Samstag, 18. Mai 2019

Denzil Meyrick - Tödliches Treibgut


Kurzbeschreibung:

Zerklüftete Felsen reichen bis in die Brandung hinein, ein entstellter Körper liegt verdreht dazwischen im Sand. Dieser Anblick bietet sich DCI Jim Daley, den es von den rauen Straßen Glasgows an die sonst beschaulichen Strände der Kintyre-Halbinsel verschlägt: Mit seinem Partner DC Scott wird er in das Fischerdorf Kinloch beordert, da sich die örtliche Polizei mit der dort angespülten Frauenleiche überfordert zeigt. Während sie innerhalb der verschworenen Dorfgemeinschaft ermitteln, müssen die beiden feststellen, dass jemand bereit ist, dafür zu töten, dass bestimmte Fragen ungestellt bleiben …

Buchdaten:

Taschenbuch: 416 Seiten
Verlag: HarperCollins
Erscheinungsdatum: 8. Mai 2017
ISBN: 9783959671040

Meine Meinung:

"Tödliches Treibgut" ist der erste Band der Jim-Daley-Reihe von Denzil Meyrick. DCI Jim Daley wird dabei von Glasgow in das kleine Fischerdorf Kinloch beordert um den mysteriösen Tot einer Frau zu untersuchen, die am Strand angespült wurde. Schnell stellt sich heraus, dass diese vom Ort und kein Kind von Traurigkeit war. Nach und nach offenbaren sich aber weitere Geheimnisse der Bewohner in dem kleinen Städtchen. Mehrere Themen werden in diesem Krimi verwoben: Eheprobleme, Drogen, Intrigen und Mord. Obwohl das Buch flüssig und leicht zu lesen ist, fehlten mir doch einige wichtige Zutaten für einen Krimi. So verlor sich nach dem Prolog das Buch schnell in alltäglichen Ermittleralltag und die Geschichte plätscherte so dahin. Zwar durchaus schlüssig und nachvollziehbar, aber ohne bei mir als Leser die nötige Spannung zu erzeugen. Erst zur Hälfte nahm dies dann zu, um dann stetig bis zum Ende zuzulegen. Dabei stellte sich aber wiederum als Manko heraus, dass man den wahren Täter als Leser dann eigentlich kennt und richtig zuordnen kann. Dies empfand ich als ein wenig zu einfach. Der Krimi endet mit einem Cliffhanger, der beim Titel des Folgebandes schon darauf schließen lässt, um was es geht. In Summe ist "Tödliches Treibgut" für mich ein solider Krimi, der mir aber nicht nachhaltig in Erinnerung bleiben wird.

Bewertung auf meiner Skala:

70%

Dienstag, 14. Mai 2019

Elias Haller - Der Augenmacher



Kurzbeschreibung:

Auf der Heiligen Brücke in Leipzig liegt eine grausam drapierte Frauenleiche. In ihren Augenhöhlen findet die Polizei zwei sonderbare Steine. Sieben Jahre nach seinem letzten Opfer scheint die Mordserie des Augenmachers weiterzugehen. Und offenbar hat er es auf Klara Frost abgesehen, denn nicht nur Alter und Aussehen verbinden die Kriminalhauptkommissarin mit der Toten. Während die Mordkommission verzweifelt versucht, das Motiv und die mysteriösen Zeichen des Serienkillers zu enträtseln, weiß Frost längst mehr. Den nächsten Hinweis hat der Augenmacher nämlich unmittelbar auf ihrer Haut hinterlassen ...

Buchdaten:

Taschenbuch: 382 Seiten
Verlag: Edition M
Erscheinungsdatum: 5. Juni 2018
ISBN: 9782919801022

Meine Meinung:

"Der Augenmacher" ist der erste Band aus der Klara-Frost-Reihe von Elias Haller. Klara Frost, Hauptkommissarin beim Leipziger K11, bekommt es dabei mit einem Mörder zu tun der es anscheinend auch auf sie selbst abgesehen hat. Die Opfer haben frappierende Ähnlichkeit mit ihr und sie selbst hat ebenfalls eine unheilvolle Nacht hinter sich, bei der sie anscheinend in seinen Fängen war. Doch leider kann sie sich an fast nichts erinnern. Als dann auch noch ein Oberkommissar aus München in Leipzig verzweifelt nach seiner verschwundenen Nichte sucht, weiß Frost das Eile geboten ist um dem Augenmacher das Handwerk zu legen. Zusammen machen sich die beiden auf die Jagd nach dem Killer. Elias Haller schickt mit dem Beginn dieser Reihe eine Ermittlerin an den Start, die man durchaus als eigenwillig bezeichnen kann. Auf der einen Seite durch ein Erbe sehr gut situiert, muss sie eigentlich gar nicht arbeiten. Aber sie übt ihren Beruf mit Leidenschaft aus. Doch es fehlt ihr an Sympathie im Kollegenkreis, sie ist eine sehr gute Ermittlerin, aber doch eine Einzelgängerin. Zur Seite steht ihr der schrullige Münchner Kommissar, der ebenfalls keine Fettnäpfchen auslässt und so manches unkonventionell angeht, fast erinnert er ein wenig an Inspektor Colombo. Der Krimi bietet einen guten Spannungsbogen und wartet immer wieder mit rasanten Momenten auf. Trotzdem fehlten mir dann aber Kleinigkeiten. Denn so mancher Handlungsstrang hatte auch Abrisse, zum Beispiel was wurde aus Klaras Freund oder den Albanern? Elias Haller lässt hier den Leser im Dunkeln, aber in Summe ist ihm mit diesem Thriller ein guter Plot gelungen. Die Anlehnungen an "Hänsel und Gretel", "Faust" und das Hexeneinmaleins geben der Story einen guten Rahmen. Ich bin gespannt wie es mit der eigenwilligen Klara Frost im Folgeband weitergeht.

Bewertung auf meiner Skala:

90%


Freitag, 10. Mai 2019

Bernard Cornwell - Der Wanderer


Kurzbeschreibung:

Mitten im Hundertjährigen Krieg erhält Thomas von Hookton einen Auftrag vom englischen König: Er soll den Heiligen Gral suchen. Der letzte Besitzer war angeblich sein Vater – das Geheimnis um die Reliquie ist auch das seiner eigenen Familie. Die Suche führt Thomas durch Schlachten und Kriegsgetümmel, bis er erneut auf seinen Erzfeind trifft, den schwarzen Ritter. Der Kampf kann beginnen.

Buchdaten:

Taschenbuch: 544 Seiten
Erscheinungsdatum: 2. Mai 2012
ISBN: 9783499258343

Meine Meinung:

"Der Wanderer" ist der zweite Band einer Trilogie um den heiligen Gral von Bernard Cornwell. Es beginnt dieser Teil im Oktober 1346 bei der Schlacht bei Neville's Cross zwischen Engländern und Schotten. Dabei mussten die Schotten eine herbe Niederlage hinnehmen, aber es war auch der Beginn einer neuen Freundschaft zwischen dem englischen Bogenschützen Thomas von Hookton und dem Schotten Robbie Douglas. Beide mussten die Morde vertrauter Menschen hinnehmen und die Jagd auf diesen Mörder vereint sie und bringt sie wieder auf französischen Boden. Und anscheinend verbindet alle Beteiligten ein Ziel: Die Suche nach einer Reliquie, den heiligen Gral. Geschickt webt Cornwell in diesem Band wieder seine fiktive Story in die Zeit des hundertjährigen Krieges ein. So erlebt der Leser wieder einige wahre geschichtliche Fakten verbunden mit den Erlebnissen des Bogenschützen Thomas. Mehr und mehr erfährt man dabei aus dessen Leben und Herkunft aber auch damaliger Kriegstaktik oder Folter der Inquisition. Cornwell ist ein Autor, der dies nicht in blutigen Details schildert, aber doch für den Leser bildhaft die Geschehnisse beschreibt. So versetzt er einen perfekt in die Story und man taucht ein in die Zeit um 1346-47. Zwar kommt für mich dieser Band nicht ganz an den ersten Teil heran, aber ich finde es ist trotzdem ein lesenswerter und gelungener Mittelteil der Trilogie. Und so bin ich gespannt wie sich alles dann im dritten Teil "Der Erzfeind" zusammenfügt.

Bewertung auf meiner Skala:

85%

Freitag, 3. Mai 2019

Matthias Soeder - Herzschlag der Gewalt


Kurzbeschreibung:

Alexander Hartmann führt ein gefährliches Doppelleben: Vordergründig ein harmloser Frachtpilot, übernimmt er immer wieder riskante Aufträge für den deutschen Geheimdienst. Hartmann will aussteigen, doch der Chef des BND zwingt ihn zu einem letzten Fall. Somalische Terroristen planen in Nairobi einen perfekt inszenierten Massenmord. Hartmann soll den Anschlag verhindern und die Drahtzieher überführen. Doch zu spät erkennt er die wirklichen Hintergründe des Anschlags. Die unglaubliche Wahrheit bringt auch Valentina in Gefahr, die Frau, die er liebt. Es entbrennt ein Kampf gegen menschliche Gier und Machtgelüste. Ein Kampf ums nackte Überleben und um Gerechtigkeit.

Buchdaten:

Broschiert: 416 Seiten
Erscheinungsdatum: 22. November 2017
ISBN: 9783000508769

Meine Meinung:

"Herzschlag der Gewalt" ist der Debüt-Thriller von Matthias Soeder. Dabei erlebt der Leser die Entwicklungen der beiden Gegenspieler. Zum einen Alexander Hartmann, aufgewachsen mit einem Trinker als Vater, dann Z12-Soldat, Pilot und Drogendealer. Dies beschert ihm seine Ausbildung als V-Mann beim BKA. Als er aussteigen möchte, kommt es wieder anders. Er wird Geheimagent für den BND. Auf der anderen Seite Chibala, der früh im Bürgerkrieg in Mogadischu seine Familie verliert und dann selbst zum Kindersoldaten wird. Seine Karriere geht ebenfalls über Drogen bis hin zu Piraterie und letztendlich zum Terroristen. Als Chibala seinen Kameraden aus der Haft befreien möchte, macht sich dies ein skrupelloser Geschäftsmann zunutze und lässt den Terroristen in dem Glauben der geplante Anschlag dient der Befreiung. Der Realität sieht aber anders aus. Auch Hartmann muss gegen seinen Willen diesen letzten Einsatz durchführen, der BND hat ihn wegen früherer Vergehen in der Hand. Und so kommt es zum unvermeidlichen Showdown zwischen Hartmann und Chibala. Der Titel "Herzschlag der Gewalt" ist sehr passend für diesen rasanten Thriller. Mit aller Härte und Brutalität schildert Matthias Soeder die Verbrechen und hier muss man klar sagen, das dies nichts für zartbesaitete Leser ist. Die Gewaltspirale ist sehr hoch in diesem Buch. Man merkt aber auch sehr das der Autor viele Detailkenntnisse einfließen lässt. Dadurch dass er selbst im Privatleben Frachtpilot war und auch an vielen dieser Schauplätze vor Ort war, wirkt die Szenerie auch so realistisch. Ebenfalls dient sicherlich dazu, das hier wahre Ereignisse geschickt mit Fiktion verwoben wurden. Die Kapitel wechseln jeweils aus der Sicht des jeweiligen Protagonisten und der Orte. So fügt sich alles immer mehr zum Gesamtbild. Dem Autor ist mit diesem Thriller gelungen den Spannungsbogen wirklich von Anfang bis zum Ende hoch zu halten und einen als Leser damit zu fesseln. Für mich ist "Herzschlag der Gewalt" ein sehr harter, aber guter Debüt-Thriller von Matthias Soeder und man darf sicherlich auf nächste Werke des Autors gespannt sein.

Bewertung auf meiner Skala:

95%

Dienstag, 30. April 2019

Jeremiah Pearson - Der Bauernkrieger


Kurzbeschreibung:

Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation im Jahr 1525. Zehntausende Bauern erheben sich, um von den Fürsten mehr Rechte einzufordern. Auch der Hörige Lud kämpft an der Seite seines Herrn Florian Geyer für die Bauern, obwohl er nicht an ihre Sache glaubt - ein Schwur, den er einst Florians Vater leistete, bindet ihn. Für Lud gibt es nur einen Grund, warum er in diesem Krieg nicht sterben darf: die Täuferin Kristina, seine große Liebe. Doch während er von Schlacht zu Schlacht zieht, gerät Kristina in die Hände des Feindes. Ihr droht der Ketzertod. Kann Lud lange genug überleben, um sie zu retten?

Buchdaten:

Gebundene Ausgabe: 576 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe
Erscheinungsdatum: 26. Mai 2017
ISBN: 9783785725870

Meine Meinung:

"Der Bauernkrieger" ist der Abschluss der Freiheitsbund-Trilogie von Jeremiah Pearson. Dabei schließt dieser Band nahtlos an die Geschehnisse aus "Der Ketzer" an. Für den Leser ist es daher wichtig die Bände in der korrekten Reihenfolge zu lesen um die gesamt Geschichte besser zu verstehen. Nach der Exkommunizierung von Florian Geyer schart dieser seine Hörigen um sich, damit er dem Bischof entgegentreten kann. Auch in anderen Landesteilen formieren sich immer mehr Bauern um weitere Rechte bei den Landesfürsten einzufordern. Lud, der am Totenbett Friedrichs geschworen hat über dessen Sohn Florian zu wachen, reitet dabei an der Seite von Geyer. Obwohl er die Täuferin Kristina liebt, kann er seinen Schwur nicht brechen. Und so müssen in diesen Wirren der Zeit beide eigene Wege gehen, bis sie der Weg nach allem Unvermeidbaren wieder zusammenführt. Die Kapitel sind auch in diesem Band wieder alle jeweils aus der Sicht der Protagonisten geschrieben und mit der jeweiligen Person übertitelt. So entstehen zur gleichen Szene öfter verschiedene Blickwinkel. Dies lässt einen guten Gesamteindruck der Ereignisse entstehen. Trotzdem haben mich diesmal ein paar Kleinigkeiten etwas gestört. Die Dreiecksgeschichte Lud-Kristina-Witter nahm mir teilweise ein wenig zu viel Raum ein. Hier hätte ich stattdessen lieber mehr über die Bauernkriege oder konkrete Schlachtverläufe gelesen. Dadurch bedingt leidet für mich auch ein klein wenig der Spannungsbogen. Immer wieder gab es längere Passagen mit teils ermüdenden Monologen zu Glaubensfragen. Dies gehört natürlich in diese Geschichte, nur hätte ich es ein wenig gestrafft. In Summe ist "Der Bauernkrieger" ein guter Abschluss der Trilogie, reicht für mich aber nicht ganz an seine Vorgängerbände heran.

Bewertung auf meiner Skala:

80%

Sonntag, 21. April 2019

Arne Molfenter - Sieh ihn nie an


Kurzbeschreibung:

Eins, zwei – Ich hab’ den schwarzen Wolf gesehen. Drei, vier – Er lässt die Mädchen um ihr Leben flehen. Fünf, sechs – Leise tötet er und bringt sie fort. Sieben, acht – Eins davon an einen unbekannten Ort. In Berlin herrscht Panik, als der Serienmörder Eric Bennett aus der größten Psychiatrie der Stadt fliehen kann. Noch immer umgibt ihn und sein letztes Opfer ein düsteres Geheimnis, denn das Mädchen wurde nie gefunden. Die neue Ermittlerin im Landeskriminalamt Berlin, Lucy Westerberg, muss um jeden Preis verhindern, dass er wieder zuschlägt. Dieser Fall ist ihre Chance zu beweisen, dass auch die grausamsten Mörder gestoppt werden können.

Buchdaten:

Taschenbuch: 251 Seiten
Erscheinungsdatum: 17. April 2019
ISBN: 9783839224045

Meine Meinung:

"Sieh in nie an" ist ein neuer Berlin-Thriller von Arne Molfenter. Die neue Ermittlerin im LKA Berlin Lucy Westerberg bekommt es dabei sofort mit dem Fall eines aus der Psychiatrie entflohenen Serienmörder zu tun. Kurz nach dessen Flucht passiert erneut ein Mord an einem Mädchen und ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt um weitere Morde zu verhindern. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Enzo Seghetti nimmt Lucy die Jagd nach dem Killer auf, mit dem Wissen, das ein früheres vermeintliches Opfer bis heute verschwunden ist. Der Leser erlebt in diesem Thriller von Beginn an Hochspannung. Sofort wird man in die Geschichte hineingesogen und will wissen was und wer hinter dem "Wolf" steckt. Die teilweise sehr kurzen Kapitel zwingen einen dabei fast immer weiterlesen zu wollen, denn der Spannungsbogen der Story verliert nie an Fahrt. Minimal negativ fielen mir beim Lesen nur zwischendurch die Erwähnung der ganzen Markennamen auf, fast ein Hauch von "Produktplazierung", hier hätte ich mir etwas weniger gewünscht. Generell ist "Sieh mich nie an" aber ein sehr gelungener und spannender neuer Thriller, der mit seinen gut 250 Seiten von mir in einem Rutsch gelesen wurde.

Bewertung auf meiner Skala:

95%

Samstag, 20. April 2019

Ellin Carsta - Das bedrohte Glück


Kurzbeschreibung:

Hamburg 1894: Frisch verheiratet stürzt sich Luise in die Arbeit im Familienkontor und versucht damit, ihrem Ehemann Hans Petersen so gut es geht aus dem Weg zu gehen. Die Geschäfte laufen prächtig und Luise übernimmt immer mehr Verantwortung. Mit ihrer Schwangerschaft trägt sie allerdings ein großes Geheimnis mit sich herum: Sie weiß, dass dieses Kind ihre beruflichen Ziele unmöglich machen und ihr Leben komplett verändern wird. Für den Tag der Geburt schmiedet sie deshalb einen geheimen Plan und ist davon überzeugt, dass er die einzige mögliche Lösung darstellt. Auch ihr Onkel Karl, der das Kontor der Familie Hansen in Wien führt, hat etwas vor seiner Familie zu verbergen. Als ihm ein Kleinkrimineller auf die Spur kommt und ihn skrupellos mit seinem Wissen erpresst, spitzt sich die Lage für Karl immer weiter zu.

Buchdaten:

Taschenbuch: 280 Seiten
Verlag: Tinte & Feder
Erscheinungsdatum: 16. April 2019

ISBN: 9782919804825

Meine Meinung:

"Das bedrohte Glück" ist der dritte Band aus der Hansen-Saga von Ellin Carsta. In diesem Band konzentriert sich die Familiensaga auf die Standorte Wien und Hamburg. Dabei stehen speziell die junge Luise Hansen in Hamburg, sowie ihr Onkel Karl in Wien im Mittelpunkt. Beide tragen jeweils ein Geheimnis mit sich, dass keiner in der Familie mitbekommen darf. Zu tragisch wären die Auswirkungen und die sogenannte "Schande", die sie in der damaligen Zeit von 1894 über die Hansens bringen würde. Und so spitzt sich für die beiden mit der Zeit die Lage immer mehr auf der Suche nach einem Ausweg zu. Ellin Carsta hat in diesem Band klar den Schwerpunkt auf die Familiengeschehnisse gelegt, die Vorgänge auf der Kakaoplantage in Kamerun werden diesmal nur am Rande gestreift. Wer die Vorgängerbände aber kennt, weiß das dies aber eine logische Fortführung der Hansen-Saga ist. Und so erfährt der Leser auch in diesem Band wie es mit einzelnen Familienmitgliedern weitergeht. Bei der jungen Luise hatte ich ja auch irgendwie einen Verdacht, der sich bewahrheitete, aber die Geschehnisse in Wien waren für mich noch emotionaler. Und genau in dieser Emotionalität sehe ich die Stärke dieses dritten Band. Liebe, Geheimnisse, Intrigen und Verrat - das erlebt der Leser in diesem Buch. Um dies aber im Konsens richtig zu verstehen, empfehle ich ganz klar die Hansen-Saga in der Bandreihenfolge zu lesen, denn die Geschichte der Familie schreibt sich ja fort. Für mich wieder ein kurzweiliges Lesevergnügen mit berührenden Momenten und ich bin gespannt wie es ab Oktober 2019 mit der Hansen-Saga im nächsten Band weitergeht.

Bewertung auf meiner Skala:

95%