Freitag, 5. Juni 2026

Anne Nørdby - Schatten Eis

 


Kurzbeschreibung:

„Der Anngiaq ist ein böser Geist. Er riecht Geheimnisse, fühlt sich magisch davon angezogen. Er schleicht sich in dein Leben und vergiftet es langsam. Wie der Kadaver eines verwesenden Tieres, der in einem Bachlauf liegt und den du nicht wahrnimmst, wenn du weiter unten Wasser schöpfst und durstig trinkst.“ Ein altes Geheimnis, tief verborgen in Grönlands Geschichte. Wer es ans Licht bringt, muss sterben. So besagt es ein alter Fluch. Marit Rauch Iversen war noch ein Kind, als der Anngiaq ihre Familie in Grönland tötete. Heute arbeitet sie als Super-Recognizerin für die Polizei in Kopenhagen. Den Fluch von damals hat sie längst vergessen. Bis eine Reihe grausamer Morde die dänische Hauptstadt erschüttert.

Buchdaten:

Taschenbuch: 496 Seiten
Verlag: Gmeiner
Erscheinungsdatum: 13. Mai 2026
ISBN: 9783839280300

Meine Meinung:

"Schatten Eis" ist der dritte Band der Marit Rauch Iversen-Reihe von Anne Nørdby. In Kopenhagen beginnt eine Mordserie, bei der die Opfer durch brutale Stiche in den Kopf getötet werden. Auch der Adoptivvater der Privatermittlerin Marit Rauch Iversen ist darunter. Schnell ergibt sich ein Zusammenhang, denn die Opfer haben als junge Männer in Grönland gearbeitet und kannten sich durch einen sogenannten "Herrenclub". Bei den Nachforschungen eröffnen sich für Marit immer mehr dunkle Geheimnisse aus der Vergangenheit und ihrer eigenen Kindheit. Dieser dritte Band ist teils durchaus als düster zu betrachten, denn er enthält einige mystische Elemente. So spielt ein rachsüchtiger Geist aus der Mythologie der Inuit in Grönland eine wesentliche Rolle, der Anngiaq. An manchen Stellen war mir dies ein wenig zu viel Mystik, da hätte ich mir mehr klassischer Krimi gewünscht. Aber auch viele Informationen über das Verhältnis Dänemark / Grönland waren sehr interessant. Der Leser erfährt dabei, dass die Dänen durchaus keine Waisenknaben im Umgang mit den Inuit waren, sondern ebenso klassische Kolonialherren wie so manche andere Nation. Diese informative Komponente fügt sich sehr gut in den Krimi ein. Auch der Zwiespalt der Ermittler ist gut dargestellt. Zwischen Politik und Verbrechensaufklärung müssen sich diese bewegen, teils sehr emotional, dann wieder mit klarer Linie. In Summe ist dieser dritte Fall für mich ein guter Band der Reihe, teils düster wie man es von skandinavischen Krimis öfter gewohnt ist.

Bewertung auf meiner Skala:

85%