Ermittlungsfehler. Kluftinger gab diesem vor dessen Tod das Versprechen, den wahren Mörder zu stellen. Und so nimmt der Kommissar die Ermittlungen in diesem alten Fall wieder auf. Dieser neue Fall schließt direkt nach den Ereignissen des zehnten Bandes an, in dem Kluftinger nur knapp mit dem Leben davonkam. Aber die Geschehnisse werfen noch immer ihre Schatten über die Kripo Kempten. Trauer um den Verlust des Kollegen Strobl, aber auch Kluftingers Ehefrau Erika ist in der Angst um ihren "Butzele" in ein psychisches Loch gefallen. In gewohnter Manier lässt das Autorenduo den kauzigen Kommissar wieder in diverse bereitstehende Fettnäpfchen treten. Obwohl dies immer wieder für den ein oder anderen Lacher sorgt, muss ich aber gestehen dass so langsam aus der Reihe ein wenig die Luft rausgeht. Die Figuren rund um den Kluftinger in Altusried sind dem Kenner der Reihe wohlbekannt, aber sie entwickeln sich mittlerweile nicht mehr weiter. Zwar kommt die junge Ermittlerin Lucy Beer neu in das Team, aber sie wirkt in der Allgäuer Runde eher wie ein Fremdkörper. Und so erlebt man als langjähriger Leser dieser Reihe ein Wechselbad der Gefühle. Teils witzige Komponenten, teils gewohntes Terrain, aber halt vieles bekanntes. Und zudem mangelt es diesem Band auch an Spannung bzgl. des Kriminalfalles. Ich mag diese Reihe um den Allgäuer Kommissar immer noch gern, aber vielleicht wäre es für ihn langsam Zeit in Pension zu gehen. "Funkenmord" ist solide, kann aber nicht an frühere Höhenflüge der Reihe anknüpfen.

Bewertung auf meiner Skala:

70%

Donnerstag, 5. Mai 2022

Andreas Winkelmann - Die Karte

 


Kurzbeschreibung:

Er gehört zu deinem Training wie die Schuhe und der Soundtrack: Dein Fitness-Tracker, der deine Laufstrecke online teilt. Jeder weiß, wo du warst - und wieder sein wirst. Doch damit inspirierst du jemanden zu einem ganz besonderen Kunstwerk, den du besser nicht auf dich aufmerksam gemacht hättest. Er trackt deine Initialen in eine digitale Karte. Sein Zeichen, dass du die Nächste sein wirst ... Lauf, so schnell du kannst - es wird dir nichts nützen. Er erwartet dich.

Buchdaten:

Taschenbuch: 384 Seiten
Verlag: Rowohlt
Erscheinungsdatum: 15. Juni 2021
ISBN: 9783499000409

Meine Meinung:

"Die Karte" ist der vierte Band der Kerner-und-Oswald-Reihe von Andreas Winkelmann. Ein Mann wird auf offener Straße niedergestochen und überlebt schwerverletzt. Hauptkommissar Jens Kerner wird zum Tatort gerufen. Der Täter könnte noch in der Nähe sein. Eine junge Joggerin aus der Nachbarschaft lässt sich nicht von ihm von ihrer Laufrunde abhalten. Kurz darauf wird Kerner zu einem weiteren Tatort gerufen. Das Opfer - die Joggerin. Sie wurde brutal erdrosselt. Hängen die beiden Taten zusammen? Nur wenig später werden erneut zwei Joggerinnen auf ihrer Laufrunde ermordet. Einziger Zusammenhang scheint eine Fitness-App zu sein, in der alle Opfer ihre Laufstrecken öffentlich posteten. Andreas Winkelmann greift in diesem Fall ein Thema auf, dass aufzeigt wie einfach es heute ist Menschen zu tracken. Durch die Vielzahl an Onlineportalen und Apps können Bewegungsabläufe der Menschen sehr leicht nachvollzogen werden. In diesem Fall durch Laufstrecken. Doch was treibt diesen Serientäter an? Ist es die pure Lust an der grausamen Tötungsmethode oder stecken vielleicht doch persönliche Motive dahinter? Dies lässt der Autor lange im Dunkeln und so ergeben sich viele Verdachtsmomente. Als für Jens Kerner und Rebecca Oswald dieser Fall auch noch durch den Tod des Kollegen extrem persönlich wird, gerät immer mehr aus den Fugen. Andreas Winkelmann gestaltet diesen Krimi gewohnt flüssig, erzeugt dabei immer wieder Spannungsmomente und erzählt aber auch die private Seite von Jens und Rebecca weiter. Wer die Reihe kennt, der weiß um die Entwicklung der Beziehung beider. Das Thema und der Fall haben mir gut gefallen, passt in den Zeitgeist. Auch dieser vierte Fall der Reihe ist wieder gelungen, obwohl ich ihn persönlich ein klein wenig schwächer als den Vorgängerband empfinde. Nichts desto trotz weiterhin eine gelungene Reihe, der ich sicherlich treu bleiben werde.

Bewertung auf meiner Skala:

80%

Sonntag, 1. Mai 2022

Arthur A. Quint - Das Verräterkarussell

 


Kurzbeschreibung:

Ein jüdischer Physiker aus Wien bietet dem amerikanischen Geheimdienst bahnbrechende Forschungsergebnisse an. Sein prominenter Berliner Kollege begeht sogar einen Mord, um ihr gemeinsames Werk zu schützen. Doch die Gestapo ist den Männern auf den Fersen - und mit ihnen gerät der blutjunge amerikanische Agent Thomas K. Wolf, Nachkomme deutscher und österreichischer Emigranten, in eine komplizierte und lebensgefährliche Spionageaffäre.

Buchdaten:

Taschenbuch: 600 Seiten
Verlag: Gmeiner
Erscheinungsdatum: 13. April 2022
ISBN: 9783839201145

Meine Meinung:

"Das Verräterkarussell" ist ein Wien-Krimi von Arthur A. Quint. Sommer 1937, die Zeit bevor Hitler in Österreich einmarschierte. In Österreich brodelt es, Kanzler Schuschnigg führt seit 1934 das Land als austrofaschistischen "Ständestaat" mittels der "Vaterländischen Front". Doch die Nationalsozialisten haben bereits ihre Finger mehr und mehr nach der Alpenrepublik ausgestreckt. Gleichzeitig wird der junge Absolvent Thomas K. Wolf in den USA für den Geheimdienst angeworben. Noch in seiner Ausbildung in Heckwaters wird er für einen ersten Auftrag nach Europa entsandt. Er soll einem Berliner Physikprofessor bei der heimlichen Emigration aus Deutschland zur Seite stehen. Doch vor Ort stellt sich heraus, dass dieser sein Land gar nicht verlassen möchte, vielmehr geht es um einen jüdischen Kollegen von ihm aus Wien. Thomas muss schnellstens handeln, denn die Gestapo hat sich ebenfalls an deren Fersen geheftet. Denn der Wiener Professor Morgenstern scheint über brisantes Wissen zu verfügen, Wissen für den Bau einer Atombombe. Arthur A. Quint gestaltet mit dieser Geschichte einen spannenden Spionageroman unter dem Hintergrund der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Österreich. Der Protagonist Thomas K. Wolf gerät durch seinen Auftrag, aber auch durch sein Handeln in einen Strudel aus Intrigen und Verrat. Erst nach und nach offenbart sich, dass es nicht einfach nur schwarz und weiß gibt. Im Gegenteil, es gilt sogar in den eigenen Reihen misstrauisch zu sein. Wem kann er vertrauen und wer spielt für welche Seite. Freund oder Feind, die Grenzen verwischen. Der Autor erzählt dies dabei in spannender Manier und als Leser gerät man selbst immer mehr in diesen Strudel. Ständig stellt sich die Frage wem kann Thomas trauen, was steht hinter dem ganzen? Bis zum Schluss bleibt dies geschickt verborgen und man weiß nicht wer auf das Verräterkarussell tatsächlich aufgesprungen ist. Dieser Wien-Krimi ist nicht nur einfach ein Krimi, vielmehr ist es ein gelungener Spionageroman, der mit Spannung überzeugt.

Bewertung auf meiner Skala:

100%


Sonntag, 24. April 2022

Anne Bandel - Von oben fällt man tiefer

 


Kurzbeschreibung:

Theophil Kornmaier ist ein komischer Typ – schräg, einsilbig und geplagt von einem unverarbeiteten Trauma: Als er selbst noch ein Kind war, ist sein Bruder bei einer Alpenüberquerung abgestürzt. Er beschließt, sich seiner Vergangenheit zu stellen: mit einer Alpenüberquerung. Weil er in puncto Wandern allerdings komplett unerfahren ist, schließt er sich einer Wandergruppe an: die schlechteste Idee seines Lebens. Denn nicht nur ein verbissener Hochleistungs-Opa, eine verführerische Alpen-Lolita und der wenig motivierte Wanderführer Josef bringen Kornmaier über seine Grenzen. Und als wäre das nicht schon schlimm genug, treibt ein skrupelloser Mörder in der Einsamkeit steiniger Pfade und heimeliger Berghütten sein Unwesen …

Buchdaten:

Taschenbuch: 272 Seiten
Verlag: dtv
Erscheinungsdatum: 13. April 2022
ISBN: 9783423219921

Meine Meinung:

"Von oben fällt man tiefer" ist ein Wanderkrimi von Anne Bandel. Seit seiner Kindheit plagen Theophil Kornmaier Alpträume, denn sein kleiner Bruder stürzte während einer Alpenüberquerung ab. Um endlich dieses Trauma aufzuarbeiten beschließt er sich erneut einer solchen Wanderung auszusetzen. Er bucht kurzentschlossen eine geführte Tour über den E5-Fernwanderweg von Oberstdorf nach Meran. Er selbst mit etwas angestaubter Ausrüstung trifft auf seine Wandergruppe, die skuriler nicht sein kann. Anne Bandel beschreibt in diesem Wanderkrimi die gemeinsamen Tage einer Gruppe, die genau so von der Großstadt ausgezogen sein könnte um die Bergwelt unsicher zu machen. Alles dabei, von dem der immer der sportlichste und erste sein muss, bis über geplagte Ehefrauen und Mauerblümchen hin zu Selbstdarstellern und Blendern. Eine Kombination, die für so manchen Bergführer eine Herausforderung darstellt. So auch in diesem Fall. Als auch noch Mitglieder der Wandergruppe vermisst werden, Abstürze vermutet werden, gerät die Gruppendynamik vollkommen außer Kontrolle. Gleich zu Beginn lernt der Leser dabei alle Protagonisten kennen, ihre Beweggründe für diese Wanderung, bevor es zum ersten Aufeinandertreffen kommt. Schnell wird es dabei lustig, etliche Szenen lassen einen erheitert diese Geschichte lesen. Gerade das Zwischenmenschliche innerhalb der Gruppe macht dieses Buch gut. Die Dynamik mit der die einzelnen Personen agieren, andere ihnen auf die Schliche kommen und dabei ein Bergführer der über seine "Flachlandtiroler" verzweifelt und sich schon auf halber Strecke ablösen lassen will. Dass es dann zu Todesfällen kommt, macht aus der Story dann den Wanderkrimi. Für mich war der Krimi hier eher schmückendes Beiwerk, denn ich konnte mich allein über die Wandergruppe und ihre Befindlichkeiten schon köstlich amüsieren. "Von oben fällt man tiefer" ist eine kurzweilige Geschichte, flüssig zu lesen und lässt wunderbar Kopfkino zu. Denn wer in der Bergwelt unterwegs ist, dem sind sicherlich genau solche Personen schon des Öfteren begegnet. Ein Wanderkrimi, humorvoll und eine schöne Lektüre für zwischendurch.

Bewertung auf meiner Skala:

85%

Donnerstag, 21. April 2022

Hans Weber / Armin Ruhland - Ausgerechnet

 


Kurzbeschreibung:

Für den Pfarrkirchner Kripobeamten Thomas Huber hat sich im letzten Jahr viel verändert. Nach der Trennung von seiner Frau ist er in das liebevoll restaurierte Sacherl eines ehemaligen Kollegen gezogen. Allmählich genießt er sein Single-Leben. Doch langsam beginnt es zwischen ihm und seiner Kollegin Mandy zu knistern. Da wird sein ehemaliger Mathelehrer, mittlerweile Direktor am Gymnasium, tot aufgefunden. Thomas war nicht der Einzige, der unter den Demütigungen dieses Mannes gelitten hat …

Buchdaten:

Taschenbuch: 320 Seiten
Verlag: Gmeiner
Erscheinungsdatum: 13. April 2022
ISBN: 9783839201015

Meine Meinung:

"Ausgerechnet" ist der zweite Band der Huber-Hanke-Reihe von dem Autorenduo Hans Weber und Armin Ruhland. Der Direktor des Pfarrkirchner Gymnasiums präsentiert vor der anwesenden Honoration und Lehrerschaft sein neues Buch, doch tags darauf wird er erstochen aufgefunden. Für den örtlichen Polizeichef hat die Aufklärung dieses brisanten Mordfalles sofort höchste Priorität. Die Kripobeamten Thomas Huber und Mandy Hanke bekommen dies gleich zu spüren und werden mit diesem Fall betraut. Für Thomas Huber durchaus ein besonderer Fall, denn er war ebenfalls mal Schüler am Pfarrkirchner Gymnasium und kam in den Genuss der umstrittenen Lehrmethoden des Ermordeten. Die beiden Autoren Weber und Ruhland schicken die beiden Ermittler im beschaulichen Niederbayern auf Mörderjagd. Dabei ist Huber ein Ortsansässiger und seine Kollegin Hanke aus den neuen Bundesländern zugezogen. Schönes Lokalkolorit rahmt die Story dabei ein. Obwohl die Geschichte des Ermittlerpaares auf Band Eins der Reihe aufbaut, lässt sich dieser Krimi auch ohne spezielles Vorwissen lesen. Huber lebt getrennt von seiner Frau und genießt sein neu erworbenes Single-Leben. Dabei fühlt er sich gegenüber seiner Kollegin zu mancher Notlüge gezwungen. Doch bekanntlich haben Lügen kurze Beine und so entsteht dabei so manche humorige Szene für den Leser. Die Figuren sind dabei gut gezeichnet, wirken sympathisch. Obwohl der Kriminalfall nicht mit fesselnder Spannung ausgestattet ist, lässt sich dieses Buch gut lesen. Es besticht eher durch eine Story, die jederzeit so in einem Ort wie Pfarrkirchen passieren könnte. Ein Ort in dem jeder jeden kennt und damit einer Dorfgemeinschaft nichts verborgen bleibt. In Summe für mich ein schöner Krimi für zwischendurch, der durch seine niederbayerische Regionalität im Rottal, seinen Schmunzelfaktor, aber auch durch seine Kommissare überzeugt.

Bewertung auf meiner Skala:

85%

Mittwoch, 13. April 2022

Sabine Ebert - Schwert und Krone - Herz aus Stein

 


Kurzbeschreibung:

Friedrich Barbarossa wähnt sich im Zenit seiner Macht. Zum Kaiser gekrönt, von Königen hofiert, legt er sich sogar mit dem Papst an. Doch die Herren von Mailand provozieren und beleidigen ihn, mit dem jungen Sohn von König Konrad wächst ihm ein Rivale um den Thron heran, und reihenweise gehen Fürsten erneut in Opposition gegen seinen maßlosen Freund und Vetter Heinrich der Löwe, der skrupellos die Zollstation des Bischofs von Freising zerstört, um eine eigene in der noch unbedeutenden Ansiedlung München zu errichten. Vor allem aber braucht Barbarossa dringend einen Erben - doch dieses Glück bleibt ihm und seiner geliebten Beatrix über Jahre verwehrt. Eine Sorge, die auch den Meißner Markgrafen Otto und seine junge Gemahlin Hedwig bedrückt, die Werber ausschicken, um Siedler in ihr Land zu holen. Auch Ottos Ritter Christian übernimmt diese nicht ungefährliche Aufgabe.

Buchdaten:

Gebundene Ausgabe: 528 Seiten
Verlag: Knaur HC
Erscheinungsdatum: 4. November 2019
ISBN: 9783426226629

Meine Meinung:

"Herz aus Stein" ist der vierte Band der Schwert-und-Krone-Reihe von Sabine Ebert. Kaiser Friedrich Barbarossa ist am Ziel seiner Träume angelangt, er beherrscht Europa. Doch damit beginnen erst viele weitere Schwierigkeiten. Denn das Reich zusammenzuhalten und zu einen ist eine herausfordernde Aufgabe. Zu seinem engsten Kreis zählt Heinrich der Löwe und sein Kanzler Erzbischof Rainald von Dassel, doch diese sind vielen anderen ein Dorn im Auge. Während es im dänischen Roskilde zum Blutfest kommt, Heinrich der Löwe die Gründung der neuen Zollstation München einleitet und Friedrich vor dem Aufbruch zum zweiten Italienfeldzug steht, ist seine Ehe immer noch kinderlos. Der Kaiser benötigt dringend einen Thronfolger, doch auch andere Markgrafen benötigen einen männlichen Erben. Sabine Ebert beschreibt in diesem vierten Band der Barbarossa-Saga die Geschehnisse im Kaiserreich der Jahre 1157 - 1167. In unterschiedlichen Handlungssträngen erzählt sie dabei die Vorgänge an den jeweiligen Handlungsorten und führt diese aber dann wieder hervorragend zu einem Gesamtbild zusammen. Die Gier nach Macht einzelner, aber auch die Schwierigkeiten bei der Durchsetzung von Zielen und das damit verbundene Schicksal anderer wird bildhaft beschrieben. Ebenso merkt man die gute historische Recherche der Autorin zum 12. Jahrhundert. Einziger kleiner Kritikpunkt meinerseits ist, dass sich manche Dinge ein wenig wiederholen. Dies ändert aber nichts daran, dass dieser Band wieder ein gelungenes Werk ist. Für mich kommt er nicht ganz an die Vorgänger heran, aber Sabine Ebert hält auch mit diesem Buch die Latte hoch und ich bin sehr gespannt wie der fünfte Band die Barbarossa-Saga abschließt.

Bewertung auf meiner Skala:

90%

Freitag, 8. April 2022

Astrid Schwikardi - Exodus

 


Kurzbeschreibung:

Einige Jahre sind mittlerweile seit dem brutalen Mord an seiner Schwester Patricia vergangen. Und noch immer gibt sich Kriminalhauptkommissar Mark Birkholz die Schuld an ihrem Tod, nachdem er bei den damaligen Ermittlungsarbeiten einen folgenschweren Fehler begangen hat. Nach außen hin scheint er sein Leben wieder in den Griff bekommen zu haben, als plötzlich die frühere Freundin seiner Schwester, Aurelia Vreede, nach einem abendlichen Spaziergang mit ihrem Freund spurlos verschwindet. Schon wenige Tage darauf taucht allerdings ein Brief von Aurelia auf, in dem sie ausdrücklich darum bittet, nicht nach ihr zu suchen. Die Neugierde des Kölner Ermittlers ist geweckt. Unverzüglich stellt er private Nachforschungen an, die zuerst im Sande verlaufen. Als allerdings Aurelias Mutter kurz darauf auf einem Eventschiff unter rätselhaften Umständen ums Leben kommt, steht für ihn fest, dass hinter den rätselhaften Todesumständen und Aurelias Verschwinden ein Zusammenhang bestehen muss. Kurzerhand leitet er die Ermittlungen ein.

Buchdaten:

Taschenbuch: 280 Seiten
Verlag: Mainbook
Erscheinungsdatum: 7. April 2022
ISBN: 9783948987473

Meine Meinung:

"Exodus" ist der dritte Band der Köln-Krimi-Reihe von Astrid Schwikardi. Kriminalhauptkommissar Mark Birkholz wird diesmal mit einem sehr persönlichen Fall konfrontiert. Die beste Freundin seiner toten Schwester ist verschwunden. Kurz darauf verstirbt auch noch deren Mutter. Für den Ermittler ein paar Zufälle zu viel. Außerdem nagt an ihm immer noch, dass er den Mord an seiner Schwester bis heute nicht aufklären konnte. Die Vergangenheit holt ihn bei der Suche nach dem Täter und den  Hintergründen schmerzlich ein. Astrid Schwikardi lässt ihren Protagonisten in diesem dritten Fall durch eine Gefühlshölle gehen. Nicht nur dass er in einer Familie ermitteln muss, die er selbst seit Kindesbeinen bestens kennt, auch die fast manische Suche nach dem Mörder seiner Schwester lässt ihn nicht los. Was anfangs noch in gemächlichen Erzähltempo beginnt, steigert sich dann immer mehr. Das Privatleben des Mark Birkholz gestaltet sich eher schwierig. Die Beziehung zu seinen Eltern gerade erst wieder am Aufleben, aber auch die Liebe zur Staatsanwältin Maja Reinhold gestaltet sich kompliziert. Nimmt dies im ersten Drittel noch etwas mehr Raum ein, fokussiert sich im Verlauf des Krimis die Handlung immer mehr auf das Geschehen rund um den mysteriösen Fall. Gegenseitige Verdächtigungen, das Verschwinden oder der Tod Beteiligter, bis hin zur fast selbstzerstörerischen Jagd nach dem Täter durch Mark Birkholz. Dadurch gewinnt der Krimi rasant an Fahrt und nimmt den Leser dabei mit. Staccatoartig geht es dann Schlag auf Schlag und man eilt nur so durch die Seiten. So liest sich dieser neue Köln-Krimi wieder flüssig und gestaltet sich kurzweilig. Fast meint man der Ermittler Mark Birkholz kommt am Ende zu innerer Ruhe und auch als Leser atmet man dann wieder durch. Ein gelungener dritter Fall, bei dem die Story rund um Kriminalhauptkommissar Mark Birkholz innerhalb der einzelnen Bände teils aufeinander aufbaut.

Bewertung auf meiner Skala:

90%