Samstag, 17. April 2021

Elias Haller - Der Kryptologe

 


Kurzbeschreibung:

Erdrosselt, in einem Galakleid, mit rätselhaften Zahlenkombinationen in die blassen Hände und Füße geschnitten: So wird die Frau eines Sensationsreporters in der Kanalisation unter der Semperoper gefunden. Von ihrer kleinen Tochter Liliana fehlt jede Spur.
Arne Stiller von der Dresdner Mordkommission ermittelt. Steht das Verbrechen mit einer Skandalinszenierung an der Oper in Zusammenhang oder handelt es sich um das kranke Schauspiel eines Psychopathen? Für den streitbaren Kryptologen ist es der erste Fall nach einjähriger Suspendierung. Von nun an zählt jede Sekunde: Stiller muss die Botschaft des Zahlenmörders entschlüsseln und das vermisste Kind finden, bevor es zu spät ist.

Buchdaten:

Taschenbuch: 380 Seiten
Verlag: Edition M
Erscheinungsdatum: 13. April 2021
ISBN: 9782496707236

Meine Meinung:

"Der Kryptologe" ist der Auftaktband zur neuen Arne-Stiller-Reihe von Elias Haller. Sein neuer Ermittler kehrt nach über einem Jahr in seine alte Dienststelle im Dresdner Kommissariat zurück. Wegen eines Vergehens war er freigestellt und degradiert worden. Doch es erwarten ihn keine Willkommensgrüße, eher wird ihm sehr reserviert begegnet. Sein neues Büro eine bessere Abstellkammer und als Assistentin wird ihm Inge zur Seite gestellt, eine Mitarbeiterin, die immer wieder mit Alkoholproblemen kämpfte und nie lange in einer Abteilung blieb. Doch als die Frau eines Reporters ermordet wird und dessen Tochter verschwunden ist, wird Arne Stiller mit dem Fall betraut. Die Leiche der Frau weißt eingeritzte Zahlenkombinationen auf. Was steckt dahinter und wo ist die kleine Liliana abgeblieben? Mit Arne Stiller schickt Elias Haller einen Ermittler ins Rennen, der ein Einzelgänger mit Ecken und Kanten ist. Sein Umfeld bekommt dies auch zu spüren, er lässt selten Fettnäpfchen aus. Aber er ist auch teils ein besessener Ermittler. Er verbeißt sich in Vorgänge, bleibt hartnäckig und kommt so nach und nach dem Täter auf die Spur. Genau diese Spuren legt der Autor geschickt für den Leser aus. Nach und nach ergibt sich für den Leser ein Gesamtbild (teils durch Kapitel mit Rückblenden) und doch kann man den Täter nicht eindeutig identifizieren. So bleibt die Spannung bis zum Schluss erhalten, bis sich alles auflöst. Die Assistentin von Arne Stiller hat mir als Person in diesem Krimi gut gefallen. Im Verlauf der Story schafft sie es den eigenwilligen Arne zu überzeugen und beiden wachsen mehr und mehr zu einem Team zusammen. Der Täter bedient sich des Beghilos-Alphabet zur Verschlüsselung seiner Botschaften, hier hätte ich mir gewünscht das der Kryptologe dies dem Leser ein wenig bzgl. der Codierung näherbringt. Dies beeinflusst aber nicht den Kriminalfall, der dem Autor gelungen ist. "Der Kryptologe" ist ein guter und spannender Einstieg in diese neue Reihe rund um den Dresdner Kriminaloberkommissar Stiller und ich bin gespannt auf seinen nächsten Fall.

Bewertung auf meiner Skala:

95%

Montag, 12. April 2021

Bernard Cornwell - Der Flammenträger

 


Kurzbeschreibung:

Viele Jahre hat Uhtred gegen die Dänen und Norweger gekämpft. Inzwischen wird nur noch ein englisches Reich von einem Nordmann regiert, Northumbrien, dessen König Uhtreds Schwiegersohn ist. Die Zeit der Kriege scheint vorbei, und Uhtred sieht die Stunde gekommen, endlich Bebbanburg, den Sitz seiner Vorväter, zurückzuerobern. Doch der Frieden gebiert den Wunsch nach Krieg. Bald steht Uhtred drei mächtigen Gegnern gegenüber. Da hilft es nicht, nur tapfer in der Schlacht zu sein. Man muss auch klug sein wie eine Schlange.

Buchdaten:

Taschenbuch: 480 Seiten
Verlag: Rowohlt
Erscheinungsdatum: 22. April 2017
ISBN: 9783499291104

Meine Meinung:

"Der Flammenträger" ist der zehnte Band der Uhtred-Saga von Bernard Cornwell. Uhtred will seinem großen Ziel endlich näher kommen, er will seine Heimat Bebbanburg zurückerobern. Doch vorerst kommt ihm König Constantin von Schottland in die Quere, der es ebenfalls auf die Burg abgesehen hat. Als er auch noch seinem Schwiegersohn nach Northumbrien zur Hilfe eilen muss, sieht er seine Felle wieder davonschwimmen. Erneut gilt es listenreich vorzugehen um letztendlich seinem Schwiegersohn ein weiteres Jahr Frieden mit Wessex und Mercien zu garantieren. Doch Uhtred hat sein großes Ziel nicht aus den Augen verloren und es beginnt ein Wettlauf Richtung Bebbanburg. Wenn Uhtred diesen verliert, dann ist die Burg für ihn verloren. Den der mächtige Æthelhelm will Uhtreds Wege durchkreuzen. Ein Gegner, der noch gefährlicher ist als die schottischen Belagerer vor der Burg. Bernard Cornwell gibt in seinem Nachwort offen zu, das dieser zehnte Band hauptsächlich der Fiktion entsprungen ist und nur wenige historische Details enthält. Dies schmälert diesen Band aber keineswegs. Es ist ein klassischer Band dieser Reihe. Sehr viel blutiges Schlachtgetümmel, Listen und Fallen, teils neue Feinde. Und so dient diese spannende Fiktion doch mit durchdachten Übergängen die Entstehungsgeschichte Englands weiterzuführen. Gleichzeitig kommt der alternde Uhtred seinem langen Ziel der Rückkehr nach Bebbanburg immer näher. Ich mag diese Reihe sehr und kann auch diesen Band nur empfehlen. Nichts für zarte Seelen, aber für mich spannende gute Lektüre.

Bewertung auf meiner Skala:

90%


Sonntag, 4. April 2021

Wolfgang Burger - Wenn Rache nicht genügt

 


Kurzbeschreibung:

Viele Jahre ist es her, dass Gustaf, der jüngste Sohn der wohlhabenden Heidelberger Familie Cordes, wegen Mordes verurteilt wurde. Das Opfer: sein eigener Halbbruder. Gustaf beteuert seine Unschuld auch noch nach seiner Entlassung aus der Haft, und bittet Alexander Gerlach, den Fall neu aufzurollen. Der Kripochef ist skeptisch, doch bei der Befragung der Familienmitglieder stößt er auf ein Netz aus Lügen und Intrigen. Was geschah wirklich in der Nacht, in der Oliver Cordes erschlagen wurde? Warum ist dessen Schwester seither spurlos verschwunden? Und wieso ist Gustafs Mutter von der Schuld ihres Sohnes überzeugt? Gerlach wird klar: In dieser Familie hatte jedes Mitglied Grund, Oliver den Tod zu wünschen …

Buchdaten:

Broschiert: 416 Seiten
Verlag: Piper
Erscheinungsdatum: 1. Oktober 2019
ISBN: 9783492061537

Meine Meinung:

"Wenn Rache nicht genügt" ist der sechzehnte Band der Alexander-Gerlach-Reihe von Wolfgang Burger. Der Heidelberger Kripochef wird von einem befreundeten Bewährungshelfer auf einen Fall aufmerksam gemacht, der sechs Jahre zurückliegt. Der angebliche Mörder ist mittlerweile aus der Haft entlassen, aber beteuert immer noch seine Unschuld. Anfangs noch voller Widerwillen recherchiert Gerlach immer mehr über den alten Fall und bekommt mehr und mehr Zweifel, dass damals der richtige Täter verurteilt wurde. Die Familie des Opfers hat anscheinend mehr zu verbergen und es gilt ein Geflecht aus widersprüchlichen Aussagen und Lügen zu entwirren. Wolfgang Burger schickt seinen Ermittler im gewohnten Umfeld an den Start. Der Lokalkolorit von Heidelberg, die Familie von Gerlach sowie sein gesamtes Umfeld. Der Leser bewegt sich daher mit diesem Band auf gewohntem Terrain, dass treue Begleiter der Reihe schätzen. Gerlach feiert mittlerweile seinen 50. Geburtstag, natürlich nicht ohne Planung seiner Zwillingstöchter und seiner Lebensgefährtin. Gerade diese Passagen mag ich sehr an dieser Reihe, halten sie immer den ein oder anderen Schmunzler parat. Der Fall ist dagegen diesmal klassische Ermittlung mit Befragungen, Recherchen und Konfrontation von Aussagen der Beteiligten. Keine blutige Kost oder rasante Action. Braucht dieser Krimi aber auch nicht, denn trotz Heidelberger Beschaulichkeit lässt er sich gewohnt flüssig und schlüssig lesen. Bei Alexander Gerlach geht es mir ähnlich wir bei einer anderen Frankfurter Reihe, der Ermittler ist einem im Laufe der Jahre ans Herz gewachsen und man begleitet ihn bei seinen Fällen seit vielen Jahren. Dieser sechzehnte Band aus der Reihe gefällt mir wieder gut, auch wenn er nicht mit Hochspannung glänzt.

Bewertung auf meiner Skala:

80%

Samstag, 27. März 2021

Caren Benedikt - Das Grand Hotel - Die mit dem Feuer spielen

 


Kurzbeschreibung:

Bernadette von Plesow hat schon viel durchmachen müssen, aber das letzte Jahr hat ihr fast zu viel abverlangt. Von ihrem prächtigen Hotel konnte sie alle Schäden abwenden, nicht jedoch von ihre Familie: Ihr Sohn Alexander ist tödlich verunglückt. Die Trauer lastet schwer auf ihr, besonders da sie im Unguten auseinandergegangen sind. Unterstützung erhält sie von ihrer Tochter Josephine, jedoch fällt es Bernadette nicht leicht, sich wieder mit aller Kraft dem Hotel zu widmen. Und plötzlich steht auch noch ein Mann vor der Tür, den sie nur von einer alten Fotografie kennt …
Bernadettes anderer Sohn Constantin, Eigentümer des verruchten Hotels Astor in Berlin, geht hingegen ganz anders mit der Trauer um seinen Bruder um. Er weiß, dass er die Schuld an dessen Tod trägt, wollte sich doch der Kopf der Frankfurter Unterwelt damit an ihm rächen. Constantin kann und will das nicht hinnehmen. Er hat sich einen perfiden Plan ausgedacht, wie er es dem Mörder seines Bruders zurückzahlen könnte und lässt sich damit auf ein gefährliches Spiel ein …

Buchdaten:

Broschiert: 512 Seiten
Verlag: Blanvalet
Erscheinungsdatum: 15. März 2021
ISBN: 9783764507084

Meine Meinung:

"Die mit dem Feuer spielen" ist der zweite Band der Grand-Hotel-Saga von Caren Benedikt. Nach dem Tod des Sohnes Alexander wirkt Bernadette von Plesow erschöpft. Immer schwerer fällt es ihr in ihrer Trauer den täglichen Pflichten in der Führung des Grand Hotels nachzukommen. Doch die Rückkehr ihrer Tochter Josephine lässt sie neuen Mut schöpfen für die anstehenden Aufgaben. Obwohl ein Teil der Geschichte auch wieder die Geschehnisse in Berlin rund um den anderen Sohn Constantin einnimmt, ist in diesem Band der Augenmerk auf den Ereignissen am Ostseestrand in Binz. Die Familie von Bernadette rückt noch mehr in den Fokus. Damit verbunden auch viel Gefühl, das die Autorin ihren Charakteren einhaucht. Auch rücken neue Protagonisten in diesem Buch mit in den Vordergrund, Beziehungen und Freundschaften entstehen und doch ist manches nur von kurzer Dauer. Die Personen und Ereignisse sind sehr gut geschildert, fast hat man diese beim Lesen wie bei einem Film im Kopf. Besonders haben mir die Augenblicke von Johannes und Hauptmann Winkler an der Strandpromenade gefallen. Da ist was entstanden, was mich sehr bewegte. Generell ist dieser zweite Band ein Buch, bei dem man immer wieder in Gefühlswelten eintaucht und bei so manchem Moment bewegt innehält. Aber natürlich ist nicht nur alles eitel Sonnenschein, denn auch so mancher Protagonist stiftet Unfrieden, der letztendlich auch wieder Ärger und Gefahr für die Welt der Plesow bringt. In Summe bringt einem Caren Benedikt in diesem zweiten Band die agierenden Personen noch näher, zeigt sie teils auch von einer neuen Sicht. "Die mit dem Feuer spielen" ist für mich eine hervorragende Fortsetzung der Grand-Hotel-Saga und erneut geht es mir wie schon nach dem ersten Band, dass ich am liebsten sofort weiterlesen möchte. Aber bis zum dritten Band muss ich dann noch ein wenig Geduld aufbringen. Eine tolle Familiengeschichte aus den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts.

Bewertung auf meiner Skala:

100%

Samstag, 20. März 2021

Bernard Cornwell - Die dunklen Krieger

 


Kurzbeschreibung:

Ein brüchiger Friede herrscht in England. Das Königreich Mercia im Norden wird nun von Æthelflæd regiert, Tochter des verstorbenen Königs Alfred. An der Nordgrenze des Landes hat sie ihren erfahrensten Kriegsherren installiert, Uhtred ist sein Name. Und aus dem Norden kommt auch der Feind, ein mächtiges Heer aus Iren und Nordmännern, angeführt vom furchtbaren Ragnall Iverson. Ragnall hat einen Bruder, mit dem Uhtred sich in der Vergangenheit schon gemessen hat, den er als Krieger achtet – und dem er seine Tochter zur Frau gegeben hat. Bald kommt Zweifel auf im Reiche Mercia, woran Uhtred sich am Ende mehr gebunden fühlen wird: an Lehnseid oder Blutverwandtschaft.

Buchdaten:

Taschenbuch: 496 Seiten
Verlag: Rowohlt
Erscheinungsdatum: 21. Mai 2016
ISBN: 9783499272189

Meine Meinung:

"Die dunklen Krieger" ist der neunte Band der Uthred-Saga von Bernard Cornwell. Mercien wird von Norden her bedroht. Ragnall Ivarson will in das Land einfallen und die Herrschaft an sich reißen. Dabei hat er sich die Unterstützung der Iren gesichert. Doch seine Anführerschaft ist nur auf Furcht gebaut, er braucht Erfolge um sich die Gefolgschaft weiterhin zu sichern. Und damit muss er an Uthred vorbei, der die Landesgrenze Merciens im Norden sichert. Und er hat einen weiteren Gegner, seinen eigenen ihm verhassten Bruder Sigtryggr, der mit Uhtreds Tocher Stiorra vermählt ist. Es beginnt ein Kampf um die Vorherrschaft im Norden Merciens und um die Krone von Northumbrien. Bernard Cornwell schickt seinen Helden Uhtred von Bebbanburg erneut in den Kampf um blutige Schlachten zu führen. Fast könnte man meinen, dass dies nur eine Wiederholung von Altbekanntem ist. Doch ich bin der Meinung dieser Band ist ein weiterer konsequenter Baustein in der Entstehungsgeschichte Englands, die der Autor mit dieser Reihe erzählt. Obwohl, wie Cornwell selbst im Nachwort schreibt, diesmal vieles reine Fiktion ist, zeigt dieser Band auf, wie umkämpft damals die Vorherrschaft  im Land war und wie hart man sich gegen das Eindringen der Nordmänner erwehren musste. Diese waren selbst ebenfalls unter Zugzwang, denn auch ihr Dasein an der irischen Ostküste war unter starkem Druck durch irische Könige. Und so mussten sich diese zwangsläufig neue Gebiete erobern. Bernard Cornwell rückt in diesem Band auch Uhtreds Familie mehr in den Mittelpunkt, sie nehmen diesmal wesentlich mehr Raum ein als sein Zusammenwirken mit Æthelflæd, der Herrscherin von Mercien. Auch erkennt man wo Uhtreds Weg zwangsläufig hinführt - in den Norden, besessen von seinem Geburtsrecht in Bebbanburg. "Die dunklen Krieger" ist für mich ein Band, der diesmal zwar wenig Historie vermittelt, aber trotzdem ein spannender Roman ist. Geprägt von Taktik und Schlachtgeschehen, dem Verabschieden einiger Charaktere hinterlässt er für mich als Fan dieser Reihe Neugier wie es weitergeht.

Bewertung auf meiner Skala:

85%


Samstag, 13. März 2021

Jürgen Neff - Blutgrätsche

 


Kurzbeschreibung:

Nie wieder wollte Nina Schätzle ein Stadion betreten. Doch nach einem Pokal-Derby gegen den Erzrivalen wurde Cat Benzeler, eine wichtige Figur der Heidenheim-Ultras, ermordet, und Schätzle und ihr neuer Partner sind mit dem Fall betraut. Sie hat vor Langem mit diesem Kapitel ihres Lebens abgeschlossen, aber die Kripobeamtin verbindet viel mit dem 1. FCH. War sie doch selbst einmal ein Ultra, hat ihre eigene, blutige Geschichte mit dem Fußball und der Fan-Gemeinde. Und: Das Opfer ist ihre frühere beste Freundin.

Buchdaten:

Taschenbuch: 373 Seiten
Verlag: Gmeiner
Erscheinungsdatum: 10. März 2021
ISBN: 9783839227978

Meine Meinung:

"Blutgrätsche" ist ein Krimi von Jürgen Neff. Dieser spielt im Umfeld der Ultraszene des 1. FC Heidenheim. Das Opfer ist die Anführerin der Societas, einer Fangruppierung aus der Ostkurve. Kurz vor ihrem Tod provozierte sie unter anderem den verhassten Gegner vom VfR Aalen und dessen Ultras, der Crew Eleven. Ist der Täter in deren Umfeld zu suchen? Doch das Opfer hatte sich einige Feinde gemacht, auch in der Szene der eigenen Kurve oder bei der Polizei. Jetzt muss Oberkommissarin Nina Schätzle den Fall aufklären. Diese war, bevor sie zur Polizei ging, früher die beste Freundin und Mitbegründerin der Societas. Das Setting des Krimi ist dabei sehr interessant angelegt und der Autor lässt viel Spielraum für mögliche Täter. Doch leider wird vieles nicht wirklich spürbar für den Leser. Anfangs hatte ich etwas Probleme mit dem Schreibstil, denn die Gedankenwelt der Ermittlerin unterbricht immer wieder den Handlungsablauf. Dies ist gewöhnungsbedürftig und störte mich auch teilweise. Auch muss ich sagen dass ich mit der Person der Ermittlerin überhaupt nicht warm wurde, ich konnte keine Bindung zu ihr aufbauen. Dagegen die Ultraszene, ihren Verhaltenscodex und das ganze fußballerische Umfeld ist gut beschrieben. Die Spannung ist oftmals nur unterschwellig, nimmt aber mit zunehmender Seitenzahl immer mehr zu. Der Druck auf die Ermittler und den Ermittlungserfolg kann man gut wahrnehmen. "Blutgrätsche" ist für mich ein Krimi mit Höhen und Tiefen, letztendlich solide mit noch etwas Luft nach oben.

Bewertung auf meiner Skala:

70%


Montag, 8. März 2021

Gerd Schilddorfer - Heiß

 


Kurzbeschreibung:

Eine mörderische Jagd nach dem größten Geheimnis der Antike.
Ein alter, weiser Künstler im Hindukusch, grausam ermordet. Eine schöne Archäologin, niedergestochen in Alexandria. Ein Berliner Nachtwächter mit durchgeschnittener Kehle. Die Spuren führen zu einem sagenumwobenen Grab in der Sahara, seit Jahrhunderten bewacht von Skorpionen, dessen Geheimnis so kostbar ist, dass Menschenleben wenig zählen ...
John Finch, der nicht mehr ganz junge, dafür umso tollkühnere Pilot, erhält einen fast unmöglichen Auftrag: Er soll den Polizeichef einer pakistanischen Kleinstadt ausfliegen, der hinter dem Mord an dem alten Mann westliche Geheimdienste vermutet und so plötzlich zum Gejagten wird. Für Finch ist kein Auftrag zu gefährlich - doch in Europa angekommen, beginnt für Finch und seine Verbündeten ein Wettlauf um ihr Leben. Sie haben in ein Wespennest gestochen: Ihre Gegner sind nichts weniger als dem unbekannten Grab Alexanders des Großen und einem verschwundenen Geheimdienstarchiv auf der Spur. Eine atemlose Jagd rund um den Globus und quer durch die Zeiten beginnt ...

Buchdaten:

Gebundene Ausgabe: 672 Seiten
Verlag: Hoffmann und Campe (Neuauflage bei Lübbe)
Erscheinungsdatum: 16. August 2013
ISBN: 9783455404265

Meine Meinung:

"Heiß" ist der zweite Band der John-Finch-Reihe von Gerd Schilddorfer. Den alten Haudegen und Piloten zieht es zurück zu seinen Wurzeln nach Nordafrika. In der neu erbauten Bibliothek in Alexandria wird die Leiterin der Manuskriptensammlung bei einem Raubüberfall schwer verletzt und ein geheimnisvolles Manuskript ist plötzlich verschwunden. Für Finch etwas persönliches, denn die Frau hat er als kleines Mädchen schon einmal gerettet. Gleichzeitig geschieht in Berlin ein brutaler Mord an einem Wachmann und in Pakistan muss ein Polizist bei Ermittlungen an einem Mord um sein Leben fürchten. Es scheint dass Geheimdienste seinen Tod wünschen. Und so setzt der englische Geheimdienst auf die Fähigkeiten von Finch den Mann aus Pakistan zu retten und auszufliegen. Aber damit beginnt eine Hetzjagd über den Globus für John Finch und seinen Auftraggeber Major Llewellyn. Es scheint dass der Feind in den eigenen Reihen zu suchen ist. Gerd Schilddorfer lässt den Leser wieder in mehrere verschiedene Handlungsstränge in der Gegenwart und der Vergangenheit eintauchen. Dabei bleibt es wieder sehr lange vollkommen undurchsichtig, wie diese zusammenhängen. Doch in jedem Strang für sich überschlagen sich die Ereignisse, man grübelt wie alles miteinander verbunden ist und findet es doch nicht heraus. Dabei ist Spannung stets garantiert und erst nach gut zwei Drittel erkennt man Zusammenhänge. Genau dies fasziniert mich beim Lesen, diese langsame Hinführen an die Auflösung. Die Geschichte ist komplex, die Kapitel kurz gehalten. Und so springt man immer wieder zwischen Handlungsorten und Geschehen wie es auch schon im Vorgängerband war. Auch hält die Geschichte immer wieder Überraschungen bereit, mit denen man so nicht gerechnet hat. John Finch, diese Mischung aus Indiana Jones und Top Gun Pilot Maverick gepaart mit Geheimdienstaktivitäten lässt auch diesen zweiten Band wieder zu einem spannenden Pageturner werden. Absolutes Lesevergnügen für jeden dem wie mir solch eine Kombination gefällt.

Bewertung auf meiner Skala:

100%