Sonntag, 13. Oktober 2019

Rebecca Gablé - Teufelskrone


Kurzbeschreibung:

England 1193: Als der junge Yvain of Waringham in den Dienst von John Plantagenet tritt, ahnt er nicht, was sie verbindet: Beide stehen in Schatten ihrer ruhmreichen älteren Brüder. Doch während Yvain und Guillaume of Waringham mehr als die Liebe zur selben Frau gemeinsam haben, stehen die Brüder John Plantagenet und Richard Löwenherz auf verschiedenen Seiten – auch dann noch, als John nach Richards Tod die Krone erbt. Denn Richards Schatten scheint so groß, dass er John schon bald zum Fluch zu werden droht ...

Buchdaten:

Gebundene Ausgabe: 928 Seiten
Verlag: Lübbe
Erscheinungsdatum: 30. August 2019
ISBN: 9783785726600

Meine Meinung:

"Teufelskrone" ist der sechste Band aus der Waringham-Reihe von Rebecca Gablé. Zeitlich spielt er aber vor allen anderen Bänden und deckt die Jahre 1192 - 1216 im damaligen Königreich England ab. In diese Zeit fallen die Gefangennahme Richard Löwenherz nach seinen Kreuzzügen, sowie seine Nachfolge auf dem Thron durch seinen Bruder John. Auch in der Familie der Waringham gibt es hierzu keine Einigkeit. Während Guillaume König Richard folgt, schwört sein jüngerer Bruder John die Treue. Wer jetzt aber meint die Autorin schreibt hier einen neuen Robin Hood Roman sei eines besseren belehrt. Vielmehr legt sie das Augenmerk auf das Wirken von King John, auch bekannt als "Johann Ohneland". Diesen Beinamen erhielt er übrigens schon als Kleinkind, nachdem er bei der Erbteilung seines Vaters Henry II. 1169 keine Berücksichtigung fand. Und in seine Regentschaft fallen wichtige geschichtliche Ereignisse. Der Verlust der Normandie, das Interdikt über England durch Papst Innozent III., sowie die Anerkennung der Magna Carta 1215, der wichtigsten Quelle des englischen Verfassungsrecht. Rebecca Gablé versteht es wieder perfekt all diese geschichtlichen Ereignisse in Romanform zu bringen und ihren Figuren die nötige Lebendigkeit einzuhauchen. Auch wenn die Mitglieder der Familie Waringham oft unterschiedlicher nicht sein können, sogar von Schwächen behaftet, so fiebert man als Leser immer wieder mit ihnen mit. Gerade Yvain ist oftmals zerrissen von seinen Gefühlen und dann doch wieder seiner Treue zu seinem König. Und diesen lernt der Leser für mich während der Geschichte mit all seinen Facetten sehr gut kennen. Seinem Streben den Schatten von Richard Löwenherz hinter sich zu lassen, seine Wankelmütigkeit, seinen Zorn, sein Umgang mit treuen Gefährten bis hin zu seinem maßlosen Alkoholkonsum. Ich war sehr gespannt wie die Autorin das Rad der Waringhams letztendlich fast 400 Jahre zurückdreht und was einen als Leser dabei erwartet. Für mich gingen meine Erwartungen voll auf. Mit "Teufelskrone" ist ihr einmal mehr gelungen mich in ihren Bann zu ziehen und in vergangene Zeiten eintauchen zu lassen. Ein weiterer sehr gelungener Band der Waringham-Saga.

Bewertung auf meiner Skala:

100%

1 Kommentar:

  1. Hallo Roland,

    wie schön, dass dir dieser Band so gut gefallen hat. Ich konnte mich zwar auch gut in die Geschichte fallen lassen, an den Lesesog des erstan Bandes kam diese Folge jedoch leider nicht heran. Die Autorin hat uns mit ihrer hoch angelegten Messlatte schon sehr verwöhnt.

    https://sommerlese.blogspot.com/2019/09/teufelskrone-rebecca-gable.html

    Liebe Grüße und viel Spaß auf der Buchmesse,
    Barbara


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