Sonntag, 19. Juni 2022

Julia Bruns - Die Langeweile stirbt zuletzt

 


Kurzbeschreibung:

Das Leben im Seniorenheim ist langweilig. Helmut wusste das vorher, aber seine Frau Margot schwört im Alter auf drei geregelte Mahlzeiten, einen Wäscheservice und einen Fitnessraum. Seinen Einwand, dass eine JVA die gleichen Vorzüge bietet, überhört sie großzügig. Nun teilt sich Helmut mit Gerhard eine Flasche Bier, sucht in Séancen Kontakt zu verstorbenen Haustieren und berät Hannelore bei der Vorbereitung ihres Begräbnisses. Bis zu dem Tag, an dem Küchenhilfe Selma mit einer Fleischgabel in der Nase tot aufgefunden wird. Endlich kommt Leben in die Bude und Helmut läuft zu Hochform auf.

Buchdaten:

Taschenbuch: 352 Seiten
Verlag: dtv
Erscheinungsdatum: 15. Juni 2022
ISBN: 9783423220002

Meine Meinung:

"Die Langeweile stirbt zuletzt" ist ein Seniorenkrimi von Julia Bruns. Helmut Katuschek, Kriminalhauptkommissar a.D., lebt mit seiner Gattin Margot in einem Seniorenheim. Er selbst wollte dort eigentlich nie hin, aber seine Frau nahm das Zepter in die Hand. Aus Sicht von Helmut lernt der Leser das Leben, die Bewohner und den Alltag dort kennen. Humorig gestaltet sich dies und entlockt einem so manchen Schmunzler. In der Küchenhilfe Selma findet Helmut eine Freundin. Sie versorgt ihn heimlich mit einem Extrabier oder lässt ihm so manches Extra zukommen. Schon unterstellt ihm seine eifersüchtige Gattin sogar ein außereheliches Verhältnis. Doch dann passiert das Unfassbare. Selma liegt erschlagen in der Küche. Der Kriminalhauptkommissar a.D. hat einen neuen Fall und fühlt sich verpflichtet den Mord an Selma aufzuklären. Zur Seite steht ihm Frau Doktor Böttcher, die Pathologin aus seiner früheren Dienstzeit. Diese ist ebenfalls seit kurzem in das Seniorenstift eingezogen und unterstützt ihn nun tatkräftig bei den Ermittlungen. Diese humorige Cosy Crime Story im Altenheim ist zwar weniger von Spannung geprägt, unterhält aber trotzdem. Julia Bruns zeichnet teils überspitzt unterschiedlichste Senioren in ihren Eigenheiten, die gemeinsam im Heim ihren letzten Lebensabschnitt bestreiten. Für den Leser hält dies so manchen Lacher bereit, zeigt aber auch wie schwierig sich so ein Zusammenleben verschiedenster Charaktere im Alter gestalten kann. "Die Langeweile stirbt zuletzt" ist keine harte Kost, vielmehr ist es eine nette Krimiunterhaltung für zwischendurch, gepaart mit lustigen Pointen im Leben des Kriminalhauptkommissar a.D. Helmut Katuschek im Seniorenheimalltag.

Bewertung auf meiner Skala:

80%

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