Dienstag, 1. Februar 2022

Oliver Clements - Der Spion der Königin

 


Kurzbeschreibung:

1572: Großbritannien kämpft um seine Vormachtstellung in der Welt. Doch mit Blutvergießen allein ist dieser Kampf nicht zu gewinnen. Als der Diplomat Francis Walsingham an ein Dokument von unschätzbarem Wert gelangt, erkennt Queen Elizabeth I. die Macht einer neuen Waffe: Wissen. Anstelle von Soldaten braucht sie Spione, die ihr dieses Wissen beschaffen. Neben Walsingham ist dafür fortan vor allem ein Mann zuständig: der charismatische Gelehrte John Dee. Denn Dees Loyalität gilt nur der Wahrheit – und seiner Königin. Für die einzige Frau, die er nicht lieben darf, setzt er bereitwillig sein Leben aufs Spiel …

Buchdaten:

Taschenbuch: 416 Seiten
Verlag: Goldmann
Erscheinungsdatum: 20. Dezember 2021
ISBN: 9783442492008

Meine Meinung:

"Der Spion der Königin" ist ein historischer Roman von Oliver Clements. Alles beginnt mit der Bartholomäusnacht im August 1572 in Paris. Der englische Diplomat Francis Walsingham muss ein wichtiges Dokument schnellstens außer Lande schaffen und Elizabeth I. zuspielen. Doch es erreicht nicht sein Ziel und so soll der Gelehrte John Dee es heimlich wiederbeschaffen. Parallel dazu sitzt Mary Stuart im Tower und hofft auf ihre Befreiung und den Umsturz. Soweit die Rahmenbedingungen für diesen historischen Roman, der durchaus vielversprechend beginnt. Der Leser erlebt aber dabei mehrere Perspektiven- und Ortswechsel die lange Zeit irgendwie zusammenhanglos nebeneinander herlaufen. Erst spät führen diese zusammen, aber doch bleibt manches auf der Strecke oder fällt hinten runter. Der Autor wollte sicherlich eine spannende Spionagegeschichte in der Zeit des 16. Jahrhunderts platzieren, aber leider gelingt dies nur stellenweise. John Dee bleibt als Protagonist eher blass und von Francis Walsingham hätte ich mir mehr Finesse am englischen Hof erwünscht. Gerade das Intrigenspiel rund um die Geheimnisse arbeiten einfach andere Autoren viel besser heraus. Hier bleibt Oliver Clements zu oberflächlich mit dieser Geschichte. Das Aufsetzen des englischen Geheimdienst und John Dee als 007 ist am Ende dabei eher ein Brüller. Zwar baute Francis Walsingham ein englisches Spionagenetz auf, aber John Dee als Vorläufer von James Bond scheint mir etwas hoch gegriffen. Der "Spion der Königin" verspricht einiges auf seinem Klappentext, kann aber dann während des Lesens des Romans die Messlatte nicht auf hohem Niveau halten. Zusammenfassend teils spannend, aber nicht mitreißend.

Bewertung auf meiner Skala:

65%


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